Ausgabejahr 26 | 04 - 2026 Kostenlos zum Mitnehmen
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9 Liebe Leserinnen und Leser, für diese Ausgabe haben wir Menschen an ihren Orten besucht. Wir waren in einer Moschee, in der Gemeinschaft gelebt wird. In einem modernen Haus, das zeigt, wie Architektur neue Wohnformen möglich macht. Zu Gast in einer ganz besonderen Villa, in der gute Geister die Geschichte eines Hauses bewahren und in der Werkstatt eines Künstlers, der in seiner Umgebung Inspiration findet. Jeder dieser Orte erzählt die Geschichte der Menschen, die ihn beleben. Unterschiedliche Räume, unterschiedliche Lebensentwürfe, unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man leben will und womit man sich identifiziert. Während wir mit unserem Zuhause ein Stück weit Sicherheit verbinden, haben wir auch einen Blick in den Alltag eines Kriminologen geworfen und gehen dem Thema Sicherheit auf die Spur. Manchmal ist ein Ort auch ein Gefühl. Gerade junge Menschen, die weit entfernt davon sind, sich durch ihr Einkommen ein Eigenheim leisten zu können, fragen sich heute: Welchen Platz haben wir in dieser Gesellschaft? Wie werden wir leben? Die Regierung hat momentan nicht viel parat. Klimaschutz wird ignoriert, die Belange junger Menschen werden hinten angestellt. Während über Wehrpflicht gesprochen wird und von ihnen erwartet wird, ihr Land zu verteidigen, gilt ein finanzielles Opfer der Reichen als unzumutbar. Diese Logik empfinden viele als ungerecht. Und sie sagen es öffentlich. Ein Schüler hielt kürzlich bei einer Demonstration gegen den Wehrdienst ein Schild hoch: „Merz, leck Eier.“ Der junge Mann wurde von der Polizei aus der Demo gezogen. Das Bild verbreitete sich schnell im Netz unter dem Hashtag #merzleckeier. Auch Prominente solidarisierten sich. Und plötzlich sagen alle: "Merz, leck Eier!" Es gibt sogar eine eigene Instagram-Page dafür und #merzleckeier-FanArtikel. Warum wir das trotzdem nicht sagen sollten? - Na weil Friedrich Merz doch auch nie jemanden beleidigen würde. Auf unserem Cover ist also ganz sicher nicht Friedrich Merz zu sehen. KI macht manchmal einfach wilde Sachen. Und solange gegen einen 18-Jährigen wegen übler Nachrede und Verleumdung aufgrund eines Pappschildes vorgangen wird und nicht gegen einen Steuerverschwender Spahn oder gegen eine Reiche, die unsere Zukunft verkauft hat, ist die Welt auf jeden Fall in Ordnung. So in Ordnung, dass ich mir abends gerne Horror-Filme anschaue, um gut einschlafen zu können: "Zurück ins Zeitalter der Kernenergie", "Hightech-Verbrenner of the Galaxy", "Union und AfD voll verliebt", "Die Buchhändlerverfolgung", "Angriff auf die Killer-NGOs", "World War lll" usw. Zum Glück alles nur Filme. Aber eines habe ich daraus mitgenommen: Ein Einzelner ist angreifbar, aber wenn Zehntausende dieselbe Wut teilen, entsteht eine Gemeinschaft oder vielleicht sogar eine neue Generation, die sich nicht alles gefallen lässt. Am 8. Mai ist der nächste Schulstreik, auch in Ingolstadt, gegen die Wehrpflicht. Und wer jetzt sagt, "Wir brauchen doch eine wehrhafte Bundeswehr" - der schaut sich am besten mal das Video vom Kanzler-Besuch in China an - kämpfende Roboterarmeen, gute Nacht! Auf den folgenden Seiten kommt die Jugend zu Wort. Und sonst geht es - bis auf den ein oder anderen Brandmauer-Skandal - weiter mit friedlichen Orten und zuversichtlichen Menschen. Stefanie Herker, Chefredakteurin EVELIN RAFFALT MEDIENBERATERIN 0841/ 9812401 - 40 / MOBIL: 0172/8533599 raffalt@espresso-mediengruppe.in SEBASTIAN BIRKL SONJA MELZER teamespresso editorial Outfit von Retzlaff Moden, Ingolstädter Straße 27 & 29, Pfaffenhofen Tel. 08441 84887 Mail: retzlaff.moden@online.de Instagram @retzlaff_moden Stefanie Herker Foto: www.thorstenbrieger.com Ausgabejahr 26 | 04 - 2026 Kostenlos zum Mitnehmen
10 espresso Die Gymnasiasten Benno, Maxi, Vincent und der Student Frizi sind teil von @schulstreik_ingolstadt . Fotos und Interview: Stefanie Herker Schulstreik gegen Wehrpflicht - so nennt sich eine neue deutschlandweite Initiative. In einzelnen Großstädten wurde bereits demonstriert, so wie man es beispielsweise von der Fridays-for-Future-Bewegung kannte. Hintergrund ist das neue Wehrdienstgesetz, das Anfang des Jahres in Deutschland in Kraft getreten ist. Ziel der Reform ist es, die Verteidigungsfähigkeit durch einen attraktiven, freiwilligen Dienst zu stärken. Zentrale Elemente sind eine digitale Erfassung mittels Fragebogen für alle 18-Jährigen sowie verpflichtende Musterungen für Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008, die ab Juli 2027 eingeführt werden sollen. Langfristig plant die Bundesregierung, die Bundeswehr deutlich auszubauen: Bis 2035 sollen mehr als 260.000 aktive Soldat:innen sowie rund 200.000 Reservist:innen zur Verfügung stehen. (Quelle: Bundesregierung). Angesichts der realen Bedrohungslage kritisieren jetzt vor allem junge Menschen die unzureichende Kommunikation der Regierung mit den "Betroffenen" selbst. "Niemand redet mit uns. Niemand will wissen, was wir dazu denken. Es sind unsere Leben, über die sie diskutieren und bestimmen wollen!" - Zitate wie diese findet man auf der offiziellen Seite von @schulstreikgegenwehrpflicht auf Instagram. Auch in Ingolstadt hat sich ein Komitee aus Schüler:innen und Student:innen geformt. Wir haben mit vier von ihnen gesprochen. Maxi, Benno und Vincent sind Schüler des Reuchlin Gymnasiums, Frizi studiert in Eichstätt. Der nächste Streik gegen die Wehrpflicht findet am 8. Mai 2026 deutschlandweit statt - auch in Ingolstadt. Jungs und Mädchen und natürlich auch Erwachsene sind gleichermaßen willkommen. Foto: privat
11 espresso ORTE DES WIDERSTANDS WENN JUNGE MENSCHEN FÜR IHRE ZUKUNFT AUF DIE STRASSE GEHEN Ihr habt eine Protestbewegung gegen den Wehrdienst nun auch erstmals in Ingolstadt angestoßen. Was hat euch den Mut gegeben, öffentlich aufzustehen? Benno: Es ist notwendig. Zum einen der Menschen wegen, denen die Zukunftsperspektive und Selbstbestimmung genommen wird, andererseits weil wir aus einer historischen Perspektive genau wissen, was für ein unglaubliches Leid überall auf der Welt ein hochgerüsteter Westen bedeutet. Maxi: Ein Streik ist essenziell, um Aufmerksamkeit auf die Probleme zu lenken. Vincent: Gegen die Wehrpflicht zu sein, ist für mich keine neue Einstellung. Mein Leben hat für mich oberste Priorität. Frizi: Für uns ist das keine Frage von Mut, sondern eine Frage der Notwendigkeit. Es wird Tag für Tag von der Regierung gegen unser Interesse entschieden und deswegen ist es die einzige logische Schlussfolgerung, sich kollektiv zu organisieren und sich dagegen zu wehren. Wenn wir in Zukunft verpflichtet werden sollen, ist es wichtig, ein Netzwerk zu haben, in Form eines Komitees, um wehrhaft zu sein. Kritiker werfen jungen Menschen vor, die Schulpflicht zu vernachlässigen, verantwortungslos zu handeln, wenn sie nicht in den Unterricht gehen. Was sagen eure Eltern und was sagen eure Lehrkräfte des Reuchlin Gymnasiums? Benno: Eltern und Lehrkräfte haben nicht einheitliche Meinungen. Aber es ist egal, was sie sagen. In der Frage warum und wofür bzw. wogegen wir streiten, geht es um inhaltliche Argumente, nicht darum, wer diese vorbringt. Maxi: Meine Mutter ist ebenfalls gegen die Wehrpflicht und unterstützt meine Ansichten und meine Vorgehensweise. Vincent: Meine Eltern sind in Bezug auf Wehrpflicht der selben Meinung. Sie finden es auch gut, dass ich mich politisch einsetze. Meine Lehrer - zumindest die, mit denen ich darüber geredet habe - finden es legitim bis richtig, dass ich bei den Schulstreiks mitmache. Sie sind aber eher für die Wehrpflicht. Frizi: Schulstreiks sind nicht verantwortungslos. Wir setzen uns ja gerade dafür ein, Verantwortung für unsere Zukunft zu übernehmen und selbst den Weg bestimmen zu können, den wir dafür gehen wollen. Junge Menschen werden systematisch von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Menschen, die nicht wählen dürfen (auf Bundesebene), die sich nicht aussuchen, unter welchen politischen Rahmenbedingungen sie leben können, sollen zukünftig verpflichtet werden, im Notfall auch zu sterben. Es ist deshalb unglaublich wichtig, dass die Versammlungsfreiheit gewahrt wird und auch von jungen Menschen genutzt werden kann, um ein Zeichen zu setzen, auch wenn das ein paar alten Menschen und den Schulleitungen nicht passt - die Zukunft gehört uns! Ältere Menschen sagen oft „Die Bundeswehr hat noch keinem geschadet!“ – Wie denkt ihr darüber? Benno: Das Gegenteil ist korrekt. Um ein guter Soldat für den Kriegsfall zu werden, das heißt, auf Befehl beliebig viele Menschen ermorden zu können, müssen Menschen, die aus einer Gesellschaft kommen, in der Töten das größte Übel ist, emotional gebrochen werden. Außerdem ist der Wehrdienst ein riesiger Einschnitt in das Leben junger Menschen, da man ein Jahr oder noch mehr für nichts und wieder nichts vergeudet. Und das ist nur die Perspektive derer, die das Gewehr halten. Natürlich bedeutet die Bundeswehr einen lebensbeendenden Schaden für alle am anderen Ende des Gewehrlaufs. Maxi: Die Bundeswehr schadet nicht der Einzelperson, sondern der Sicherheit unseres gesamten Volkes. Die Aufrüstung steht immer in direkter Verbindung zu der Aufrüstung in anderen Ländern, was die Grundstimmung kriegerischer macht. Es macht ein Ausarten der militärischen Kräfte wahrscheinlicher. Vincent: Alle älteren Menschen, die das sagen, haben ja auch nicht im Krieg gekämpft, sondern halt die Ausbildung gemacht und dann mit ihrem Leben weitergemacht. Das steht für uns hier aber leider eher nicht in Aussicht. Zudem bringt es uns in diesen Teufelskreis der Aufrüstung. Frizi: Schauen Sie sich mal die Menschen an, die in Auslandseinsätzen und Kriegen waren, das hat den Menschen definitiv geschadet, sowohl psychisch als auch physisch. GG Art. 12 a besagt, dass niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden kann. Im Kriegsfall müssten Verweigerer zwischen 18 und 60 Jahren einen alternativen Einsatz im Rettungsdienst, Krankenhaus, etc. antreten. Ist das ein fairer Deal? Oder habt ihr Zweifel daran, dass es dabei bleibt? Benno: Das ist kein fairer Deal. Warum sollten wir irgendeinen Finger krumm machen für einen Staat, dessen Interessen sich diametral zu denen der Arbeiter verhalten? Und natürlich wird es dabei nicht bleiben. Die Bundesregierung hat bereits mehrfach angekündigt, das Grundgesetz zu ändern oder zu missachten, wie es in der Flüchtlingspolitik bereits heute geschieht, um ihre Ziele durchzusetzen. Maxi: An sich ist nichts dagegen einzuwenden, etwas für seinen Staat zu tun, aber gerade durch diese alternativen Einsätze, könnte dem Personal in diesen Bereichen der Lohn massiv gekürzt werden - wegen dem Überschuss an unbezahlten Arbeitskräften. Des Weiteren bezweifle ich, dass, falls es zu einem Notstand kommen würde,
12 espresso die Regierung es allen freistellen würde, zwischen Waffe und Ersatzdienst zu wählen. Vincent: Wenn der Artikel so in Zukunft immer befolgt würde, wäre das gut, aber im Anblick der Ukraine und den USA, wo andere Rechte momentan extrem misshandelt werden, bin ich mir da nicht so sicher. Frizi: Wenn Krieg herrscht, wird es keine Entscheidung mehr geben. Das sieht man ja jetzt gerade in Russland und der Ukraine, wo junge Männer durch die Feldjäger an die Front gezerrt werden. Wenn ihr hört wie viel Geld in die Aufrüstung fließt, was löst das emotional bei euch aus? Benno: Zunächst Empörung. Jahrelang hat der Staat sinngemäß gesagt, er könne seinem Volk nichts Gutes tun, da ihm das Geld fehlt. Aber sobald es darum geht, allen Arbeitern weltweit zu schaden, ist Geld in Massen da. Offensichtlich hat der Staat kein Interesse daran, dass die Menschen ein würdiges Leben führen. Maxi: Mich macht es besonders wütend, vor allem, wenn Rentner meinen, mir erklären zu müssen, wie gut wir es doch in Deutschland mit unserem Bildungssystem haben. Die Leute mit der wenigsten Ahnung schreien immer am lautesten. Es mangelt uns an Büchern, an Lehrern, an Renovierungsgeldern, an Geldern für Kultureinrichtungen und vieles mehr. Das Geld dann noch für die Bundeswehr in diesen Maßen aus dem Fenster zu werfen, ist mehr als eine Frechheit. Vincent: Ich bin jetzt nicht ein allzu emotionaler Mensch, aber wenn ich darüber nachdenke, was man mit dem Militärbudget der ganzen Länder inklusive Deutschland machen könnte, werde ich wirklich wütend. Es wird einfach Leidminderung durch Leidvergrößerung eingetauscht - ich werde es nie verstehen. Frizi: Egal wo man hinschaut, es fehlt überall dort an Geld, wo es um die tatsächliche Lebensqualität der Menschen geht und besonders im sozialen Bereich. Das Bürgergeld wird immer weiter gestrichen, die Leistungen für Asylbewerber*innen sollen weiter eingeschränkt werden u.a. durch die Streichung von Sprachkursen und Beratungsangeboten. Das Geld für Kultur und Bildung ist anscheinend auch nicht da. Es wird von allen Seiten auf uns gespuckt. Uns wird gesagt, wir müssen den Gürtel enger schnallen. Während mal eben so nebenbei Sondervermögen an die Bundeswehr verteilt werden. Das macht uns wütend und führt uns wieder einmal vor Augen, dass der Staat nicht in unserem Interesse agiert. Eine Regierung, die Geld für Aufrüstung hat, nicht aber die Sorgen der Menschen des eigenen Landes wahrnimmt, spielt der AfD in die Karten. Spürt ihr einen Rechtsruck in der Schule? Und habt ihr das Gefühl, die Demokratie ist bereits in großer Gefahr? Benno: Der Rechtsruck ist in allen Lebensbereichen spürbar, weil das Fenster des Sagbaren generell verschoben wird. Natürlich ist das in der Schule auch zu spüren. Demokratie bedeutet Herrschaft des Volkes. Der Wille der Mehrheit soll also umgesetzt werden. Das macht seit Jahrzehnten rein statistisch gesehen keine der Parteien. Um die Demokratie in Gefahr zu bringen, brauchen wir die AfD nicht. Schwarz-rot reicht völlig. Maxi: Ich spüre vor allem, dass immer weniger Leute für Politik Interesse zeigen und das macht mir fast noch mehr Angst als der Rechtsruck. Vincent: Ja, unsere Demokratie ist stark von der AfD bedroht. Man merkt es immer wieder. Man redet mit Leuten im eigenen Alter und dann kommt sowas in der Art von "Also eigentlich bin ich ja gegen die AfD" oder "Ich bin ja nicht ausländerfeindlich, aber..." - Es kotzt mich an, weil es einfach an Bildung und Wohlstand fehlt, zu der wir Zugang haben. Frizi: Der Rechtsruck ist in jeder Partei wahrzunehmen, weil sich unser System in einer Krise befindet und autoritäre Politik notwendig wird, um den Status quo zu erhalten und mögliche Protestwellen zu unterdrücken. Ihr hattet auch schon Besuch von einem CSU-Politiker aus dem Bundestag in der Schule. Wie fühlt es sich für euch an, wenn militärische Themen in euren Schulalltag gepackt werden? Benno: Als Antimilitaristen finden wir Militär an den Schulen erschreckend. Reinhard Brandls Besuch hingegen war recht amüsant. Zwar sind seine stark rechten Inhalte erschreckend, aber Brandl als Person konnte ich nicht ernst nehmen. Mit Aussagen wie „Uns fehlen halt die Bagger für den Internetausbau“ oder „Es gibt ja auch Menschen, die in den Bundestag gehen, nur um zu koksen“ sorgt er gelegentlich für Lacher. Das Traurige ist nur, dass er sie ernst meint und im Bundestag für eine Regierungspartei sitzt. Maxi: Der Besuch war ein scheinheiliger Versuch uns über die „Vorteile“ eines Beitritts in die Bundeswehr aufzuklären. Als man Herrn Brandl genauere Fragen zu unserer aktuellen politischen Lage stellte, wich dieser aus und beantwortete keine von ihnen vollständig. Sich auf diese Art und Weise vor uns zu stellen und dann zu erwarten, dass die Jugend für diesen Staat seinen Kopf im Militär hinhält, ist an Naivität wirklich nicht zu überbieten. Vincent: Das war ehrlich gesagt nicht wirklich schlimm. Ich hab mir zwar noch meinen Teil extra dazu gedacht aber insgesamt wurde Herr Dr. Brandl nicht wirklich ernst genommen von den meisten, da er sich selber mehrmals widersprochen hatte und auch offensichtlich allen kritischen Fragen ausgewichen ist. Aber das ursprüngliche Ziel, also uns der Bundeswehr vertrauter zu machen, finde ich höchst kritisch, da es einfach nicht mein Werteverständnis ist, gegen andere Menschen bis zum Tod zu kämpfen. Frizi: Wir sollen nicht gegen die Wehrpflicht demonstrieren, aber der neutrale Ort Schule wird immer wieder von der Bundeswehr besucht und wir müssen uns davon beschallen lassen. Außerhalb der Schulen, zum Beispiel an Universitäten wie der THI, sieht man außerdem vermehrt, dass Studierende immer mehr im Bereich des Militärs und Waffenentwicklung erforschen. Unsere Schulen und Hochschulen sind nicht neutral, sondern tragen die Staatsräson und in diesem Sinne auch die Aufrüstung, deshalb ist es selbstverständlich - vor allem im Bezug auf die Versammlungsfreiheit - sich dagegen aufzulehnen. Friedrich Merz sagte, er will die stärkste Armee Europas aufbauen. Immer wieder hört man Sätze wie „Ohne eine starke Ar-
espresso 13 mee gibt es keine Sicherheit.“ Oder: „Wer soll denn sonst das Land verteidigen?“ Was ist die Alternative in dieser rauen Zeit? Was würdet ihr anders machen? Benno: Aus staatlicher Perspektive macht dieser Militarismus durchaus Sinn, um seine Interessen durchzusetzen. Wäre ich Kanzler, würde ich nicht viel anders machen. Nur sind wir nicht der Staat. Und wir teilen auch nicht seine Interessen. Wir sind die, die sprichwörtlich für die Interessen des Staates unter den Bus geworfen werden. Maxi: Falls Herr Merz meint, man könne ein Problem nur durch Gewaltbereitschaft beseitigen, irrt er sich gewaltig: Meiner Meinung nach wäre vieles durch Diplomatie regelbar. Vincent: Das Land bin nicht ich, ich stimme nicht mit ihm überein und mein eigenes Leben gebe ich schon mal per se nicht her. Allen, denen es das doch wert ist, können gerne Deutschland verteidigen. Ich jedenfalls nicht, ich bin im Zweifelsfall hier weg. Zudem: Aufrüstung führt zu mehr Aufrüstung. Frizi: Sicherheit gibt es, wenn alle Menschen gleichermaßen profitieren und nicht eine reiche kapitalistische Klasse den Großteil des Profits für sich einheimst. Wir wollen nicht für Milliardäre kämpfen, die immer mehr Unheil über die Welt bringen. Wir werden nicht auf andere Schüler/Studierende/Arbeiter aus anderen Ländern schießen, denn sie haben dasselbe Interesse wie wir, der Hauptfeind steht wo anders. Wir wollen eine andere Wirtschaftsform, in der endlose Kapitalakkumulation nicht mehr möglich ist und wir darüber entscheiden, was in welchen Mengen produziert wird. Außerdem müssen wir alles mehr global denken. Es mag sein, dass wir dann Sicherheit und Wohlstand haben, wenn wir aufrüsten, aber zu welchen Kosten? Sicherheit entsteht, wenn niemand in Hunger und ständiger Angst leben muss, egal in welches Land das Glücksspiel der Geburt ihn oder sie verschlagen hat. Was wollt ihr den Politikern sagen, die behaupten, Wehrpflicht sei notwendig für die Sicherheit des Landes? Benno: Kann ja gut sein. Was hat das mit mir zu tun? In welchen Rahmen wir selbstbestimmt entscheiden können, entscheidet der Staat, in dem wir leben. Aber um überhaupt entscheiden zu können, müssen wir leben. Kein Staat und kein Land darf sich auf uns verlassen, vor allem nicht im Kriegsfall. Maxi: Ich teile seine Meinung in keinem Fall und bin nicht bereit für ihn in einem Schützengraben zu sterben. Vincent: Denen kann man doch eh nichts mehr sagen, die wollen nur ihre große, gehörige Armee. Wenn sie aber eben nicht von Rüstungsfirmen kontrolliert und wie normale Menschen reden würden, würde ich vermutlich einfach fragen, ob sie Kinder haben. Es war unvorhersehbar, dass vor allem Trump so ausartet, aber man muss das Beste draus machen, also so weit weg vom Krieg, wie nur möglich. Frizi: Leckt Eier ! Lasst die hohen Herren sich selber schlagen – Söder und Co. in den Schützengraben. Was möchtet ihr anderen jungen Menschen sagen, die sich gerade unsicher fühlen? Benno: Noch seid ihr sicher. Wenn der Staat das nicht mehr möchte, seid ihr es nicht. Will der Staat euch im Militär, verweigert und flieht. Die einzige Taktik, um möglichst viele Leben im Krieg zu retten, ist den Krieg nicht zu führen, ist aufzugeben. Maxi: Die einzige Möglichkeit ist dem System Widerstand zu leisten und sich nicht mundtot machen zu lassen. Vincent: Der Kapitalismus muss weg, dann denken die Menschen vernünftig, dann hören Kriege für Geld, Land und Macht auf. Frizi: Die Zukunft gehört uns, traut euch aufzustehen, traut euch eure Meinung zu sagen und lasst euch nicht von den alten Menschen verunsichern und einschüchtern. Es ist unglaublich wichtig, sich zu organisieren und gemeinsam für eine bessere Welt zu kämpfen, es ist möglich. Orte wie die Schule müssen wieder als politische Orte verstanden werden, an denen man sich aktiv weiterbildet und sich mit seinen Mitschüler*innen politisch austauscht und diskutiert. Auf dem Laufenden bleiben: Instagram @schulstreik_ingolstadt Fühlen sich von der Politik verraten: Vincent (17), Maxi (18), Frizi (21) und Benno (19), sprechen für viele andere junge Männer in ihrem Alter.
26 espresso Das Haus der guten Geister Fotos: Stefanie Herker
15 espresso QUALITÄT SEIT MEHR ALS 50 JAHREN VON STEFANIE HERKER In dem Haus am Rand von Vohburg fällt das Licht durch eine große Fensterfront ins Wohnzimmer. Genau dort, am Fenster, stand früher die Staffelei von Hermann Maria Schneider. Ölfarben, Pinsel, Leinwände – hier hat er gearbeitet. Heute hängen seine Bilder noch immer an den Wänden, und auch seine Skulpturen stehen überall im Haus verteilt. Für Susanne Ehrnthaler sind sie mehr als nur Erinnerungsstücke. „Die Werke meines Vaters erfüllen das Haus wie ein guter Geist“, sagt sie. Susanne Ehrnthaler, Vorsitzende des Presseclubs Ingolstadt, wurde 1954 in München geboren und wuchs in Schwabing auf – damals ein Viertel, das noch stark vom Geist der Künstler und Bohemiens geprägt war. Ihre Eltern gehörten dazu. Der Vater, Hermann Maria Schneider, war Goldschmiedemeister und fertigte in der Nachkriegszeit Schmuck, unter anderem für amerikanische Soldaten. Mutter Anny arbeitete für berühmte Modefotografen als Fotomodell. „Meine Eltern waren Freigeister“, erinnert sich Ehrnthaler. In ihrem Haus in Schwabing wurde getanzt, gefeiert, improvisiert. „Ich sehe noch vor mir, wie Flamenco auf den Tischen getanzt wurde.“ Sie war noch ein Kind, aber es sei immer etwas los gewesen, erzählt sie. Als Susanne 15 Jahre alt war, änderte sich das Leben der Familie. Der Vater bekam eine Stelle als Werklehrer an der Schule in Vohburg, die Mutter arbeitete als Kindergärtnerin im Ort. Die Familie zog aus dem Münchner Künstlerviertel an die Donau. "Ich weiß noch gut, wie verblüfft der Hausmeister der Schule, Michael Biermeier, meine Eltern beim ersten Treffen ansah. Meine Mutter hatte eine Frisur, die der von Marge Simpson ähnelte, mein Vater hatte einen Schnurrbart, beide waren sie sehr extravagant", schmunzelt Ehrnthaler.
28 espresso
17 espresso Christian Hohenleitner GmbH Preysingstraße 32 · 85283 Wolnzach Tel. 0 84 42 - 39 44 · mail@hohenleitner.de www.hohenleitner.de Bodenbeläge Gardinen Sonnenschutz Polsterwerkstätte Insektenschutz Accessoires Ihr Vater unterrichtete nicht nur an der Schule, sondern auch an der Volkshochschule in Pfaffenhofen. Seine pädagogische Haltung war ungewöhnlich für die Zeit. Er wollte seine Schüler stärken, ihnen Verantwortung übertragen. „Mein Vater hat den Schülern immer Aufgaben zum Empowern gegeben“, sagt Susanne Ehrnthaler. Einmal übergab er einem besonders lauten Schüler kurzerhand die Verantwortung für die ganze Klasse. „Das hat funktioniert.“ Seine Leitsätze gab er auch seiner Tochter mit auf den Weg: „Unterschätze nie einen Menschen, du weißt nicht, was in ihm vorgeht.“ Und: „Egal, was du machst – sei kreativ.“ Das Haus in Vohburg konzipierte Schneider selbst. 1979 entstand ein Gebäude, das Licht und Raum bewusst einbezog. Große Fensterflächen, offene Bereiche, viel Platz für Kunst. In den 1980er-Jahren entdeckte er eine neue Leidenschaft: Skulpturen. Bald standen sie überall im Haus. Große, teilweise monumentale Figuren aus Keramik, die er in einem eigenen Brennofen herstellte. Nach dem Brennen setzte er die einzelnen Teile mit großer Sorgfalt zusammen. Glasiert oder bemalt hat er sie nie. Neben der Bildhauerei arbeitete er weiterhin mit Öl- und Seidenfarben. Seine Werke prägen bis heute das Haus. Seine Frau bewahrte dieses Lebenswerk. Bis zu ihrem Tod blieb sie hier, zwischen Bildern und Skulpturen. Die Ehe der beiden dauerte 76 Jahre. „Sie haben sich geliebt bis zum Schluss“, sagt Susanne Ehrnthaler, die ihre Mutter die letzten Jahre ihres Lebens pflegte. Die Mutter wurde 99 Jahre alt, der Vater 102. Wenn Ehrnthaler über ihre Eltern spricht, klingt Bewunderung mit. „Sie haben alles mit einem Schwung so leicht hingebracht“, sagt sie. Susanne Ehrnthaler bezeichnet sich selbst als neugieriger Mensch. „Ich wollte immer Neues entdecken - Segeln, Fechten, Reisen.“ Im Corona-Lockdown verwirklichte sie zudem ihre Idee von einem eigenen Brotbackofen im Garten - samt Kupferkuppel.
18 espresso Das Haus selbst hat sich im Laufe der Zeit verändert. Früher wurde es mit Öl beheizt, unter den Fliesen liegt noch immer die alte Fußbodenheizung. "Nur deswegen habe ich die Fliesen nicht herausgerissen", lacht die Hausherrin. Als Susanne Ehrnthaler 2019 nach ihrer Arbeit als Pressesprecherin der Gunvor Raffinerie Ingolstadt in den Ruhestand ging, investierte sie ihre Ersparnisse in eine umfassende Modernisierung. Das Dach wurde isoliert, eine Photovoltaikanlage installiert, dazu eine Wärmepumpe. Heute versorgt sich das Haus weitgehend selbst mit Energie. Die große Fensterfront, die ihr Vater so liebte, hat sie inzwischen mit automatischen Markisen ausgestattet. Im Inneren fällt auf, dass sich bestimmte Farben immer wiederholen: Grüntöne, Gold, warme Akzente in Küche und Bad. „In den eigenen vier Wänden darf Farbe nicht zu kurz kommen“, sagt sie. So ist das Haus in Vohburg bis heute ein Ort geblieben, an dem Vergangenheit und Gegenwart ineinander greifen: die Kunst des Vaters, die Erinnerungen an eine besondere Familie – und ein Gebäude, das sich weiterentwickelt hat, ohne seinen Charakter zu verlieren. 1 Das Schlafzimmer des Hauses 2 Obstschale im Esszimmer 3 Die Gartenfee - auch ein Kunstwerk des Vaters. 4 Das Badezimmer 5 Der Pfau wacht im Eingangsbereich.
2 Anzeige espresso 1 Badezimmer im Stadl - das Feld aus Glasbausteinen ersetzt ein ehemaliges Garagentor. Dahinter liegt der Innenhof 2 Empore mit rotem Sofa 3 Historisches Treppenhaus: Die originale Lärchenholztreppe wurde erhalten 4 Außenansicht Südseite vor der Sanierung. Das Garagentor wurde rückgebaut
20 espresso YAKAMOZ Yakamoz ist ein türkisches Wort, das 2007 zum „schönsten Wort der Welt“ gewählt wurde. Es beschreibt poetisch das Glitzern, Schimmern oder die Widerspiegelung des Mondlichts auf einer Wasseroberfläche. Das Wort hat griechische Wurzeln und bezeichnet auch das Phänomen des Meeresleuchtens. Fotos und Text: Stefanie Herker
21 espresso EIN ORT VOLLER LEBEN EIN BESUCH IN DER MOSCHEE PFAFFENHOFEN WÄHREND DES RAMADAN VON STEFANIE HERKER Meerblau ist der Teppich in der Moschee in Pfaffenhofen. Temel Can versinkt darin zum Gebet. Streng gläubig ist er nicht. Freitags geht er dennoch gerne in die Moschee in der Hohenwarter Straße. Seine Eltern kamen in den 70er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. "Mein Vater hat damals Straßen gebaut, ich möchte jetzt Brücken bauen", sagt der Industriemeister, der sich in Pfaffenhofen mit seiner Familie "unglaublich wohl" fühlt und Pfaffenhofen etwas zurückgeben möchte. Er engagiert sich politisch bei der SPD und ist Jugendfußballtrainer. Heute führt er mich durch die Moschee. Eine Holztreppe führt auf das Podest. Frauen beten oben, hinter den Männern, die Männer unten – eine Aufteilung, die hier zum Alltag gehört. "Die Männer sollen schlicht nicht abgelenkt werden", schmunzelt Temel. Der Raum wirkt wie aus 1001 Nacht. Goldene Elemente, schimmernde Lichter und der große Kronleuchter verleihen ihm etwas Besonderes. Und auch an die Kleinsten wurde gedacht: Eine kleine Spielküche, damit es den Kindern während des Gebets nicht langweilig wird. Doch diese Moschee ist mehr als ein Ort des Gebets. Temel Can aus Pfaffenhofen ist Teil der Türkisch Islamischen Gemeinde (DiTiB) in Pfaffenhofen. Der Verein wurde 1988 gegründet und bekam 1992 zunächst einen Raum in der Kellerstraße als Gebetsraum und Ort für soziale und kulturelle Projekte zur Verfügung gestellt. Seit 2015 hat Pfaffenhofen eine eigene Moschee mit angegliedertem Gemeindezentrum in der Hohenwarter Straße, in der Muslime ihre Religion praktizieren können und auch andere Religionen herzlich willkommen sind. Der Verein engagiert sich darüber hinaus in den Bereichen Jugend-, Senioren- und Integrationsarbeit. Momentan leben rund 900 türkischstämmige Mitbürger in Pfaffenhofen, die Hälfte davon ist eingebürgert. Bürgermeister Thomas Herker spricht über DiTiB von einer "Bilderbuch-Gemeinde". "Ich liebe an Pfaffenhofen die Mischung aus Heimatgefühl, Gemeinschaft und Vielfalt."
22 espresso „Hoş geldin“ Sie ist eine Begegnungsstätte. Die Türen stehen offen für alle. Hier ist jeder willkommen. Finanziert wurde die Moschee durch Spenden und Eigenleistung und einen Kredit – ausschließlich getragen von der Türkisch Islamischen Gemeinde selbst. "Die Stadt musste dafür keinen Cent bezahlen", betont Bürgermeister Herker. Während des Ramadan verändert sich die Atmosphäre noch einmal. Wenn die Sonne untergeht, beginnt das Fastenbrechen. Ein Stockwerk tiefer wird es lebendig. Ehrenamtliche bereiten täglich ein Menü vor: Salat, Suppe, Reis, Geschnetzeltes – und oft Baklava zum Abschluss. Im Flur hängt eine Liste. Wer möchte, kann sich eintragen und das Essen für alle bezahlen. Wer nichts geben kann, ist trotzdem willkommen. „Hoş geldin“ ist türkisch und heißt nicht etwa Geld her, sondern Willkommen! Nach dem Gebet füllen sich die Räume. Fotos: Stefanie Herker
Anzeige espresso 2 DAS WILDE LÄSST SICH KURZ BERÜHREN, OHNE GEZÄHMT ZU WERDEN. Mehr auf www.ditib-pfaffenhofen.de Wer möchte, kann auch eine Führung durch die Moschee buchen. Mail info@ditib-pfaffenhofen.de Gespräche entstehen, Menschen rücken zusammen. Familie, Freunde, Nachbarn – und auch Fremde sitzen gemeinsam am Tisch. Der Ort verändert sich. Aus einem Gebäude wird ein Treffpunkt. In einem gerade noch leeren Raum duftet es jetzt nach Kümmel, Minze und Gemeinschaft. Pünktlich um 18.30 Uhr wird mit dem Essen begonnen. Alle gemeinsam. Die Moschee in Pfaffenhofen zeigt, was ein Ort, der manchen fremd erscheinen mag, auch sein kann: Ein Haus, das bereit ist, Menschen aller Kulturen zu verbinden. Oder, wie Temel es sagt: Egal ob man „Merhaba“, „Ciao“ oder „Servus“ sagt – am Ende sind wir alle Menschen.
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25 espresso "Sicherheiten, Routinen, der Komfort eines geregelten Lebens – all das gibt uns das Gefühl von Kontrolle. Doch ist es nicht genau diese Kontrolle, die uns lähmt? Wir haben uns daran gewöhnt, unser Leben in festen Bahnen zu führen, ohne je zu hinterfragen, wohin diese Bahnen uns eigentlich führen. Wer sind wir wirklich, wenn wir alles loslassen?", schreibt der Obereichstätter Künstler Sebastian M. F. Anzinger auf seiner Webseite. Darin liegt etwas autobiografisches. Denn: Anzinger weiß, was ein radikaler Bruch mit dem vermeintlich "Sicheren" bedeutet. Der gelernte Metallbauer ließ eine Anstellung bei Audi hinter sich und verschrieb sich ganz der Kunst. Für ihn kein Sprung ins Ungewisse, "sondern eine Befreiung". Aufgewachsen ist Anzinger in München. Stationen in Raitenbuch, Eichstätt und schließlich Ober- eichstätt folgten. Dort lebt er seit wenigen Jahren in einem kleinen Häuschen. Für Anzinger war der radikale Bruch der finale Schritt einer Sinnsuche. Einen Sinn fand er schließlich in der Kunst. Und plötzlich machte auch die Vergangenheit wieder Sinn. In Obereichstätt kam er zwangsläufig mit Stahlkünstler Alf Lechner in Berührung. Der Metallbauer Anzinger fertigt nun selbst große Stahlarbeiten - nutzt dafür zum Teil sogar das Werkzeug Lechners. Die Sinnsuche soll nicht beim Künstler enden, sondern sich auf die Betrachter seiner Kunst übertragen: Für mich ist Kunst nicht in erster Linie Dekoration, sondern ein Impuls, der Räume verändert - und damit auch die Menschen, die darin leben. Ich arbeite mit unterschiedlichen Materialien und Techniken, weil jedes Medium eine eigene energetische Qualität besitzt, die in Innenräumen spürbar werden kann. In meinen keramischen Arbeiten interessiert mich das Ursprüngliche: Ton als lebendiges, formbares Material, das etwas Rohes in den Raum bringt. Stahl hingegen ist für mich ein Material der Gegensätze – hart, widerständig und gleichzeitig voller Bewegung und Verletzlichkeit. In der Malerei bewege ich mich zwischen Acryl und Öl; beide Techniken erlauben mir unterschiedliche Zugänge zu Emotion, Dynamik, Chaos und Ruhe. Die digitalen Werke entstehen aus dem Wunsch, klassische künstlerische Inhalte mit zeitgenössischen Mitteln zu verbinden und neue visuelle Ebenen zu erschließen. - Sebastian M. F. Anzinger Ohne Titel (1 & 2) 2025, ca 32×32 cm,- Gips, Acryl, konkav, gerahmt "Meine Kunst ist kein Konsumgut. Sie fordert dich heraus. Sie fragt dich, warum du tust, was du tust. Sie stellt deine Wahrheiten in Frage und fordert dich auf, neu zu denken." Seine Haltung ist: „Es ist nicht die Kunst, die spricht – sondern der Mensch, der sich von ihr berühren lässt.“ Deshalb gehe es ihm „weniger darum, bestimmte Botschaften zu vermitteln, sondern Räume zu öffnen, in denen Menschen ihre eigenen Wahrheiten entdecken können.“ Fotos: Anzinger
26 espresso „GEORGIANUM“ -BAUFERTIGSTELLUNG 2026 Ein bierig´s Wirtshaus in den historischen Räumen der Fasshalle Ingolstadt. Für dieses einzigartige Gastronomieprojekt in zentraler Lage mit besonderem Ambiente suchen wir ab sofort eine*n Pächter*in! Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Michael Süßmeier, suessmeier@soda-group.com Ein Sabbatical im Jahr 2012 nutzte Anzinger für eine Weltreise. Neun Monate war er unterwegs, überwiegend in Asien; ein paar Wochen davon in einem buddhistischen Kloster. „Für mich eine Zeit, um in mich selbst hineinzuschauen und mich zu fragen: Was will ich eigentlich?“, sagt er rückblickend. Durch Erfahrungen in aller Welt, im Leben mit anderen Kulturen und der Vielfalt des Lebens überhaupt, konnte er schließlich seiner Kunst eine Richtung weisen. Mehr zu Sebastian M. F. Anzinger www.smfastudio.de / Instagram @smfastudio Bevorstehende Ausstellung: 16.–23. August 2026, ehemalige Johanniskirche, Eichstätt www.smfastudio.de/veranstaltungen links Keramiken Ursprung und Eleganz in Balance, geteilt rechts Stahlskulptur Höhe: 3,50 m Foto: DK links Untitled b014 2023 135 x 186,5 cm Öl auf Leinwand unten: Surfing Stormtrooper 70 x 50 cm
2 espresso Sebastian M. F. Anzinger ist es wichtig, dass seine Arbeiten Räume nicht „verschönern“, sondern Atmosphäre erzeugen: RUHE, TIEFE, KRAFT, NEUGIER – je nachdem, wie sie platziert werden und wer ihnen begegnet. „Viele Menschen, die Arbeiten von mir zuhause haben, beschreiben den Effekt weniger über das Visuelle als über ein Gefühl, das entsteht: einen Moment des Innehaltens, eine Erinnerung, eine Frage, manchmal auch einfach ein Stück Leichtigkeit im Chaos.“ Anzinger: „Ich wünsche mir, dass Kunst im privaten Umfeld nicht als abgeschlossenes Objekt verstanden wird, sondern als Teil eines lebendigen Wohnens – etwas, das man in den Alltag hineinholt, mit dem man lebt, das sich verändert, wenn Licht, Blick oder Stimmung sich verändern.“ Links: Künstler Anzinger in seiner Werkstatt in Obereichstätt. Die mitunter sehr großen Stahlarbeiten kann er in einer Halle am Alf Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt fertigen. Für das Alf Lechner Museum ist er in die Organisation der Ausstellungswechsel eingebunden. Dort hat er letztlich auch so richtig seine Faszination für die Kunstszene entdeckt. 54,90 solange Vorrat reicht BODENSTÄNDIGES POWER-TEAM Manuela & Christian Genitheim führen die BODEN Galerie bereits seit 1997 ÜBER 100 VINYLBÖDEN KORKBÖDEN HOLZBÖDEN VERLEGESERVICE Friedrichshofener Str. 1k 85049 Ingolstadt Tel.: 0841 / 87643 Fax: 0841 / 87644 info@boden-ingolstadt.de www.boden-ingolstadt.de
1 espresso Anzeige AXEL PETERMANN "Mich reizt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Das Lösen der Rätsel, die sich hinter Verbrechen verbergen. Aber auch, um Angehörigen erklären zu können, was einem ihnen lieb gewesen Menschen passiert ist", sagt Profiler und Fallanalytiker Axel Petermann. Foto: Stefan Kuntner
29 espresso Er ist eine Koryphäe für ungeklärte Mordfälle, war viele Jahre lang Leiter der Mordkommission einer Kripo und Hochschuldozent im Bereich Kriminalistik. Außerdem stand er zwei Jahrzehnte in beratender Funktion einem „Tatort“-Team der ARD zur Seite und hat heute mit „Aufgeklärt!“ sein eigenes True-Crime-Format im ZDF. Seit der Jahrtausendwende beschäftigt er sich als Fallanalytiker und taucht in diesen Recherchen in die Psyche und Köpfe der Straftäter ein, versucht sie zu verstehen, ihre Taten nachzuvollziehen. Obendrein ist er auch noch Ehemann, dreifacher Familienvater und Bestsellerautor von mittlerweile neun Büchern: Axel Petermann. Seit Februar steht sein neues Buch „Die Psyche des Bösen“ in den realen und virtuellen Ladenregalen. Am 24. April kommt er für eine Lesung nach Ingolstadt. Wir haben mit ihm gesprochen – und da es nicht das erste Interview war, sind wir längst beim „Du“ angekommen. Was reizt Dich eigentlich an Deiner Tätigkeit und wie gehst Du persönlich mit den menschlichen Abgründen um, in die Du schon seit so vielen Jahren blickst? Mich reizt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Das Lösen der Rätsel, die sich hinter Verbrechen verbergen. Aber auch, um Angehörigen erklären zu können, was einem ihnen lieb gewesen Menschen passiert ist. Aber auch dafür Sorge zu tragen, dass die Täter nicht erneut Menschen töten, ist eine Herausforderung. Und abschalten kann ich, indem ich versuche, dem Schönen im Leben eine besondere Bedeutung zu geben. Das sind meine Familie und meine Hobbys, wie das Fotografieren oder dem Imkern. Außerdem reise ich gerne und möchte die Welt entdecken, zuletzt waren wir auf Kreuzfahrtschiffen im Nordatlantik unterwegs und in Rom. Ich hab dich! Küchenträume auf 800 qm Planung, Herstellung und Montage aus einer Hand! Unsere Ausstellung hat für Sie geöffnet Mo – Fr von 9 – 18 Uhr Sa von 9–13 Uhr 86701 Rohrenfels · Schloßstraße 2 · Tel. 0 84 31 - 67 18 88 · www.kempfle-kuechenhaus.de Petermann ist Ehemann, dreifacher Vater und lebt in der Nähe von Bremen. Foto: privat
30 espresso Nun bist Du neben Deiner Tätigkeit als Ermittler auch ein „Schreibtisch-Täter“. Wie war der Weg vom Kriminalisten zum Krimiautor? Ursprünglich ging es mir als Sachbuchautor darum, die Methoden der Kriminalistik zu bewahren. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass durch die schier unerschöpflichen Möglichkeiten der DNA-Untersuchungen von Tatortspuren, dieses für die Tataufklärung wichtige Thema aus den Köpfen der Ermittler verdrängt wird. Dabei erkannte ich auch, dass die Belange der Täter nahezu in jedem Plot in den Vordergrund gestellt sind, die Opfer und deren Angehörige dabei immer wieder vergessen werden. Das möchte ich mit meinen Fallbeschreibungen ändern und den Opfern in gewisser Weise mit meinen Büchern ein Mahnmal setzen. Worum geht es in Deinem neuen Buch? Ich nehme die Leser mit auf eine Reise zu Orten, die von Verbrechen geprägt sind und gewähre Einblicke in die Gedankenwelten von Seit dem 11. Februar diesen Jahres auf dem Markt: Das neue Werk von Axel Petermann. Wir verlosen ein Exemplar „Die Psyche des Bösen“ von Axel Petermann. Einfach eine Email mit dem Betreff „Petermann“ an win@ espresso-magazin.de schicken und mit etwas Glück gewinnen. Als Kriminalist musste Petermann bereits mehr als 1.000 Todesnachrichten überbringen. (C) Stefan Kuntner
espresso Mördern und Gewalttätern. Ich möchte keine Sensationen liefern, sondern in die Gedankenwelt der Täter führen – mit ihren Rechtfertigungen, Widersprüchen, ihrer Kälte und manchmal auch mit ihrer Menschlichkeit, die alles nur noch unbegreiflicher macht. Im fast 400 Seiten starken Buch schildere ich drei spannende Fälle, die sich mit der Psyche der Täter beschäftigen, und den Fragen: Was macht Menschen zu Mördern, wie wählen sie ihre Opfer aus? Unser Aprilheft beschäftigt sich auch mit dem Thema „Wohnen und Sicherheit“. Nun warst Du zwar nicht für Einbruch und Diebstahl zuständig, aber auch für die Mordkommission gab es häufig Situationen, in denen Täter erst eingebrochen sind und dann ein Tötungsdelikt begingen. Deshalb folgend ein paar Fragen hierzu: Was ist Deiner Erfahrung nach die Haupt-Einbruchszeit und an welcher Stelle in Haus und Wohnung steigen die Gauner am häufigsten ein? Einbrüche finden heute überwiegend tagsüber statt – insbesondere in den frühen Abendstunden zwischen 16 und 21 Uhr. Täter nutzen gezielt die Zeit, in der viele Menschen noch bei der Arbeit, beim Einkaufen oder unterwegs sind. Der nächtliche Einbruch ist längst nicht mehr die Regel. Am häufigsten verschaffen sich Einbrecher Zugang über leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren – vor allem im Erdgeschoss oder über Terrassen- und Balkontüren. Auch Kellerfenster sind typische Schwachstellen. Wohnungstüren spielen ebenfalls eine Rolle, besonders in Mehrfamilienhäusern, wenn sie nicht ausreichend gesichert sind. Entscheidend ist: Einbrecher wählen fast immer den Weg des geringsten Widerstands. Ungesicherte oder nur einfach verriegelte Fenster lassen sich oft in wenigen Sekunden aufhebeln. „Gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster“, heißt es oft. Trifft das auch zu, wenn man einen von innen abschließbaren Fenstergriff verwendet? Der Satz ‚Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster‘ trifft in der Praxis tatsächlich weitgehend zu. Ein gekipptes Fenster bietet keinen wirksamen Einbruchschutz – auch dann nicht, wenn ein abschließbarer Fenstergriff montiert ist. Ein abschließbarer Griff verhindert in erster Linie das sogenannte Durchbohren des Rahmens und das anschließende Öffnen des Fensters über den Beschlag. Gegen das gewaltsame Aufhebeln eines gekippten Fensters schützt er jedoch kaum. In Kippstellung genügt oft schon relativ geringer Kraftaufwand, um das Fenster aus dem Rahmen zu drücken. Deshalb gilt: Wer das Haus verlässt oder nachts schläft, sollte Fenster immer vollständig schließen – idealerweise mit einer einbruchhemmenden Beschlagtechnik wie Pilzkopfverriegelungen. Nur die geschlossene und verriegelte Stellung bietet tatsächlichen Widerstand. Wie kann man Deiner Meinung nach sein Zuhause sicher machen? Ein wirksamer Einbruchschutz basiert immer auf drei Säulen: mechanische Sicherung, elektronische Unterstützung und richtiges Verhalten. An erster Stelle steht die mechanische Absicherung von Türen und Fenstern. Einbrecher hebeln in den meisten Fällen Fenster oder Terrassentüren auf. Deshalb sind einbruchhemmenMaßgefertigte Wohnraumlösungen aus Meisterhand QualitAt seit 1974 .. i i www.schrank-direkt.de +49 176 85 99 05 29 www.instagram.com/schrank_direkt Schrank-direkt | Friedrichshofener Str. 1n | 85049 Ingolstadt Telefon: (0841) 93 150-0 | E-mail: info@schrank-direkt.de
32 espresso de Beschläge mit Pilzkopfverriegelungen, stabile Schließbleche, Sicherheitszylinder mit Kernziehschutz und gegebenenfalls Zusatzsicherungen entscheidend. Mechanik verhindert den Einbruch – Elektronik meldet ihn nur. Ergänzend können Alarmanlagen, Bewegungsmelder oder Kameraüberwachung sinnvoll sein. Sie erhöhen das Entdeckungsrisiko und wirken abschreckend, ersetzen aber keine solide Grundsicherung. Ebenso wichtig ist das eigene Verhalten: Fenster und Türen beim Verlassen vollständig schließen, keine Hinweise auf Abwesenheit in sozialen Medien geben und Nachbarn einbeziehen. Einbrecher suchen den schnellen, unauffälligen Zugang – wer sein Haus sichtbar sichert, senkt das Risiko deutlich. Worauf haben es die Verbrecher am häufigsten abgesehen? Einbrecher suchen in erster Linie nach leicht transportierbaren Wertgegenständen mit hoher Weiterverkaufbarkeit. Dazu gehören Bargeld, Schmuck, hochwertige Uhren und Edelmetalle. Auch kleinere Elektronikgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops sind attraktiv, weil sie schnell mitgenommen und weiterveräußert werden können. Große Fernseher oder sperrige Gegenstände spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle als früher. Täter handeln opportunistisch: Sie durchsuchen vor allem Schlafzimmer und Wohnbereiche nach Schmuckschatullen, Bargeld oder leicht zugänglichen Wertbehältnissen. Neben dem materiellen Schaden darf man aber den psychologischen Aspekt nicht unterschätzen. Für viele Betroffene wiegt das Gefühl, dass Fremde in den privaten Lebensraum eingedrungen sind, schwerer als der reine Sachschaden. Viele (vor allem) ältere Menschen horten Bargeld zuhause. Gibt es Deiner Erfahrung nach einen Platz, der "sicher" ist, wie beispielsweise ein Wandtresor? Bargeld oder Wertsachen zu Hause aufzubewahren ist grundsätzlich immer mit einem Risiko verbunden. Klassische Verstecke – etwa im Kleiderschrank, unter der Matratze oder in der Gefriertruhe – sind Einbrechern gut bekannt und bieten keinen wirksamen Schutz. Wenn größere Geldbeträge oder Wertgegenstände im Haus aufbewahrt werden sollen, ist ein geprüfter Wertschutzschrank deutlich sinnvoller als ein einfaches Versteck. Entscheidend ist dabei, dass der Tresor einer anerkannten Sicherheitsnorm entspricht und fachgerecht verankert ist. Ein nicht befestigter Tresor kann im Zweifel einfach mitgenommen werden. Ein Wandtresor kann eine gute Lösung sein, sofern er ausreichend dimensioniert, normgeprüft und korrekt eingebaut ist. Für sehr hohe Bargeldbeträge ist jedoch ein Bankschließfach die deutlich sicherere Alternative. Grundsätzlich rate ich dazu, nur begrenzte Summen zu Hause aufzubewahren und auf sichtbare Sicherheit zu setzen – denn Einbrecher suchen den schnellen Erfolg, nicht die langwierige Arbeit. Interview: Torsten Widua Axel Petermann live am 24. April um 20.00 Uhr im Rudolf-Koller-Saal. Tickets und weitere Infos unter www.axelpetermann.de. Bild 5: "Manche Verbrechen sind mysteriös und nur schwer aufzuklären", so der Profiler. Foto: privat
Anzeige espresso 33 Die Bau-Info-Tage bei FUNK in Irgertsheim fanden bereits zum 23. Mal statt und erwiesen sich erneut als Publikumsmagnet für Bauinteressierte aus der Region. Die Hausmesse am 07./08. März rund um Neubau, Umbau und Sanierung bot Besucherinnen und Besuchern eine ideale Gelegenheit, sich umfassend über aktuelle Entwicklungen, innovative Lösungen und Produktneuheiten zu informieren. Darüber hinaus boten Fachvorträge mit starkem Praxisbezug hilfreiche Informationen zu den Themen "Fenster-Wechsel leicht gemacht" und "Rollladenkästen sanieren und dämmen". Die Bau-Info-Tage zeigten einmal mehr, wie wichtig direkter Austausch, kompetente Beratung und anschauliche Beispiele aus der Praxis für Bauherren und Modernisierer sind. Für viele Besucherinnen und Besucher bot die Veranstaltung wertvolle Impulse für ihre eigenen Projekte – und bestätigte erneut ihren festen Platz im regionalen Veranstaltungskalender. www.funk-in.de BAU-INFO-TAGE Alles rund ums Bauen, Renovieren und Sanieren bei Schreinerei und Rolladen FUNK in Irgertsheim PRODUKTNEUHEITEN • Neue Haustüren in Holz-Aluminium, Holz, Aluminium • Moderne Hebe-Schiebe-Türen: Bedienung mit Motor • Fenster und Türelemente in Holz-Aluminium, Aluminium, Kunststoff-Aluminium, Kunststoff und Holz • Verdunkelungs-Raffstores • Neuste Trend-Innentüren • Lofttüren in Stahl, schwarz • Ganzglastüren • Ganzglas-Schiebetüren • Eiche-Asteiche-Türen • Nebentüren in mehreren Ausführungen • Absturzgitter • Markisen Kubus und Softline • Insektenschutz • Rollladenkasten mit integrierter Lüftung • Neue Kastenmodelle: Textilscreenkasten, "Öko-Plus-Kasten" - die nachhaltige Alternative Fotos: Sebastian Birkl
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