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11 Liebe Leserinnen und Leser, Danke! Nachdem wir auf unsere politische Februar-Ausgabe 2026 so viele positive Rückmeldungen wie noch nie bekommen haben, gehen wir hiermit in die Verlängerung mit einer Mischung aus Sport und Politik. Es wird sprichwörtlich sportlich bis zur Kommunalwahl, die steht vor der Tür - am 8. März wird gewählt. Auf unserem Cover sehen Sie dieses Mal eine Auswahl an Ingolstadts Schwergewichten. Eingerahmt von den Lifepark-Fitness-Gurus Volker Beitler und Markus Halbeis ist Ingolstadts Oberbürgermeister Dr. Michael Kern. Er absolvierte seinen Wahlkampf schon im letzten Jahr erfolgreich und bereitet sich nun mit einer goldenen Hantel auf weniger goldene Zeiten in Ingolstadt vor. An den Unternehmern Beitler und Halbeis soll es allerdings nicht scheitern. Seit 30 Jahren ist der Lifepark im Westpark und seit 20 Jahren im DonauCityCenter fester Bestandteil Ingolstadts und macht Ingolstadt im wahrsten Sinne des Wortes schöner, fitter, besser - jeden Tag. Auch die Stadt Ingolstadt gratulierte zum Jubiläum. Um die Gemüter zu beruhigen und mögliche Gerüchte vorzubeugen: Die goldene Hantel ist kein neu ausgelobter Preis der Stadt aus echtem Gold. Und jetzt lasse ich Sie gerne in unserem neuen Magazin nach rhetorischen Schätzen und goldigen Menschen buddeln. Viel Vergnügen wünscht Ihre Stefanie Herker, Chefredakteurin SABINE KACZYNSKI WIR SUCHEN MEDIENBERATER (M/W/D) EVELIN RAFFALT MEDIENBERATERIN 0841/ 9812401 - 40 / MOBIL: 0172/8533599 raffalt@espresso-mediengruppe.in SEBASTIAN BIRKL SONJA MELZER marketing teamespresso editorial Outfit von Retzlaff Moden, Ingolstädter Straße 27 & 29, Pfaffenhofen Tel. 08441 84887 Mail: retzlaff.moden@online.de Instagram @retzlaff_moden Stefanie Herker Foto: www.thorsten-brieger.com

1 espresso Anzeige KRISENKIDS Zur Geburt der Anschlag auf das World Trade Center. Zur Einschulung der Beginn der Globalen Finanzkrise. Zur Pubertät der Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Zur Volljährigkeit der Ausbruch der Coronapandemie. Der Ukrainekrieg im Anschluss - und zwischendurch Klimakrise und Rechtsruck. Eileen Karl ist Teil der krisengebeutelten Generation Z. Mit Herzchen auf den Fingernägeln und antifaschistischem Selbstverständnis kandidiert sie in Ingolstadt für die Linke auf Listenplatz 3. Wie in der Krise nicht entmutigen lassen? Ein Gespräch. Interview & Fotos Sebastian Birkl

13 espresso Eine dieser Krisen, die Finanzkrise, brachte Eileen Karl (*2001) nach Ingolstadt. Sie hatte die erste Klasse gerade abgeschlossen, da entschieden sich ihre Eltern für einen Neuanfang. Bayern statt Nordrhein-Westfalen. In der Nähe von Siegen erlebte Eileen die typische Dorfkindheit. Dann ging es mit den Eltern nach Geisenfeld. Seither ist viel passiert. Nicht nur in Eileens Leben, auch auf der Welt. Die Krisen geben sich die Klinke in die Hand. Eileen lebt mittlerweile in Ingolstadt. Hat die nun 24-Jährige mal darüber nachgedacht, ob all diese Krisen sie oder gar ihre ganze Generation geprägt haben? „Mit Sicherheit“, sagt sie. „Es ist schon viel passiert in kurzer Lebensdauer. Man fühlt sich ein Stück weit machtlos. Das prägt einen.“ Machtlos sein, die Kontrolle verlieren. Das fällt den Menschen schwer. Kafka hat ganze Bücher darüber geschrieben. Die einen gehen daran zugrunde, die anderen blühen auf. Eileen gehört zu letzteren. „Ich kam zum Schluss, dass ich wenigstens in meinem eigenen Umfeld etwas bewirken möchte – nicht mehr nur zuschauen.“ Auch das sollte sie einmal zur Linken führen. Was gibt ihr Halt in Krisenzeiten? „Man braucht ein starkes Umfeld. Leute, mit denen man reden kann“, sagt sie. Wenige Monate nach ihrem 18. Geburtstag beginnt die Corona-Pandemie. Bald darauf legt der Staat fest, wie viele Personen man treffen darf. „Die Regeln haben ein Stück von diesem Sicherheitsfundament genommen“, sagt Eileen. Heute bereitet ihr etwas anderes Sorgen: der Rechtsruck. Präzise formuliert sie das Erfolgsrezept der AfD. „Statt Lösungen für Probleme zu suchen, sucht die AfD lieber einen Schuldigen. Die AfD hat erkannt, dass die Leute Angst haben. Die Flüchtlingswelle haben sie genutzt, um diese Angst auf etwas zu projizieren. Das Arbeiten mit Angst und Wut und die Suche nach Schuldigen – das hatten wir in unserer Geschichte schon einmal“, sagt sie. Das wiederum mache nun ihr Angst, aber Angst erkennt sie auch als etwas Gutes. Es schützt einen. „Ich will nicht in eine Fluchtreaktion gehen und mich zurückziehen. Ich gehe in Aktion“, erklärt sie. Aufleben statt aufgeben. Und, vielleicht die wichtigste Eigenschaft, um als Linke in einer sich stark nach rechts verschiebenden Gesellschaft nicht den Halt zu verlieren: Eileen ist Optimistin. Auch wenn sie das nur ungern zugibt. „Ingolstadt sterben die Clubs weg“ titelte espresso kürzlich im Web. Nachdem über die letzten Jahre Maki, Suxul und B1 zusperrten, bleibt in der Innenstadt nur noch der Eiskeller als eine Art Club zurück. Was macht man als frisch 18-Jährige im Lockdown? „Man hängt privat mit Freunden ab“, sagt Eileen. „Ich war zwischen den Lockdowns auf einem Konzert. Es fühlte sich irgendwie verkehrt an, weil man zuvor das Gegenteil eingedrillt bekam.“ Sprich: Abstand halten, Menschenmassen meiden. Die Clubkultur hat sie erst später für sich entdeckt. Aber auch hier der selbe Begleiter: „Es war ein komisches Gefühl, in einen Club zu gehen, in die Menschenmenge hinein.“ Brach Corona der Clubkultur das Genick? Fest steht nur: Selbst in Berlin geht das Clubsterben um. Während der Pandemie habe sich gesellschaftlich viel verhärtet, ist sich Eileen sicher. „In jeder Krise gibt es Seiten, die diese nutzen. Das ist Futter, mit dem man arbeiten kann.“ Eines hätte man von einer Stadtratskandidatin der Linken wohl nicht gedacht: Sie ist gelernte Bankkauffrau. „Ich war sicherlich die linkeste Person in der Ausbildung“, lacht Eileen rückblickend selbst. Das Bankenwesen ließ sie kurz nach Ende der Ausbildung hinter sich. Jetzt ist mutig in mutlosen Zeiten

14 espresso Eileens Meinung zu Rechtsextremismus ... und zur Vermögensteuer Ihre Laune, wenn sie in den Stadtrat einzieht ... und wenn sie an Donald Trump denkt sie Schulbegleiterin für ein Grundschulkind. Dass es sie einmal zur Linken verschlagen wird, ist nicht so überraschend. Sie sei schon „mit einem linken Mindset aufgewachsen“. Irgendwann war es dann „der logische Schritt“. Eines haben junge Leute, die sich in der Kommunalpolitik engagieren, parteiunabhängig alle gemeinsam. Sie wollen etwas bewirken. Genauso formuliert es auch Eileen. Es gab aber noch einen ganz konkreten Vorfall, der sie zur Linken brachte. „Das war quasi der letzte Tropfen“, erklärt sie. CDU-Generalsekretär Linnemann forderte Ende 2024 ein Register für psychisch kranke Menschen. „Bis hier hin und nicht weiter“, dachte sie damals. „Das ist so ungerecht so vielen Menschen gegenüber.“ Jetzt muss man nicht besonders links eingestellt sein, um das große Problem mit einem solchen Register zu sehen: Es hält Menschen davon ab, sich Hilfe zu suchen. Das sieht auch die Neue Richter*innenvereinigung so: „Wenn psychisch erkrankte Personen befürchten müssen, dass ihre Daten (…) an Polizeibehörden weitergegeben werden, kann dies dazu führen, dass sinnvolle Unterstützung und Hilfe nicht mehr in Anspruch genommen werden.“ if all goes right, go left Das liest Eileen Karl gerade: "Die Würde ist antastbar" (2017). In diesem Essayband widmet sich Ferdinand von Schirach brisanten Themen wie den Herausforderungen an unsere Demokratie im Zeichen des Terrorismus, den Schauprozessen gegen Prominente, der Sicherheitsverwahrung oder der Folterandrohung gegen Kindermörder. Daneben geht er aber auch der Frage nach, wie es in Zeiten des iPads um unser Lesen bestellt ist.

15 espresso Ob es Eileen Karl in den Stadtrat schafft, ist ungewiss. Zum einen steht sie nur auf Listenplatz 3; im aktuellen Stadtrat hat die Linke zwei Sitze. Zum anderen lauern hinter ihr politische Schwergewichte wie Eva Bulling-Schröter und Ex-SPD-Stadtrat Achim Werner, die sicher auch die ein oder andere Stimme von Nicht-Linken-Wählern bekommen dürften. Für Eileen nicht das große Problem, sie freut sich, wenn’s klappt. Und wenn’s nicht klappt, freut sie sich für die, die es schaffen. Sie geht aber schon davon aus, dass die Linke mehr als zwei Stadträt:innen stellt. Nachdem Friedrich Merz kurz vor der Bundestagswahl ein Gesetz seiner CDU mit Stimmen der AfD durchbrachte, verdreifachte sich die Mitgliederzahl bei den Ingolstädter Linken. Den Einwurf des espresso-Redakteurs, man hätte Merz eigentlich zum Ehrenparteimitglied machen müssen, schließlich hätten es die Linken ohne seine Hauruck-Aktion gar nicht in den Bundestag geschafft, will man im Linken-Büro Am Bachl nicht gelten lassen. In diese Diskussion schalten sich auch die anwesenden Vorstandsmitglieder Lina Schwarzott und Henrike Theling ein. Am Ende steht: Man hätte es auch ohne Merz geschafft, aber acht Prozent wären es wohl nicht geworden. Der Name Heidi Reichinnek fällt bei der Frage nach Vorbildern. Aber eine Person herausgreifen, das will Eileen eigentlich nicht. Es sei vielmehr eine „Zusammensetzung aus den Menschen, die irgendwas in meinem Leben bewirkt haben.“ Das Spektrum dafür ist breit und reicht von der eigenen Mutter bis zu Freddie Mercury. „Manchmal ist auch Trotz dabei. Wenn der das kann, kann ich das auch“, gibt sie zu. Lange überlegen muss Eileen für ihre Antworten nicht. Bei der Frage nach einem aktuellen Lieblingslied ändert sich das. Man einigt sich schließlich auf einen „all-time favorite“. David Bowie – Heroes. Aufgenommen 1977 in West-Berlin, unweit der Berliner Mauer. Der Text beginnt als Liebesgeschichte und wird schließlich zur universalen Aussage über den Sieg der Gefühle und des Zusammenhalts über Repression und Waffen. Ein Kernelement der Linken also. Wie passend. Eileen hat auch eine künstlerische Ader. Ihre Kunst will sie - ganz im Gegenteil zur Politik - nicht erklären. Jeder müsse sich selbst ein Bild machen. "Entweder jemand schaut es an und versteht es oder man versteht es nicht - dann lebt man vermutlich in einer schöneren Welt und dann ist das auch gut so." Das Bild links ist Teil einer Reihe und ab Mai in einer Ausstellung in der Kunst- und Kulturbastei zu sehen.

16 espresso WIE WIR KITAS FINANZIEREN ANSTATT KRIEGE Foto: Lukas Sammetinger / Text: Stefanie Herker

Markus Käser setzt auf Wertschöpfung, die im Landkreis bleibt. Inwiefern kann regionale Wirtschaft soziale Spielräume schaffen? 17 espresso Die Frage nach politischen Prioritäten stellt sich derzeit vielerorts neu: Während Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und auf globale Krisen reagieren, kämpfen Kommunen gleichzeitig mit knappen Mitteln für Kinderbetreuung, Pflege, Bildung und bezahlbaren Wohnraum. Auf lokaler Ebene wächst deshalb die Diskussion, ob wirtschaftliche Strategien stärker regional ausgerichtet werden sollten. Der Kommunalpolitiker und Landratskandidat für den Landkreis Pfaffenhofen, Markus Käser, gehört zu jenen, die genau diesen Ansatz verfolgen. Seine Grundidee: Wenn Energie, Wohnraum und Lebensmittel stärker vor Ort organisiert werden, bleibt mehr Wertschöpfung in der Region. Langfristig könnten daraus stabilere finanzielle Spielräume für soziale Infrastruktur entstehen. Er nennt es Heimat-Dividende. "Heimat-Dividende heißt: Unser Geld bleibt hier. Jeden Morgen steht in der Wüste oder in Russland jemand auf, der über unsere Dummheit lacht. Für 2.100 Euro pro Kopf jährlich kaufen wir im Ausland fossile Brennstoffe ein. Im Landkreis Pfaffenhofen entspricht das jedes Jahr 275 Millionen Euro. Der eine baut sich damit eine Skihalle in der Wüste, der andere baut Bomben - alles mit unserem Geld, das hier Wertschöpfung erzeugen könnte", erklärt Markus Käser. Er ist Unternehmer, Kommunalpolitiker in der SPD und seit Jahren in regionalen Entwicklungsprojekten aktiv. Er sitzt im Kreis- und Stadtrat, engagiert sich in genossenschaftlichen Initiativen sowie in Gremien rund um Energie, Infrastruktur und Stadtwerke. Diese Mischung aus Wirtschaft, Kommunalpolitik und regionaler Organisation prägt seinen politischen Stil. „Politik muss dort wirken, wo Menschen ihren Alltag erleben – beim Wohnen, bei Energiepreisen, bei der Betreuung ihrer Kinder, in der Lebensmittelversorgnung.“ Das erklärt auch seinen Fokus auf regionale Wirtschaftskreisläufe. Für ihn geht es weniger um Abschottung als um Stabilität. "Regionen brauchen eigene Stärke, sonst verlieren sie Handlungsspielräume.“ Dass solche Ideen nicht rein theoretisch sind, zeigt Pfaffenhofen selbst. Die Stadt gilt bundesweit als Vorreiter bei kommunaler Energiewende. So produziert die Stadt mittlerweile bilanziell ihren gesamten Strombedarf aus lokalen erneuerbaren Quellen – unter anderem durch einen Bürgerwindpark, Biomasseanlagen sowie Photovoltaikprojekte.  Eine Bürgerenergiegenossenschaft treibt dabei seit Jahren Projekte zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung erneuerbarer Energie voran und bindet Bürger direkt finanziell und organisatorisch ein.  Auch ein Biomasse-Heizkraftwerk liefert seit 2001 Strom und Wärme aus regionalem Holz und spart jährlich erhebliche Mengen CO₂ ein.  Parallel dazu existieren Programme der Stadtwerke zur Förderung privater Photovoltaikanlagen sowie kommunale Klimaschutzinitiativen, etwa Bildungsprogramme für Schulen und Kindergärten. Initiativen wie die Bodenallianz und das Pfaffenhofener Land stärken lokale Wertschöpfung im Bereich der regionalen Landwirtschaft. "3,3 Millionen Essen haben wir jedes Jahr in Kitas, Schulen und großen Kantinen. Das sind 15.000 Teller jeden Werktag. Darin sind nur fünf Prozent regionale Erzeugnisse. Das müssen wir ändern, wir müssen unsere Landwirtschaft unterstützen, indem wir ihre Produkte kaufen", erklärt Käser. "Unserer Landwirtschaft entgehen Millionenumsätze. Regionale Vermarktung schafft stabile Märkte statt Weltmarkt-Abhängigkeit. Das bedeutet täglich tonnenweise lokales Obst statt Importware." Diese Projekte bilden das Umfeld, in dem Käser politisch arbeitet und argumentiert. Er verweist gern darauf, dass regionale Energiepolitik und lokale Öko-Landwirtschaft nicht nur Klimaschutz sei: „Wenn Energie vor Ort erzeugt wird, bleiben Arbeitsplätze, Steuern und Know-how auch vor Ort. Sie bietet Inflationsschutz und senkt Kosten.“ Die Verbindung zu Kitas, Pflege oder Bildung ergibt sich daraus indirekt. Denn wirtschaftliche Stabilität könnte vor Ort langfristig kommunale Haushalte entlasten. Regionaler Wohnungsbau, erneuerbare Energie oder lokale Wirtschaftskreisläufe benötigen dennoch Investitionen, politische Mehrheiten und Zeit. Aber: "Wenn wir heute regional investieren, schaffen wir für morgen stabilere Strukturen“, so Käser. Thema Wohnungsmangel: "800 Wohnungen fehlen bei uns im Landkreis jedes Jahr. Wir müssen bauen, bauen, bauen - aber nicht für Investoren und Spekulanten, sondern für die Menschen in der Region. Wohnen zum Selbstkostenpreis ohne Spekulation und Preissteigerung. Wie bei unserer Wohnungsbaugenossenschaft in Pfaffenhofen, wo Menschen zusammenkommen und gemeinsam bezahlbar und hochwertig bauen." Hier profitieren Menschen durch Gemeinschaft. Es wird nur bezahlt, was es wirklich kostet. "Allein Gemeinwohlbau könne jährlich über 20 Mio. Euro Kaufkraft für unsere Bürger sichern. Was wollen wir? Abhängigkeit oder Selbstorganisation? Kapitalabfluss oder regionale Kreisläufe? Warum also lassen wir jährlich hunderte Millionen Euro aus unserer Region abfließen? ", fragt Käser. Pfaffenhofen zeigt, dass regionale Initiativen funktionieren können – zumindest als Ergänzung zu größeren wirtschaftlichen Strukturen. Sie schaffen Gemeinschaft, Beteiligung, stärken lokale Identität, fördern wirtschaftliche Stabilität, kürzere Lieferketten und führen zu mehr Unabhängigkeit. "Regionen können Weltpolitik nicht mitentscheiden. Aber sie können entscheiden, ob sie jährlich bis zu 300 Millionen Euro verlieren – oder anfangen, sie zurückzuholen." Das ist laut Markus Käser die eigentliche kommunale Finanzfrage und genau das meint Heimat-Dividende. www.heimatdividende.de

1 espresso Anzeige NOTSTAND Carlos Alvarez de la Rosa ist Pflegefachmann im Seniorenzentrum Dietrich-Bonhoeffer. Seit neun Jahren lebt er mit seiner Frau Steffi und seinen zwei kleinen Kindern Raffaela und Leonardo in der Region 10, zunächst in Buxheim, nun in Ingolstadt. Er möchte das Thema Pflegenotstand und würdevolle Pflege im Alter in den Fokus der Menschen rücken und kandidiert unter anderem dafür für den Ingolstädter Stadtrat auf der Liste der Grünen. Interview & Fotos Stefanie Herker BEKÄMPFEN

19 espresso Wenn man mit Carlos durch die Gänge des Senioren-Zentrums Dietrich-Bonhoeffer streift, merkt man ganz schnell, wie viel Herzblut er in seine Arbeit steckt. Er hat dieses ehrliche Lächeln mit einem Glitzern in den Augen und eine ganz besondere, offene Art, die man nicht oft bei Menschen vorfindet, die das Eis sofort bricht. Carlos wurde in Mexiko geboren. In der Metropole Guadalajara lebte er mit seinen Eltern, drei älteren Schwestern und einem jüngeren Bruder. "Wir waren nicht reich, aber es hat uns an nichts gefehlt", erinnert sich Carlos. Sein Vater hatte eine Firma, die Mutter war Angestellte bei einer Bank. Als sich die Eltern trennen, zieht Carlos zwischenzeitlich mit seiner Mutter und den Geschwistern in eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung am Rande der Metropole. Als er 14 war, wanderte sein Vater nach Kanada aus. Mit 15 hörte Carlos am liebsten Punk-Musik. Seinen 18. Geburtstag wird er nie vergessen. "Ich war mit Freunden auf der Straße unterwegs zu einer Party. Aus dem Nichts kam ein Unbekannter auf mich zu und sagte, dass ich sterben werde. Er hielt mir eine Pistole an den Kopf. Jemand hatte mich verwechselt. Es war ein absoluter Schreckmoment, aber glücklicherweise kam jemand dazwischen und die Situation klärte sich, bevor sie eskalierte!" Er lebte in einem gefährlichen Viertel, in dem es regelmäßig Schießereien gab. "Ja, es war ein Ghetto." Diese Umstände brachten den jungen Mann in Kontakt mit Philosophie. Friedrich Nietzsche. Hermann Hesse. "Natürlich haben wir manchmal von einem besseren Leben geträumt. Ich hatte den Glauben daran, wir könnten uns eine eigene, neue Realität erschaffen, wenn wir nur wollten." Carlos arbeitete in einem Jugend-Institut und organisierte Kunstausstellungen und Konzerte. Bei einem Tanz-Event auf offener Straße lernte er seine jetzige Frau Steffi aus Buxheim kennen. Sie war Austausch-Studentin der KU Eichstätt. "Wir tanzten gemeinsam, verstanden uns gut. Am Anfang wussten wir aber nicht, ob uns eine gemeinsame Zukunft überhaupt möglich ist." Aber weil Liebe keine Grenzen kennt, haben Carlos und Steffi es geschafft. Carlos arbeitete zunächst drei Jahre lang als ungelernter Pflegehelfer im Caritas Seniorenheim in Gaimersheim. Später absolvierte er dann eine Ausbildung bei der Diakonie in Ingolstadt. "Herr Müller, mein Chef, hat an mich geglaubt und ließ mich eine Ausbildung machen, nachdem ich meine Deutschkenntnisse etwas verbessert hatte." Seit wenigen Wochen ist Carlos generalistischer Pflegefachmann für Senioren, Kinder und in der Krankenpflege. Wenn er Frühschicht hat, steht er um halb fünf auf, um sechs beginnt die Schicht. "Manchmal weinen sie. Manchmal reden sie vom Krieg."

20 espresso Was inspiriert dich? Was ist das Wichtigste im Leben? Was ist die beste Medizin? Carlos ist Pfleger in einer geschlossenen Abteilung für Demenz. Geschichten erzählen könnte er viele. Die Menschen hier reden manchmal von Hitler. Vom Vergiften. Vom Krieg. "Sie erinnern sich an Dinge von früher." Carlos erinnert daran, wie oft man beispielsweise an Silvester an das Leid der Tiere denkt, wohl aber nicht an die Menschen, die Krieg erlebt haben. "Viele Bewohner hier, vor allem die mit Demenz, leiden an Silvester an der Vorstellung, dass wieder Bomben fallen. Sie glauben, es wäre Krieg. Was tun wir diesen Menschen bloß an?" Carlos innerer Ansporn ist es nicht nur, den Spagat zwischen dem Anspruch der Leitung und dem zu pflegenden Menschen gerecht zu werden - er will mehr. "Ich möchte den Menschen ihre Würde zurückgeben. Sie haben mehr verdient, als das, was wir ihnen geben können." Der Druck in der Pflege ist enorm. Wenig Personal, wenig Zeit, enorme Verantwortung. "Fließbandarbeit geht in der Wirtschaft, aber nicht da, wo es um Menschen geht." Der Beruf eines Pflegers muss seiner Ansicht nach auch attraktiver werden. Menschen, die diesen Beruf ergreifen, sollten stolz darauf sein können, den Senioren einen so wichtigen Dienst zu erweisen. "Was, wenn wir als Gemeinschaft wieder mehr zusammenwachsen?" Patenschaften oder Benefits für Pflegekräfte schlägt der 34-Jährige vor. Die Ideen gehen ihm nicht aus und er weiß, woran es hakt. Im Ingolstädter Stadtrat möchte er sich deshalb gerne für dieses Thema mit kommunalen Ideen einsetzen. "Und wir sollten auch in Ingolstadt viel öfter einfach auf der Straße zusammen tanzen", schlägt er vor. "Das stärkt die Gemeinschaft." CARLOS BUCH TIPP Dieses Buch empfehlt uns Carlos: "Rhizom" (1977), von Gilles Deleuze und Félix Guattari. Rhizom ist ein einflussreicher philosophischer Text, der neue Wege des Denkens vorschlägt. Statt Wissen, Gesellschaft oder Identität als hierarchisch und geordnet zu verstehen, beschreiben die Autoren das Bild des Rhizoms - eines vernetzten Wurzelgeflechts ohne klare Mitte. Damit plädieren sie für ein offenes, dynamisches Denken, das Vielfalt, Verbindungen und Veränderung in den Mittelpunkt stellt. Der Text hat besonders Kultur-, Sozial- und Medienwissenschaften stark geprägt. "Wenn man sich Pflege ohne Migranten vorstellt, haben wir ein großes Problem."

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12 "YOU´RE A BUNCH OF SAVEAHOLICS IN DESPAIR" WENN EIN SONG NACHHALLT UND WER SICH JETZT FÜR DIE INGOLSTÄDTER KULTURSZENE EINSETZT

23 espresso VON STEFANIE HERKER Lange war Ingolstadt eine Stadt, in der Zukunft vor allem nach Motor klang. Ein vertrautes Brummen aus Werkhallen, Pendlerverkehr – und dazu das beruhigende Gefühl: Hier geht schon nichts schief. Audi lief, also lief die Stadt. Gewerbesteuer reichlich, Haushalt solide, Selbstbewusstsein serienmäßig. Kultur durfte mitfahren, aber meist auf dem Beifahrersitz. Die Ingolstädter Band Slut hat dieses Lebensgefühl vor einigen Jahren erstaunlich präzise beschrieben. In ihrem Song Alienation aus 2013 geht es um die Autostadt: "AS LONG AS THE CARS STAY RUNNING THEY STAY AMUSED." Heißt: Solange die Autos laufen, bleiben sie zufrieden. „I´VE NEVER BEEN IN A RICHER, POORER PLACE“ singt Chris Neuburger. Mit "reicher, armer Ort" meint er wohl so etwas wie "Wohlstand vorhanden, reich an Möglichkeiten, arm im Umgang mit ihnen". Damals wirkte der Song vielleicht wie ein melancholischer Indie-Blick auf die Provinz, aber eigentlich war es eine Einladung, Ingolstadt mehr Bedeutung zu geben. Denn ja: Der Motor läuft mittlerweile nicht mehr ganz so rund. Kurzarbeit, vorsichtigere Prognosen, Sparkurs bei Audi. Und der Stadt fehlen rund 66 Millionen Euro. Plötzlich wird über Kürzungen von Positionen gesprochen, die früher selbstverständlich nebenher liefen - und zuerst schaut man Richtung Kultur. Doch was bleibt den Menschen eigentlich noch, wenn man ihnen die kulturellen Ereignisse nimmt? Was hält eine Stadt zusammen, wenn wirtschaftliche Gewissheiten wackeln? Was macht eine Stadt lebenswert? Interessant ist dabei, wie schnell manche politischen Stimmen Kultur wieder zur moralischen Baustelle erklären. Teile der AfD sowieso, aber auch Freie Wähler und CSU. Rotstift da, wo es nur möglich ist, klingt fürs erste plausibel, aber Einsparungen bei Existenzen und noch dazu in einem Bereich, der in Ingolstadt nie exzessiv befeuert wurde, verspricht möglicherweise nicht den großen Durchbruch. Als hätte man Angst vor etwas, das hier längst ziemlich bodenständig passiert. Zufrieden mit der konservativen Bewahrung von Status quo im Kulturleben war man hier eigentlich schon immer. " YOU´RE A BUNCH OF SAVEAHOLICS IN DESPAIR." So nannte es Slut damals. Menschen, die versuchen, sich an etwas festzuklammern, etwas krampfhaft bewahren wollen - aus Verzweiflung. Und damit sind nicht die Kulturschaffenden gemeint, sondern diejenigen, die Kultur und Stadtleben verwalten und ihre "NARROW MINDED ATTITUDE", ihren engstirnigen Blick, schon damals nicht weiten wollten. Die Kulturschaffenden aus Ingolstadt reagieren jetzt auf die Sparmaßnahmen der Stadt mit einer Initiative: dem Bündnis ACHTUNG KULTUR. Auf der Website beschreibt man dieses folgendermaßen: ACHTUNG KULTUR ist ein Zusammenschluss mit dem Ziel zur Achtung der kulturellen Arbeit, die 2018 von Protagonisten der institutionellen und freien Kunst- und Kulturszene Ingolstadt gegründet wurde. Vertreter:innen dieser Interessengemeinschaft sind heute Teil des KULTURBEIRATS Ingolstadt. In diesem artikulieren sich hörbar die Stimmen aus Kultur und Kreativwirtschaft gegenüber der Politik, den Medien und der Öffentlichkeit und treiben gemeinsam mit Politik und Verwaltung die kulturelle Weiterentwicklung hin zu einer lebenswerten, offenen und vielfältigen Stadt Ingolstadt voran. Wir fördern und fordern "Zeig ihnen ein düsteres Zahlenbild und sie verlieren den Kopf!" Fotos: Stefanie Herker

24 ein qualitätsvolles Angebot, sorgen für Sichtbarkeit, realisieren Teilhabe und forcieren Möglichkeitsräume. Sprecherin von Achtung Kultur ist Steffi Wanzl-Lawrence. Mit offenen Briefen, Gesprächen mit Stadträten und Parteien, Veranstaltungen, wollen sie sichtbar machen, dass Kultur hier kein dekoratives Extra ist, sondern ein existenzieller Teil der städtischen Infrastruktur mit Arbeitsplätzen und Verantwortung. Ihr Argument ist simpel: Wer jetzt Kultur kürzt, spart kurzfristig Geld, verliert aber langfristig Attraktivität, Lebensqualität, zerstört Strukturen und letztlich auch wirtschaftliche Anziehungskraft. "Städte bestehen nicht nur aus Autos und Arbeitsplätzen, sondern auch aus Ideen, Begegnungen, Gesprächen, Musik, Bühnen, Bildern - wir Kulturschaffenden bieten das der Stadt und den Bürger:innen. Die Kulturschaffenden sind dabei das Spiegelbild der Kultur einer Stadt", sagt Steffi Wanzl-Lawrence. Besonders stark betroffen von den Kürzungen sei die Kunst- und Kulturbastei. "Dieser Verein fängt sehr vieles in der Jugendarbeit auf und ist deshalb besonders wichtig." Steffi Wanzl-Lawrence stellt klar, dass sie keine Ausnahmeregel will, aber sie wünscht sich gleichwertige Behandlung. Vier Millionen Euro Einsparungen in der Kulturszene würde die Szene kaputt machen. "Es gibt viele wohlhabende Menschen hier. Man muss auch überlegen, was Unternehmen und Privatpersonen beisteuern könnten." Sie denkt dabei auch an Leerstände, die für Ausstellungsräume zur Verfügung gestellt werden könnten. Wie damals das ehemalige Salamanderhaus, das für drei Monate als Kunstkaufhaus regen Zulauf fand. Der Name Kellerhals fällt. "Er könnte doch... Es darf halt nichts kosten", ergänzt sie und erinnert sich an die horrende Heizkostenrechnung von rund 12.000 Euro für drei Monate. "Da blieb natürlich nicht viel vom Umsatz für uns Künstlerinnen und Künstler übrig. Auch der Name Lösel fällt. "Er ist halt kein Kulturfan". Die Künstlerin hofft, dass bald ein Umdenken bei den Leuten stattfinden wird. Vielleicht ist dieser Moment deshalb weniger Krise als Übergang. „PUSH THE BREAK … STOP OVER FOR A MINUTE“, heißt es bei Slut. Anhalten, den Kompass neu ausrichten. Das könnte produktiv sein, wenn man wollte - gerade für eine Stadt, die lange vor allem über industrielle Stärke definiert wurde. Ingolstadt hat dafür eigentlich gute Voraussetzungen: eine komFOTOKUNST & KULTURORT RAHMUNG & BILDVEREDELUNG FOTODRUCK & FINEART DRUCK KUNSTREPRODUKTIONEN AUFTRAGSFOTOGRAFIE BUSINESSFOTOGRAFIE 15 JAHRE PROJEKTRAUM BILDFLÄCHE PROJEKTRAUM BILDFLÄCHE BAHNHOFPLATZ 20 85072 EICHSTÄTT +49 151.25350296 INFO@GALERIEBILDFLAECHE.DE WWW.GALERIEBILDFLAECHE.DE PROJEKTRAUM BILDFLÄCHE | EICHSTÄTT FOTO @ CONNY MIRBACH 15 % RABATT AUF ALLE FOTO- UND FINE-ART-DRUCKE EIGENER BILDER. GÜLTIG BIS 31.03.2026. EIN GUTSCHEIN PRO PERSON UND AUFTRAG. NICHT KOMBINIERBAR MIT ANDEREN AKTIONEN. KEINE BARAUSZAHLUNG. GUTSCHEIN | 15% RABATT HIER FINDEN BILDER IHRE FORM pakte Altstadt, viele junge Menschen durch Hochschule und Betriebe, engagierte Initiativen. "Wir fordern Einsicht, dass wirtschaftliche Stabilität und kulturelle Lebendigkeit keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig stützen", sagt Steffi Wanzl-Lawrence. Wäre es nicht schön, wenn dies rückblickend der Moment wäre, in dem Ingolstadt begonnen hat, sich breiter zu erzählen? Es geht um Identität. Jahrzehntelang war Ingolstadt Autostadt mit sehr gutem Einkommen. Jetzt muss sie lernen, auch Stadt für alle zu sein, wenn das Einkommen weniger selbstverständlich ist. Deshalb fühlt sich die aktuelle Lage weniger wie ein Schock an, als wie eine verspätete Einsicht. Man wusste es. Viele wussten es. Nur ausgesprochen wurde es selten – solange der Motor zuverlässig lief. "Der reine Wachstumsgedanke hat ausgedient!" Mehr Infos: www.achtung-kultur.org Ein sagenhaftes Gemälde der Künstlerin Steffi Wanzl-Lawrence www.wanzl-lawrence.de

2 espresso 13 "IT´S THAT LOVE AND HATE RELATIONSHIP THAT KEEPS US HANGING ON BUT ONE EARLY WINTER MORNING WE´LL BE GONE " INGOLSTADT, DEINE KULTURSZENE (aus dem Song Alienation von Slut)

26 espresso WAS WIR VERLIEREN WERDEN Wenn die Suche nach einer Alternative für den Festsaal des Ingolstädter Stadttheaters weiter so schlafmützig verfolgt wird, droht der Stadt ein herber Verlust. Fest steht bislang nur eines: Schluss ist im Juli 2027. Für wie lange, wann die Sanierung wegen der Geldnot überhaupt beginnen kann und - am wichtigsten - wo die zahlreichen Veranstaltungen im Festsaal denn stattfinden sollen - all das ist nicht geklärt. "Mindestens 15 Jahre" ist es still im Festsaal, befürchtet man bei den Grünen. Das wäre 2042. Ende Oktober 2025 stellte die Partei einen Prüfantrag an den Oberbürgermeister. Vorschlag: Die Errichtung einer Veranstaltungshalle auf dem IN-Campus-Gelände als Ersatz. Zahlen soll die IFG oder Audi. Aktueller Stand des Antrags? Man weiß es nicht. "In absehbarer Zeit" soll er in den Sitzungsumlauf kommen, heißt es von der Grünen-Fraktion. Rund 140 Veranstaltungen mit mehr als 500 Gästen gibt es jedes Jahr im Festsaal. Kaufhof, Exerzierhaus, Halle 9, Maritim, DK-Hallen und der Spiegelsaal im Kolpinghaus - all das wurde als Ausweichstätte geprüft. Alle seien "aus unterschiedlichsten Gründen ungeeignet", so die Stadt. Immerhin: Mit dem Maritim Hotel befindet sich die Stadt laut Donaukurier jetzt doch in Gesprächen. Die Listenpreise im Congress Centrum sind für Vereine, Schulen und Künstler schlicht nicht stemmbar. Die Verhandlungen werden aber wieder eines brauchen: Zeit. Währenddessen verliert Ingolstadt bereits einen Teil seines künftigen kulturellen Angebots. Ob die Verantwortlichen im Blick haben, dass Veranstalter einen langen Planungsvorlauf haben? Man muss nur in den Veranstaltungskalender der Saturn Arena schauen. Dort sind schon die ersten Termine für 2027 und sogar 2028 zu finden. Klar, manche der Großen werden vielleicht von selbst auf Saturn Arena oder das Congress Centrum ausweichen, aber der Festsaal ist nunmal günstiger - und damit attraktiver. Der Verlust läuft bereits. Am wichtigsten aber ist der Festsaal natürlich für die Region selbst. Von der Narrwalla über die Schulen, von den Parteien bis hin zum Fan von Comedy, Kabarett und Konzerten. Vom Kind bis zum Rentner. Sie - also wir - werden die Leidtragenden sein. Oder: Will man die bittere Pille, dass man es nicht schafft, eine wirkliche Alternative für den Festsaal zu finden, erst nach der Wahl verabreichen? Wie viel tatsächlich in einem Jahr im Festsaal stattfindet, haben wir auf der rechten Seite einmal gesammelt. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn all das wegfallen würde. Konzert von Jan Delay im Festsaal Ingolstadt, 2023, Foto: Sebastian Birkl

2 espresso 13 02./03.01. Traumfabrik (4 Vorstellungen), 05.01. Neujahrskonzert Symphonisches Salonorchester, 06.01. Showtanzfestival SC Irgertsheim, 07.01. SPD-Neujahrsempfang (Mittelfoyer), 08.01. Schwanensee, 09.01. Generalprobe Narwallashow, 10.01. ABBA The Concert, 11.01. Krönungsball Narrwalla, 12.01. König der Löwen in Concert, 13.01. Heinz Erhardt Revue, 14.01. Feuerwehrmann SAM, 16.01. GKO Konzert, 18.01. Ball der Landwirtschaft, 20.01. The Music of Hans Zimmer & others, 21.01. The Music of Der Herr der Ringe, 22.01. Eiskönigin on Ice, 23.01. Golden Ace, Magier-Show, 24.01. Die Nacht der Garden / Manschuko Manching, 26.01. Konzert Fridor Rudin Trio, 28.01. Netzwerktreffen für Führungskräfte der Stadt Ingolstadt (Mittelfoyer), Infoabend der Gymnasien, 30.01. Wiener Johann Strauß Konzert-Gala, 31.01. Dr. Leon Windscheid, 01.02. Ingolstädter Ballnacht, 03.02. CSU-Neujahrsempfang, 05.02. Phantom der Oper, 06.02. The 12 Tenors, 08.02. Abschlussball Tanzschule Studio Polanc, 13.02. Konzert GKO, 14.02. ETC Abschlussball, 15.02. Schanzer Nacht, 18.02. Seniorenfasching, 19.02. Cat Stevens Tribute Show, 20.02. Sixx Paxx Tour 2025, 21.02. Konzert Mamikonian, 22.02. Wiener Ballnacht, 24.02. Die Nacht der Musicals, 25.02. Freddy Mercury, 27.02. GKO Jugendkonzert, 08.03. Internationaler Frauentag DGB (Mittelfoyer), Tribute Michael Jackson, 10.03. Martina Schwarzmann, 11.03. Netzwerktreffen für Führungskräfte der Stadt Ingolstadt (Mittelfoyer) und Martina Schwarzmann, 13.03. Konzert GKO (Mittelfoyer), 14./15.03. FDP Landesparteitag, 16.03. Armenisches Konzert, 17.03. Theatervorstellung in ukrainischer Sprache, 19.03. Betriebsversammlung ISS-World, Konzert Sinfonietta Cracovia, 20.03. Kabarettabend mit Harry G, 21.03. Luz amoi, 22./23.03. Die Schneekönigin (4x), 24.03. Reuchlin Schulkonzert, 25.03. IHK Abschlussprüfung, DK-Podiumsdiskussion Staatstheater (Mittelfoyer), 26.03. Lerntour 2025, 28.03. Frühjahrskonzert AUDI Bläserphilharmonie, 29.03. GKO Familienkonzert, 30.03. Chorkonzert, Ingolstädter Motettenchor, 02.04. Rentnerversammlung der IG-Metall, 04./05.04. Abschlussball Tanzschule Fischer, 06.04. Kammerchor, 08.04. Schulkonzert Katharinen-Gymnasium, 10.04. GKO Konzert, 14.04. Schlager & Spaß mit Andy Borg, 19.04. Adonia Musical, 28.04. Personalversammlung Stadt Ingolstadt, Liederabend Krimmel/Bushakevitz, 29.04. PRIME ORCHESTRA, 30.04. Ballett Dornröschen, 02.05. Gladiator Fightnight, 03.05. 100-Jahrfeier Donaugau Trachtenverein, 04.05. GKO Babykonzert (Mittelfoyer), 06./07.05. IHK Abschlussprüfung, 08.05. GKO-Workshop, Marathon-Lesung 80. Jahrestag Befreiung vom Nationalsozialismus (Mittelfoyer), 09./10.05. Halbamarathon Ingolstadt, 11.05. Tom Gaebel, 13.05. Betriebsversammlung Postbank, 15.05. GKO Konzert 19.05. Info-Veranstaltung Irma e.V., 21./22.05. GKO Kinderkonzert, StoryTelling Piano, 23.05. Max Raabe & Palast Orchester, 24.05. Jubilarehrung IG-Metall, 26.05. Glenn Miller Orchestra, 27.05. Konzert Spark 28.05. Abschlussball Tanzschule Tuscher, 03.06. Betriebsversammlung Telekom, 05.06. GKO Konzert, 08.06. Drumshow Greenbeats, 14.06. Pferdekopfgeigen Festival, 21.06. AUDI Sommerkonzert, 24.06., Workshop GKO, 27.06. Abiturfeier Katharinen-Gymnasium, 30.06. Betriebsversammlung CARIAD, 02.07. Gnadenthal Schulkonzert, 05.07. AUDI Sommerkonzert, 06.07. AUDI Sommerkonzert, 07.07. Einstellungstest mittlerer Dienst, 10.07. Workshop GKO, AUDI Sommerkonzerte, 11.07. FOS-BOS Abschlussfeier, 12.07. Abschlussball S+F Tanzschule, 13.07. AUDI Sommerkonzert, 18.07. Abschlussball RS Geisenfeld / Benedikt Köhler, 25./26.07. Abschlussball Tanzschule Fischer, 27.07. AUDI Sommerkonzert, 28.07. Abschlussfeier Wirtschaftsschule, 30.07. Chris de Burgh Solo-Tour, 01.08. GKO Klassik Open Air, 01.09. Begrüßung Nachwuchskräfte Stadt Ingolstadt, 03.09. Raiffeisenbank Azubi Auftakt, 10.09. Konzert Biyon Kattilathu, 13./14.09. Tauschkartenmesse, 17.09. IHK-Prüfung, 20.09. Kabarett Bodo Wartke, 25.09. Kammerphilharmonie, 27./28.09. Landesparteitag Die Linke, 01.10. SWR BigBand + Max Mutzke, 02.10., Konzertverein Ingolstadt - Delian Quartett, 03.10., Night4Fight, 04.10. 40 Jahre RR-Casino, 06.10. Einstellungstest gehobener Dienst, 07.10. Abend des Ehrenamts, 08.10. C. Schreiber & A. Stevens Konzert, 09.10. Pensionistentreffen BLLV (Mittelfoyer), 10.10. Bülent Ceylan, 11.10. Vertriebskongress, Come2gether / Aftershowparty, 16.10. Kammerphilharmonie, 17.10. Semesteranfangsparty THI, 18.10. Volkstanzabend Donaugau Trachtenverein, 21.10. Betriebsversammlung Postbank, Verleihung Kulturpreis (Mittelfoyer), 22.10. Liederabend Benjamin Appelt, 24.10. THI Veranstaltung, Benefizkonzert, Bläserphilharmonie Audi, 26.10. Konzert Kammerorchester, 27.10. Personalversammlung Stadt Ingolstadt, 28.10. Mittelstandsforum Raiffeisenbank, 29.10. Betriebsversammlung Raiffeisenbank, 31.10. Konzert Semino Rossi, 04.11. Jazztage Eröffnung, 05.11. Lisa Eckhart, 6.11. Michael Mittermeier, 07.11. Jazztage WDR Big Band & Elvis Castello, 8.11. Jazz meets Orchester, 13.11. Kammerphilharmonie, 15.11. Ungarischer Katalin Ball, 16.11. Herbstkonzert Symphonisches Salonorchester, 17.11. Pensionistentreffen Stadt Ingolstadt, 18.11. Rentnerversammlung IG Metall, 19.11. Mitgliederversammlung Haus- und Grundbesitzerverein, 21.11. Staatl. Armenisches Sinfonieorchester, 22.11. Abschlussball S+F Tanzschule, 23.11. Fleißer Preisverleihung (Mittelfoyer), 25.11. Betriebsversammlung Telekom, 26.11. Fachtagung JMD, Wohltätigkeitskonzert Bundeswehr, 27.11. Fachtagung JMD, Kabarett Eva Karl Faltermeier, 29.11. Zeugnisverleihung KU EI, Absolventenball IN-Kontakt, 30.11. Alain Frei, 01.12. All I want for Christmas, 02.12. Stille Nacht Weihnachtsmusical, 04.12. Kammerphilharmonie Konzert, 05./06.12. Abschlussball Tanzschule Fischer, 08.12. European Outdoor Filmtour, 09.12. Seniorenweihnachtsfeier, 10.12. L-O-V-E / Merry Christmas! Die schönsten Liebeslieder der letzten 100 Jahre, 11.12. Betriebsversammlung CARIAD, Tutti Tran Comedy, 13.12. Anna Loos & Jan Josef Liefers, 15.12. Weihnachtskonzert, Singer Pur, 17.12. Konzert mit voXXclub, 22.12. Hans Sigl Weiße Weihnacht, 26.12. Kindertheater Weihnachtsshow, 28.12. Die Eiskönigin, Show Magical Dreams, 30.12. The Best of Hans Zimmer Genuss im Chalet 19 UNSERE EVENTS MÄRZ – SEPTEMBER 2026 Geniessen – feiern – TAGEN Genießen Sie besondere kulinarische Highlights bei einem unserer Events – mit unserem Chefkoch Toni Fröschl, renommierten Gastköchen u.a. aus der Sternegastronomie und Top-Sommelier Gerhard Retter – in den liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten des Chalet 19 in Gaimersheim. Oder vereinbaren Sie einen Termin für Ihre Tagungen, Firmenveranstaltungen, Hochzeiten und allen privaten Feierlichkeiten. Im April haben Sie die einmalige Gelegenheit, sieben Weine eines der berühmtesten Weingüter der Welt zu verkosten: Romanée-Conti! Kässpätzle +. Dampfnudeln 6. MÄRZ 2026 Wiener . Schnitzel 19. MÄRZ 2026 Yannic . Stockhausen MITTAGS & ABENDS 3. APRIL 2026 Raritäten- . verkostung ROMANÉE-CONTI MIT GERHARD RETTER 18. APRIL 2026 Wiener . Schnitzel 23. APRIL 2026 Florian Vogel 25. APRIL 2026 UND 16. MAI 2026 Spargel 21. MAI 2026 Rinderfilet 18. JUNI 2026 Terrassenfest 27. JUNI 2026 Weinreise „Pfalz“ MIT GERHARD RETTER 3. JULI 2026 Florian Vogel 25. JULI 2026 Mary Anne . Peñaloza 1. AUGUST 2026 Bobby Bräuer 12. SEPTEMBER 2026 WWW.CHALET-19.DE/EVENTS CHALET 19 · DIESELSTR. 19 · 85080 GAIMERSHEIM +49 173 32 69 554 · www.CHALET-19.de KONZERTE, (ABSCHLUSS)BÄLLE, COMEDY & MEHR. ZUR VERANSCHAULICHUNG, WELCHER VERLUST AB 2027 DROHT: ALLE VERANSTALTUNGEN IM FESTSAAL IM LETZTEN JAHR. WOHIN DAMIT? Hinweis: Zahlreiche Proben haben wir aus Platzgründen aus der Liste gestrichen. Einige der Veranstaltungen fanden im Mittelfoyer statt (entsprechend gekennzeichnet). Auch das Foyer fällt flach, sobald die Sanierung beginnt.

28 espresso Sollte Kindern und Jugendlichen die Nutzung von TikTok, Snapchat, Instagram und Co. verboten werden? Seit Dezember dürfen Unter-16-Jährige in Australien keine Social-Media-Konten mehr besitzen. Viele Länder diskutieren nun ein ähnliches Eingreifen der Politik, auch in Deutschland nimmt die Debatte derzeit Fahrt auf. Die SPD schlägt ein vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren vor und eine „Jugendversion“ der Plattformen für unter 16-Jährige. Die CDU hat sich auf ihrem Bundesparteitag ebenfalls dafür ausgesprochen, ein Mindestalter von 14 Jahren für soziale Medien einzuführen. Der angenommene Antrag sieht auch für unter 16-Jährige ein besonderes Schutzbedürfnis im digitalen Raum. Wie ist die Forderung nach einem Social-Media-Verbot aus wissenschaftlicher Sicht zu bewerten? Darüber spricht Prof. Dr. Annika Sehl, Inhaberin des Lehrstuhls für Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Wie bewerten Sie aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht die Forderung nach einem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige? Ob ein solches Verbot Kinder und Jugendliche tatsächlich besser schützt, ist umstritten. Zielführender scheinen altersabhängige Beschränkungen und Mindestanforderungen an die Angebote. Denn denkbar ist sonst sogar das Gegenteil: Wenn junge Nutzerinnen und Nutzer bis 16 Jahre einfach ausgeschlossen werden, könnte der Jugendschutz für Plattformunternehmen an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig ist die Frage, ob und wie ein solches Verbot wirksam durchgesetzt werden kann, offen. Bereits aus juristischer Sicht ist die Umsetzung anspruchsvoll. Vor allem in der Praxis stellt sich die Herausforderung, ein Verbot so auszugestalten, dass es nicht einfach umgangen werden kann. Zudem würde durch ein Verbot die digitale soziale Teilhabe junger Menschen eingeschränkt und sie könnten keine altersgerechte Nutzung erlernen. Bei altersabhängigen Beschränkungen und Funktionsanforderungen an die Plattformen dagegen würde ein vollständiges Verbot nur bei einem niedrigeren Alter greifen. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina schlägt ein Verbot von Social-Media-Accounts für Kinder unter 13 Jahre vor und eine gesetzlich vorgeschriebene elterliche Zustimmung für 13- bis 15-Jährige. Sie plädiert gleichzeitig für eine altersgerechte Gestaltung sozialer Netzwerke für 13- bis 17-Jährige. Das heißt, bestimmte Anforderungen müssten erfüllt sein. Unter anderem wird empfohlen, bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren keine Push-Benachrichtigungen anzubieten oder endloses Scrollen zu verhindern. Auf diese Weise sollen Kinder vollständig geschützt werden und bei Jugendlichen die Risiken gesenkt werden, während digitale soziale Teilhabe trotzdem ermöglich wird. Auf einer übergeordneten Ebene stellt sich jedoch noch eine grundsätzlichere Frage: Wenn die Nutzung von Plattformen Risiken sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft mit sich bringt, sollte man dann junge Menschen ausschließen oder wäre es nicht zielführender, die digitale Umgebung insgesamt sicherer zu gestalten? Davon würden schließlich alle Nutzerinnen und Nutzer profitieren. Phänomene wie Desinformation oder Hassrede betreffen die Gesellschaft insgesamt. Hier setzt eine stärkere, allgemeinere Regulierung von Plattformunternehmen an. Erste Schritte in diese Richtung gibt es bereits auf europäischer Ebene. Welche Auswirkungen hat intensive Social-Media-Nutzung auf die psychische Gesundheit junger Menschen? Die Forschungslage ist derzeit noch vergleichsweise dünn. Die vorhandenen Studien deuten jedoch auf Zusammenhänge zwischen intensiver Nutzung sozialer Medien und psychischen Belastungen bei jungen Menschen hin. Auch darauf weist das Diskussionspapier der Leopoldina hin, das die Forschungslage zusammenträgt. Insbesondere eine sehr intensive oder suchtähnliche Nutzung steht in Zusammenhang mit dem psychischen, emotionalen und sozialen Wohlbefinden. So werden unter anderem depressive Verstimmungen, Journalistik-Professorin Annika Sehl zur Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen „Ein Verbot allein greift zu kurz“ Grafik: Adobe Stock / Jokiewalker

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