espresso

Ausgabejahr 27 | 11- 2026 Kostenlos zum Mitnehmen

AB 30. OKTOBER BEI HOFMANN AUTOMOBILE. Ein unverbindliches Leasingbeispiel der BMW Bank GmbH, Lilienthalallee 26, 80939 München. Stand <10/2026>. Alle Preise inkl. der gegebenenfalls gesetzlich anfallenden Umsatzsteuer, sofern nicht anders gekennzeichnet. Für Verbraucher gelten ausschließlich die Preise inkl. der gegebenenfalls gesetzlich anfallenden Umsatzsteuer. Nach den Leasingbedingungen besteht die Verpflichtung, für das Fahrzeug eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Leasingbeispiel der BMW Bank GmbH: BMW i3 40 xDrive Anschaffungspreis: 52.197,28 EUR Leasingsonderzahlung: 0,00 EUR Laufleistung p. a.: 5.000 km Laufzeit: 42 Monate 42 monatliche Leasingraten à: 629,00 EUR Gesamtpreis: 26.418,00 EUR Zzgl. 1.395,00 EUR für Zulassung, Transport und Überführung. WLTP Energieverbrauch kombiniert: 14,4 kWh/100 km; WLTP CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2- Klasse: A; WLTP Elektrische Reichweite: 702 km; Spitzenleistung: 275 KW (374 PS). Abbildung zeigt Sonderausstattungen. Der neue BMW i3 lässt Herzen höherschlagen. Mit einer elektrischen Reichweite, die Maßstäbe setzt, beeindruckender Dynamik und intelligenten Assistenzsystemen überzeugt die Sportlimousine auf allen Strecken. Kompromisslos auf den Fahrer ausgerichtet. Unverkennbar BMW. Geschaffen für alle, die jede Fahrt intensiv erleben möchten. Entdecken Sie jetzt unser Angebot. BMW i3 40 xDrive: BMW Panoramic iDrive mit BMW Panoramic Vision, Klimaautomatik mit 2-Zonenregelung, elektrisch verstellbare Vordersitze inkl. Memoryfunktion, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Rückfahrkamera, Driving Assistant Plus, u.v.m. Mehr unter Hofmann Automobile Ingolstadt Manchinger Straße 110 85053 Ingolstadt Tel. 0841 966 05-0 ingolstadt@hofmann.auto www.hofmann.auto DER NEUE BMW i3. HERZSCHLAG EINER NEUEN ÄRA. Hofmann Automobile Pfaffenhofen Otto-Hahn-Straße 2 85276 Pfaffenhofen Tel. 08441 89 50-0 pfaffenhofen@hofmann.auto www.hofmann.auto Ein unverbindliches Leasingbeispiel der BMW Bank GmbH, Lilienthalallee 26, 80939 München. Stand <10/2026>. Alle Preise inkl. der gegebenenfalls gesetzlich anfallenden Umsatzsteuer, sofern nicht anders gekennzeichnet. Für Verbraucher gelten ausschließlich die Preise inkl. der gegebenenfalls gesetzlich anfallenden Umsatzsteuer. Nach den Leasingbedingungen besteht die Verpflichtung, für das Fahrzeug eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Leasingbeispiel der BMW Bank GmbH: BMW i3 40 xDrive Anschaffungspreis: 52.197,28 EUR Leasingsonderzahlung: 0,00 EUR Laufleistung p. a.: 5.000 km Laufzeit: 42 Monate 42 monatliche Leasingraten à: 629,00 EUR Gesamtpreis: 26.418,00 EUR Zzgl. 1.395,00 EUR für Zulassung, Transport und Überführung. WLTP Energieverbrauch kombiniert: 14,4 kWh/100 km; WLTP CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2- Klasse: A; WLTP Elektrische Reichweite: 702 km; Spitzenleistung: 275 KW (374 PS). Abbildung zeigt Sonderausstattungen. Der neue BMW i3 lässt Herzen höherschlagen. Mit einer elektrischen Reichweite, die Maßstäbe setzt, beeindruckender Dynamik und intelligenten Assistenzsystemen überzeugt die Sportlimousine auf allen Strecken. Kompromisslos auf den Fahrer ausgerichtet. Unverkennbar BMW. Geschaffen für alle, die jede Fahrt intensiv erleben möchten. Entdecken Sie jetzt unser Angebot. BMW i3 40 xDrive: BMW Panoramic iDrive mit BMW Panoramic Vision, Klimaautomatik mit 2-Zonenregelung, elektrisch verstellbare Vordersitze inkl. Memoryfunktion, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Rückfahrkamera, Driving Assistant Plus, u.v.m. Mehr unter Hofmann Automobile Ingolstadt Manchinger Straße 110 85053 Ingolstadt Tel. 0841 966 05-0 ingolstadt@hofmann.auto www.hofmann.auto Hofmann Automobile Pfaffenhofen Otto-Hahn-Straße 2 85276 Pfaffenhofen Tel. 08441 89 50-0 pfaffenhofen@hofmann.auto www.hofmann.auto

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26 06 INHALT 14 24 18 Foto: Kathrin Schafbauer 12 26 Foto (Ausschnitt): Florian Bachmeier Foto:Birkl Foto: Markus Banai Foto: Bonschab, privat Foto: Herker

5 Liebe Leserinnen und Leser, als ich vor elf Jahren im kargen November mit der Bahn von Ingolstadt nach Moskau und weiter über die Transmongolische Eisenbahnstrecke bis nach Peking gefahren bin, rieten mir alte Reisetagebücher im Vorfeld ab. Nicht weil es gefährlich war. Der November sei schlicht der unbarmherzigste Monat, grau und ohne Reiz. Doch wie unbeschwert war diese Welt damals noch! Heute reist man nicht mehr so leichtfüßig nach Moskau oder weiter auf dem Landweg. Die Realität hat uns eingeholt und zeigt uns in dieser Ausgabe mit gnadenloser Schärfe, wie zerbrechlich unsere Freiheit und unser Frieden ist: Die erschütternden Arbeiten des Dokumentarfotografen Florian Bachmeier konfrontieren uns mit der Realität anderer. Wir leben in einer Epoche der gewaltigen Kontraste, in der Konsum und Entbehrung, Freude und Leid nah beieinanderliegen. Ich habe es nie verstanden, dass Menschen schöne Dinge aufschieben, als wäre später noch genügend Zeit. Die Dinge zu tun, die man liebt, das allein ist Luxus. Wir merken jetzt vielleicht noch mehr als vor einigen Jahren, weder das Schöne, noch das, was für unsere Zukunft wichtig ist, sollten wir getrost auf morgen verschieben. Dass das Morgen immer mehr zu einem unsicheren Begriff wird, spürt man auch bei uns in der Region. Audi muss sparen, die Kultur leidet, Audi-Mitarbeiter sollen in die Rüstungsindustrie verliehen werden. Auf wen oder was kann man sich noch verlassen? Wir müssen uns das nicht alles schön reden. Es wäre heuchlerisch zu sagen, es ist toll oder wichtig Waffen zu produzieren oder von Faschisten aus den U.S.A. abhängig zu sein. Das ist tiefer Morast. Es soll uns aber nicht nur Angst machen, was hier passiert. Es darf wütend machen und kann auch dazu dienen, dass wir darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen und unter welchen Bedingungen. Vielleicht führt es dazu, dass wir alle wieder etwas präsenter im Hier und Jetzt sind. Wie das im Kleinen gelingen kann, sehen wir bei einem Blick in die Region: Wenn sich zwei Firmen-Chefinnen für ein besonderes Event zusammentun, wie bei der Modenschau von Retzlaff im Autohaus Praunsmändtl, zeigt es doch, dass es keinen Riesensponsor für eine Zusammenkunft braucht. Die Hochzeitsmesse bei Herzzauber in Lenting beweist, dass hier die Liebe immer im Mittelpunkt stehen wird. Beim Lifepark kommt man aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Bei einem humorvollen Kabarettabend mit Stefan Leonhardsberger stellt man fest, dass man gar nicht so allein mit seinen Alltagsproblemen ist. Und ein verdienter Renteneintritt nach einem arbeitsreichen Leben, wie das von Gerhard Bonschab, erinnert uns ans Loslassen. Das und vieles mehr lesen Sie in unserer November- Ausgabe. Herzliche Grüße schickt Ihnen das Team von espresso! Stefanie Herker, Chefredakteurin SABINE KACZYNSKI SONJA MELZER MEDIENBERATERIN MOBIL: 0176/64382760 sonja.melzer@espresso-mediengruppe.de EVELIN RAFFALT MEDIENBERATERIN MOBIL: 0172/8533599 raffalt@espresso-mediengruppe.in SEBASTIAN BIRKL marketing teamespresso Outfit von Retzlaff Moden Ingolstädter Straße 27 & 29, Pfaffenhofen / Tel. 08441 84887 retzlaff.moden@online.de / Instagram @retzlaff_moden Foto: Thorsten Brieger Stefanie Herker editorial

6 HINTERGRUNDFLIMMERN „Im winterlichen Morgengrauen liegt ein stiller Glanz über dem Minenfeld in der Nähe von Marinka. Der Schnee dämpft den Krieg, verleiht der Landschaft einen trügerischen Schein von Schönheit. Doch unter der Oberfläche lauert der Tod. Eine verwundete Landschaft im Osten der Ukraine – vermint, verbrannt, entvölkert. Der Krieg schreibt sich in die Erde ein.“ Mit diesen eindringlichen Worten beschreibt der Dokumentarfotograf Florian Bachmeier eine seiner Aufnahmen aus der Ukraine. Der Krieg schreibt sich nicht nur in die Erde ein. Er hinterlässt auch Spuren in den Menschen: in ihren Köpfen, in ihren Körpern. Exemplarisch sieht man das in Bachmeiers aktueller Ausstellung „Im Osten“ an zwei Bildern. Da ist zum einen die traumatisierte Anhelina. Die Sechsjährige liegt auf einem Bett. Ihr Blick ist leer. Äußerlich scheint sie unverletzt, doch was wirklich in ihr vorgeht, bleibt ihr Geheimnis. Und dann ist dort Pavel. Mit einem notdürftig versorgten Bauchschuss steht er in einem frisch ausgehobenen Grab in Butscha. „Butscha stand noch immer unter Schock“, erinnert sich Florian Bachmeier auf der Vernissage im espresso-Gespräch. Zwei Wochen nachdem russische Soldaten dort im Frühjahr 2022 Kriegsverbrechen an der ukrainischen Zivilbevölkerung begangen hatten, war er vor Ort. „Die Spuren waren überall sichtbar. Es waren noch nicht alle Toten bestattet.“ Für Amnesty International dokumentierte Bachmeier die beginnende forensische Aufarbeitung des Massakers. „Die Leichenhäuser waren voll.“ Die Leichen mussten in Kühllastwagen gelagert werden, bis sie obduziert und schließlich zur Bestattung freigegeben werden konnten. Florian Bachmeier ist nicht ausschließlich in Kriegsgebieten unterwegs; auch seine Ausstellung in Neuburg zeigt längst nicht nur Fotos aus Kriegsgebieten. Und überhaupt: „Der Krieg ist zu mir gekommen, nicht ich zu ihm“, pflegt er zu sagen. Als die Maidan-Proteste in der Ukraine begannen, befand sich Bachmeier gerade beruflich in der angrenzenden Republik Moldau. Er fuhr nach Kyjiw. „Die Spirale drehte sich immer schneller“, erinnert er sich. Die Ukraine konnte er schon bald nicht mehr verlassen. Damit sei er „halb unfreiwillig zum Chronisten des Landes geworden“. Seit 2012 zieht es ihn für verschiedene Projekte immer wieder dorthin. „Vielleicht wird der Blick ein wenig pessimistischer“, antwortet er auf die Frage, wie das Dokumentieren der Kriegsfolgen den Blick auf die Welt verändert. Immer wieder stellt sich die Frage, ob die ständige Konfrontation mit Bildern aus Kriegsgebieten Menschen abstumpfen lässt. („Das Leiden anderer betrachten“ – Susan SonIm Gespräch mit dem Dokumentarfotografen Florian Bachmeier Foto: Florian Bachmeier

7 espresso oben links ANHELINA, BORSCHTSCHIWKA, UKRAINE, 2024 Die sechsjährige Anhelina lebt bei ihrer Großmutter in Borschtschiwka. Sie ist traumatisiert vom ständigen Beschuss, leidet unter Panikattacken. 2025 gewann Florian Bachmeier damit einen World Press Photo Award. Es beeindruckte die Jury, „wie es dem Fotografen gelang, ein solch stilles Bild aufzunehmen, das gleichwohl die Betrachtenden veranlasst, innezuhalten und einen Aspekt des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu bedenken, der ansonsten nicht ausreichend berücksichtigt wird.“ oben rechts OHNE TITEL, SAPORISCHSCHJA, UKRAINE, 2022 Seit sieben Tagen ist diese junge Frau aus Cherson zusammen mit anderen in zwei Kleinbussen auf der Flucht. Sie waren zwischen die Fronten geraten. Die Russen ließen sie nicht auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet, inszenierten sogar eine Scheinhinrichtung, um die Menschen einzuschüchtern. Schließlich erlaubten sie die Überquerung der Front in das ukrainisch kontrollierte Gebiet bei Saporischschja. Dort auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums entstand das Foto. Es wurde 2022 von Pressefoto Bayern mit dem 1. Preis in der Kategorie Europa ausgezeichnet. tag). „Ich kann mit dieser Abstumpfungsthese eigentlich nicht viel anfangen“, sagt Bachmeier klar. „Die Fotos sind absolut notwendig.“ Die Anwesenheit eines Fotografen spende Opfern Trost und gebe ihnen „einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass ihre Geschichte weitergetragen wird. Das entschädigt mich für schlimme Erlebnisse.“ „Mich interessiert hauptsächlich das Leben hinter der Frontlinie“, sagt Bachmeier. Er habe zwar auch Soldaten an der Front fotografiert, aber im Prinzip sei der Krieg immer ein Hintergrundflimmern in seinen Bildern. Ein Flimmern, das lauter wird, je länger man seine Fotos betrachtet. Die teils sehr intimen Porträts erfordern viel Vorbereitung und viele Gespräche, erklärt er. Es ist ihm wichtig, dass die Leute verstehen, dass sie porträtiert werden und damit auch einverstanden sind. „Sie treffen die eigene Entscheidung, was man von ihnen zeigt und was nicht“, sagt der Fotograf. Die Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten ist schwer – und alleine nicht zu bewerkstelligen. Sogenannten Fixerinnen und Fixern kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu. Sie kennen die Sprache, die Region und die Menschen vor Ort. Für Journalisten sind sie unverzichtbar, besonders in der Ukraine, wo der Zugang zu Frontgebieten Fahrer und spezielle Genehmigungen erfordert, erklärt Bachmeier. „Eigentlich ist aber jeder, den ich vor Ort treffe, wichtig.“ Das kann auch mal wegen eines Essens oder eines Schlafplatzes sein. Der Weg zurück in den heimischen Alltag ist für Bachmeier nicht immer leicht. „Mit der Zeit lernt man schon damit umzugehen, aber ganz am Anfang ist es natürlich immer schwierig.“ Er hadert damit, dass viele Menschen kein Verständnis dafür haben, was in anderen Teilen der Welt passiert. „Oft trifft man auf eine unglaubliche Ignoranz, die auch mit Sprache, sei es durch Worte oder durch Bilder, nicht zu überbrücken ist.“ PAVEL LATSYBA, BUTSCHA, UKRAINE, 2022 Noch sind nicht alle Opfer des Massakers von Butscha begraben. Pavel Latsyba spricht von mindestens 600 Toten. Der verletzte Soldat hat gerade für einen gefallenen Kameraden ein Grab ausgehoben. Er selbst wurde angeschossen, als er Wasser holen ging. Die Kugel steckt noch in seiner Bauchdecke und kann in der gegenwärtigen Situation nicht entfernt werden. Fotos (3): Florian Bachmeier

8 ERDÄPFEL, CARDON, RUMÄNIEN, 2015 Am Rand des abgeschiedenen Dorfes Cardon erntet die Bäuerin ein paar Erdäpfel. Hier leben vor allem Menschen ukrainischer und bulgarischer Herkunft, die einst vor Gewalt und Verfolgung hierher geflüchtet waren. SPIEL, C.A. ROSETTI, RUMÄNIEN, 2015 Viele Kinder wachsen bei den Großeltern auf, während die Eltern in Westeuropa den Lebensunterhalt für die gesamte Familie verdienen. Nach der Grundschule leben viele Jugendliche in Internaten, weil es in den kleinen Dörfern keine weiterführenden Schulen gibt. Diese Jungen haben Glück: in C.A. Rosetti gibt es für sie eine weiterführende Schule. OHNE TITEL, BELGRAD, SERBIEN, 2017 Der junge Mann hat es bis Belgrad geschafft. Ob er weiterkommt in Richtung Westeuropa, ist ungewiss. Während der Wintermonate 2016 und 2017 suchen viele Flüchtlinge bei Außentemperaturen von bis zu minus 15 Grad Zuflucht in unbeheizten Lagerhäusern ohne Toiletten oder fließendes Wasser. Die unhygienischen Bedingungen führen zu Haut- und Virusinfektionen. Um sich zu wärmen, verbrennen die Flüchtlinge alte Eisenbahnschwellen, Holz und Müll. Das führt zu dichtem Rauch und zu Atemproblemen. Fotos (3): Florian Bachmeier

9 espresso Gab es mal ein Foto, das ihn besonders viel Überwindung gekostet hat? Bachmeier erinnert sich an die Leiche eines Mannes, eingewickelt in einen Teppich. Journalisten wollten den Teppich aufrollen, Bachmeier und ein anderer Journalist seien daraufhin eingeschritten; der mangelnde Respekt war es, der ihn besonders störte. Bei Temperaturen von minus 15 Grad fehlten dem Toten die Schuhe. Bachmeier vermutet, dass sie ihm gestohlen worden waren. Der Fotograf entscheidet sich, diese Situation zu dokumentieren, aber aus etwas weiterer Entfernung. Auch das gehört zur Realität. Das Foto ist nicht Teil der Ausstellung. Die Fotografien der Ausstellung in Neuburg entstanden über viele Jahre in Tschechien, Polen, Belarus, Moldau, Georgien, Rumänien, Griechenland, Serbien und in der Ukraine. Also „Im Osten“. Aber was ist das eigentlich, der „Osten“? Für Florian Bachmeier ist er „weniger eine geografische als eine mentale Landschaft. Der Osten entsteht aus Vorstellungen, Ängsten und Bildern, die sich über Jahrhunderte verfestigt haben. Für viele Menschen in Deutschland ist er bis heute ein Raum des Anderen: geprägt von Konflikten, Armut, Korruption, zerfallenden Imperien und einer Geschichte, die nicht vergehen will.“ Frontlinien, zwar nicht auf der Karte, aber in den Köpfen. Bachmeier sieht in unserer Vorstellung des Ostens „einen Blick, der trennt, indem er das Fremde sucht. Die Fotografien dieser Ausstellung versuchen das Gegenteil. Sie suchen nicht das Andere, sondern das Gemeinsame. Sie zeigen eine europäische Wirklichkeit, die uns näher ist, als wir glauben.“ Die Ausstellung findet in den Räumen einer ehemaligen Kaserne statt. Sie wurde in den vergangenen Jahren sowohl als Obdachlosen- als auch als Geflüchtetenunterkunft genutzt. Diese alten Mauern haben also viel Leid gesehen – und fast möchte man sagen: Man sieht es ihnen an. „Wir müssen uns in Erinnerung rufen, wie kurz der Abstand ist vor dem Schicksal, das diese Leute erleben. Das sollten wir, glaube ich, einmal auf uns wirken lassen“, mahnt Neuburgs Oberbürgermeister Gerhard Schoder auf der Vernissage zur Reflexion über die eigenen Lebensumstände und wie schnell sie sich ändern können. In der Ukraine herrscht Krieg. Auch das ist europäische Wirklichkeit. An diesem Abend ist diese Wirklichkeit besonders nah. Was verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg? Die Trauer um einen geliebten Menschen. Das Leid des Ukrainekriegs ist an diesem Abend mitten unter den Gästen. Der Abend beginnt mit den Klängen der Bandura. Viktoriia Voronko spielt das ukrainische Zupfinstrument. Nur wenige Meter weiter, in einem eigenen Raum, sind einige Erinnerungsstücke des Vereins Ukrainische Gemeinde Eichstätt zu sehen. Sie ergänzen die Ausstellung. Darunter befindet sich eine getöpferte Katze. Viktoriia Voronkos Sohn Jaroslaw hat sie nach Kriegsbeginn mit nach Deutschland gebracht. Im Begleittext stehen die Umstände der Flucht. Doch der Text verrät nichts über Jaroslaws Schicksal. Darauf wird espresso durch Zufall aufmerksam. Am Abend der Vernissage erzählt uns Viktoriia Voronko auf Nachfrage die Geschichte ihres Sohnes. Als der Krieg ausbrach, arbeitete sie gerade in Charkiw. Sie rief zu Hause an, alle sollten nur das Nötigste packen. Am nächsten Tag würden sie aus der Ukraine fliehen. Nur das Nötigste - für Jaroslaw gehörte die Katze dazu. In den acht Tagen der Flucht wurde sie für Jaroslaw ein treuer Wegbegleiter. Oft hatte er sie in der Hand, so oft, dass ihr irgendwann ein Ohr abbrach. Da war er 16. OHNE TITEL, OTSCHAMTSCHYRA, AUTONOME REPUBLIK ABCHASIEN (GEORGIEN), 2017 Jedes Wochenende treibt Vater Sergej in der orthodoxen Kirche Dämonen aus. Von weit her strömen die Menschen zu seinen Gottesdiensten mit Exorzismus. Die angespannte politische Situation in Abchasien, Zerstörung von Familien durch dauerhaften Wegzug einiger Familienmitglieder, Aggressionen unter den verschiedenen Volksgruppen fördern menschliche Krisen und psychische Erkrankungen. Sechs Personen baten Vater Sergej an diesem Abend um Heilung. Durch die Worte des Priesters, Gesänge, Kerzen und Weihrauch begannen diese Menschen zu schreien, zu weinen, zu toben, in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Foto: Florian Bachmeier » Oft trifft man auf eine unglaubliche Ignoranz, die auch mit Sprache, sei es durch Worte oder durch Bilder, nicht zu überbrücken ist. «

10 espresso Fotos: Sebastian Birkl In Deutschland angekommen, integrierte er sich schnell. „Er konnte sehr gut Deutsch“, sagt seine Mutter. Und: „Er hätte hier alle Möglichkeiten gehabt.“ Aber Jaroslaw zog es zurück in die Ukraine. Er wollte kämpfen. Alles reden half nichts, sein Entschluss stand fest. An seinem 18. Geburtstag packte er die Koffer. Er stieg in den Bus – und fuhr in den Krieg. Seine Mutter wird ihn nie wieder in die Arme nehmen. Nach einigen Monaten der Ausbildung kam er an die Front. Er sah Kameraden sterben, rettete manchen von ihnen das Leben. Es ist Ende August 2025. Viktoriia Voronko ist auf der Arbeit in Gaimersheim. Als sie auf ihr Handy schaut, sieht sie Dutzende Anrufe. „Ich habe sofort gewusst, dass etwas Schlimmes passiert ist“, erinnert sie sich. Nach dem Rückruf die traurige Gewissheit. Jaroslaw ist tot. Er starb wenige Wochen nach seinem 19. Geburtstag. Über die Umstände seines Todes weiß Viktoriia Voronko sehr genau Bescheid. Es ist eine furchtbare Geschichte, wie sie nur der Krieg zu schreiben weiß. Es ist Hochsommer, die Stromversorgung in der Heimat ist ausgefallen - und damit die Kühlung. Bereits am nächsten Tag wollte man Jaroslaw deshalb beerdigen. Viktoriia Voronko fleht am Telefon. Sie erreicht einen kurzen Aufschub. Was macht eine Mutter? Sie setzt sich in ihr Auto und fährt los. Tag und Nacht. Fängt vor Stress und Übermüdung irgendwann an zu halluzinieren. Hört und sieht Dinge, die gar nicht da sind. „Ich weiß selbst nicht mehr, wie ich das geschafft habe“, sagt sie. Selbst bei Raketenangriffen fuhr sie einfach weiter. Zwei Stunden vor der Beerdigung erreicht sie ihr Ziel. Es wird ihr ein Trost sein. Was treibt einen jungen Menschen in den Krieg? Jaroslaw können wir das nicht mehr fragen. Aber seine Mutter berichtet von seinen leuchtenden Augen auf den Fotos, die er aus der Ukraine schickt. Er war überzeugt von dem, was er tat. „Es war ein kurzes Leben, aber so voller Erlebnisse, wie mit 90“, sagt sie. Und er starb, damit andere leben können, da ist sich seine Mutter sicher. Florian Bachmeier bleibt weiterhin Chronist des kriegsgebeutelten Landes. „Ich hoffe, dass ich bald wieder in die Ukraine reisen kann und da weitermache, wo ich aufgehört habe“, sagt er. Für einen anderen Auftrag zieht es ihn vielleicht bald in den Sudan. Ein weiterer Krisenherd. „Wer denkt, es geht nicht schlimmer, der blicke auf den Sudan“, kommentierte die Süddeutsche Zeitung kürzlich. Es ist dem Brückenkollektiv zu verdanken, dass es mit Florian Bachmeier einen renommierten Dokumentarfotografen nach Neuburg geholt hat. Für sein Foto von Anhelina wurde Bachmeier mit dem Viktoriia Voronko an der Bandura. Rechts: Als Erinnerung an ihren Sohn ließ sie sich dessen taktisches Rufzeichen tätowieren. Übersetzt bedeutet es Brenne! Fotos: Sebastian Birkl oben links: Florian Bachmeier, oben rechts: Liese Waltinger vom Brückenkollektiv, unten rechts: Kuratorin Mechtild Manus mitte unten: die getöpferte Katze von Jaroslaw Voronko Der international ausgezeichnete Dokumentarfotograf Florian Bachmeier (*1974) ist ein Grenzgänger zwischen Journalismus und Kunst. Als Reporter bildet er die harte Wirklichkeit ab, als Künstler verleiht er durch Licht und Schatten, Nähe und Tiefe seinen Bildern eine herbe Schönheit. Seine Fotografien erscheinen in: FAZ, SZ, taz, Der Standard, NZZ, The Times, El Diario, Der Spiegel, Die Zeit, Profil, Capital, stern, mare, Geo und Amnesty Journal. Florian Bachmeier lebt am Schliersee in Oberbayern und in Madrid.

11 espresso World Press Photo Award ausgezeichnet. Dieser zählt neben dem Pulitzerpreis zu den wichtigsten Auszeichnungen für Pressefotografen. Zur Idee, die ehemalige Kaserne auf dem Neuburger Campus der THI für diese Ausstellung zu aktivieren, kann man dem Brückenkollektiv nur gratulieren. Auch Kuratorin Mechtild Manus zeigte sich vor Ort begeistert von den Ausstellungsräumen. Bachmeiers Fotos und ihre Bedeutung will man auch der jüngeren Generation näherbringen. Die Kuratorin führte selbst eine Schulklasse durch die Ausstellung. „In kleinen Gruppen, alleine und zum Schluss alle gemeinsam haben sich die Schülerinnen und Schüler, viele von ihnen mit Migrationsgeschichte, mit den Fotografien beschäftigt und abschließend an der Pinnwand bewegende Zeugnisse dessen hinterlassen, was sie mitgenommen haben“, sagt Manus. Weitere Schulklassen führte Liese Waltinger vom Brückenkollektiv durch die Ausstellung. „Im Osten“ ist noch bis einschließlich 8. November zu sehen. Öffnungszeiten: Sa/So, 14 - 18 Uhr Foto: Florian Bachmeier 8. NOV, 17 UHR - FINISSAGE 'IM OSTEN' Florian Bachmeier führt persönlich durch seine Ausstellung. Mit elektronischer Musik von Hubert P. Klotzeck. Ort: Ehem. Kasernengebäude THI Campus Neuburg, Donauwörther Str. B83 Alle Fotos der Ausstellung sind käuflich zu erwerben. HOCHZEIT, LETEA, RUMÄNIEN, 2015 Da das Delta durch ein Labyrinth aus Kanälen, Seen und Schilfgürteln vom Festland getrennt ist, sind Hochzeitsrituale stark nach innen gerichtet. Die physische Abgeschiedenheit verstärkt den kollektiven Charakter des Festes: die ganze Dorfgemeinschaft wird einbezogen. In den Dörfern verbinden sich rumänische und ukrainische Traditionen mit jenen der früher isoliert lebenden Lipowanern, russischen Altgläubigen. Hochzeiten sind ein hochkomplexes Übergangsritual. Eine Nachbarin kneift die Braut in den Arm, um zu fühlen, wie kräftig sie ist.

12 espresso UNBEDINGT ABWEHRBEREIT Kommentar von Sebastian Birkl Eine Drohne surrt über dem Ingolstädter Rathausplatz. In der Ukraine bedeutet dieses Surren den Tod. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Eine Gefahr liegt heute nicht in der Luft. Obwohl? Viele Milliarden an Steuergeld steckt der deutsche Staat gerade in die Rüstungsindustrie. Eine Ende ist nicht in Sicht. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht schwebt wie ein Damoklesschwert über jungen Männern. Jeder dritte Bundesbürger hat Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung. In der Luft also nicht nur eine Drohne, unweigerlich auch die Frage: Was wollen wir geben? Wen wollen wir geben? Es ist der 07. Oktober 2026. Grauer Stoff. Schwarzes Leder. S t i l l g e s t a n d e n. Der Rathausplatz ist heute fest in Soldatenhand. Bei Einbruch der Nacht lodern die Fackeln. Auch wenn es nur die 70-Jahr-Feier der Ingolstädter Pionierschule ist, die Zeitenwende und unser historisches Erbe spülen uns Bilder in den Kopf, die wir sonst lieber verdrängen. "Wo sind wir denn hier reingeraten", fragt eine sichtlich konsternierte junge Frau am Beginn der Ludwigstraße. Gerade macht sich der gesamte Soldatentross an ihr vorbei. Im Gleichschritt - oder zumindest etwas, das dem ähnelt. Ja, wo sind wir hier eigentlich reingeraten? Eine gute Frage. Man muss im Leben innehalten. Auf den Kompass schauen, um den Weg nicht aus den Augen zu verlieren. So viel steht fest: Die Gefahr ist real. Russland überfällt die Ukraine - und tritt damit in Deutschland, in Europa, den Dominostein der Aufrüstung los. Aufrüstung der Abschreckung halber. Putin soll nicht auf weitere dumme Gedanken kommen. Und wahrscheinlich ist es wirklich so, dass Despoten nur die Sprache der Stärke verstehen. Dennoch: Wir müssen uns Gedanken machen, ob wir nicht gerade Aufrüsten um des Aufrüstens Willen. Der Verteidigungshaushalt soll von 2022 bis 2029 um das Dreifache ansteigen, von 50 auf rund 153 Milliarden Euro. Viele Waffen werden davon gekauft. Aber brauchen wir wirklich so viele davon? Diese Frage stellte die Zeitung Le Monde diplomatique im September. "Rüstungsmäßig drückend überlegen" seien die europäischen NATO-Mitglieder (plus Kanada) Russland. 7.104 Panzer stehen 3.630 gegenüber. Und 15.896 Artilleriesysteme übertrumpfen 5.976. Bei den Militärausgaben wird es ebenso deutlich. 626 Milliarden US-Dollar gaben die europäischen NATO-Mitglieder 2025

13 espresso aus, Russland nur 190 Milliarden. Ist das nicht Abschreckung genug? Auf der anderen Seite das Argument einer nötigen Modernisierung. Die kostet Geld. Die Aufrüstung hat einen willkommenen Nebeneffekt: Militarisierung kaschiert wirtschaftliche Stagnation. Positive Wirtschaftszahlen kann die Regierung gerade gut gebrauchen. Doch diese Investitionen sind mehr Augenwischerei als echter Hoffnungsschimmer. Läuft bei Audi bald Kriegsgerät vom Band? Noch vor wenigen Jahren hätte man über diese Frage gelacht. In anderen Werken ist das mittlerweile Realität. „Panzer sind nicht die neuen Autos für die deutsche Wirtschaft“, dämpft IW-Experte Klaus-Heiner Röhl etwaige Träumereien. Zwar wachse die Verteidigungsindustrie derzeit stark, sie sei aber zu klein, um die deutsche Wirtschaft zu tragen. Und auf lange Sicht? Wäre eine großangelegte Umrüstung der schwächelnden Automobilindustrie eine gute Idee? All das, was uns in Ingolstadt, in Deutschland, jahrzehntelangen Wohlstand beschert hat, soll künftig die Kriegsindustrie erledigen? Was, wenn sich in Russland doch jemand ein Herz nimmt und Putin in den Tyrannentod schickt? Dann müssten wir vielleicht von einem Tag auf den anderen nicht mehr die Auto-, sondern die Rüstungsindustrie vor dem Niedergang bewahren. Es sind gläserne Beine, keine aus Stahl. Die Bundestagsabgeordnete Sarah Vollath lud Ende Oktober zu einer Podiumsdiskussion nach Ingolstadt. Das Thema: Wie können Arbeitsplätze in der Automobilindustrie langfristig gesichert werden, ohne die Zukunft der Beschäftigten von Rüstung und Krieg abhängig zu machen? Geladen war u. a. Cem Ince, ebenfalls Bundestagsabgeordneter für Die Linke und IG-Metall-Vertrauensmann. Es brauche eine "aktive Industriepolitik" zur langfristigen Sicherung dieser Arbeitsplätze, sagt er gegenüber espresso. Aufrüstung sei jedoch kein nachhaltiges Zukunftskonzept. Ince: "Wir brauchen einen staatlichen Transformationsfonds, der den Umbau zur sozial und ökologisch orientierten Mobilitätsindustrie ermöglicht. Öffentliches Geld darf es nur bei Beschäftigungssicherung, betrieblicher Mitbestimmung und Tarifbindung geben." Erlaubt sei auch die Frage, ob wir die Steuermilliarden an der richtigen Stelle ausgeben. "Seit 2022 hat Berlin bereits 123 Leopard 2 und 450 Boxer geordert", schreibt Le Monde diplomatique. Zwar brauche man in Bewegungskriegen weiterhin Panzer, so wird ein Militärhistoriker zitiert, doch die Tage der Panzer seien gezählt. Bestellt werden sie trotzdem. Warum? Weil die Bundeswehr laut Militärhistoriker "möglichst schnell einsatzfähig sein will und momentan nichts anderes auf Lager hat, um sich zu verteidigen." Träfe das zu, wäre das ein vernichtendes Urteil über deutsche Verteidigungspolitik. Viel Altmetall statt Hightech? Auch manche Ökonomen sehen das so. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sprechen sich 61 Prozent gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. Die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht organisiert bundesweit Proteste. In Ingolstadt ist die trotzkistische Gruppe "Klasse gegen Klasse" federführend. Auch wenn ein Dutzend Leo-Trotzki-Jünger mutmaßlich nicht die Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit hat, verteufeln dürfen wir ihre Anliegen nicht. Die Jungen sind es schließlich, die im Ernstfall ihr Leben lassen müssten. Man sollte sie auf jeden Fall nicht eine "Handvoll verzogener, gepamperter und gehirngewaschener Zöglinge von Helicoptereltern" nennen, wie das letztens ein Ingolstädter tat, der sich ob seines Alters keine Gedanken mehr machen muss, im Schützengraben zu landen. Man kann es dem bei der Jubiläumsfeier der Pioniere anwesenden Innenminister Joachim Herrmann durchaus glauben, wenn er sagt, Deutschland wolle kein anderes Land angreifen. Deutschland ist nicht mehr Nazi-Deutschland. Die Bundeswehr keine Wehrmacht. Andererseits kann man es jungen Menschen - auch im Hinblick auf mögliche kommende Regierungen - nicht verübeln, wenn sie dabei mehr Skepsis walten lassen. Für ein Land ist es eine Gefahr, wenn niemand in den Krieg ziehen will. Eine weitaus größere, wenn jeder will. Es liegt in unser aller Verantwortung, gegen den Krieg zu sein. Heute wie morgen. Tucholskys Krieg dem Kriege. Wir alle sehen, was er anrichtet. Gleichzeitig müssen wir wehrhaft bleiben. Und auch die Ukraine unterstützen. Die Ambivalenz unserer Zeit. Aufrüstung mit Augenmaß. Aber vor allem mit diesem Gedanken: Stellen wir einer künftigen AfD-Regierung gerade ein riesiges Heer zusammen? Im Inneren ist der Überwachungsstaat schon auf dem Weg, Dobrindt sei Dank. Auch hier wird die AfD vielleicht bald die Zügel in die Hand bekommen. Fotos: Sebastian Birkl

22 49 Jahre im selben Betrieb. Für heutige Generationen kaum vorstellbar, für Gerhard Bonschab die Realität. Das Durchhaltevermögen hat er wohl vom Vater geerbt, auch er war fast ein halbes Jahrhundert bei Herrnbräu. Gerhard Bonschab verschlug es 1977 zur Brauerei. Nach der Ausbildung zum Industriekaufmann durchlief er schon bald die Abteilungen und erklomm die sprichwörtliche Karriereleiter - bis er 2006 schließlich Geschäftsführer der GmbH und 2009 Vorstand der AG wurde. So wirklich Ruhe gönnt sich der 65-jährige Neu-Ruheständler jedoch noch nicht. Bonschab ist in diversen Beiräten vertreten, u.a. beim MTV und FCI und nächstes Jahr steht auch noch das 90-Jahr-Jubiläum der Pfarrei St. Canisius an, bei dem er im Festausschuss tätig ist. Trotzdem freut er sich schon darauf, "bei schönem Wetter einfach mal die Türe zuzusperren und ab in die Berge zu fahren". TAGE BUCH meines Lebens GERHARD BONSCHAB Foto: Sebastian Birkl

15 espresso F F F Kommunion Der Kommunionsanzug sitzt wie angegossen. Die Kommunion fand damals in der Kirche St. Konrad statt. In sehr guter Erinnerung ist mir auch das damalige Mittagessen geblieben - nämlich im Gasthaus Daniel! Gasthäuser hatten eben schon immer eine ganz besondere Anziehung auf mich. Der Start bei Herrnbräu Die Fotos sind zwar nicht aus dem Jahr 1977, aber Herr Kunzmann (Foto oben), damaliger Prokurist bei Herrnbräu, war der Mann, der mich damals einstellte. Zuvor hatte mir mein Vater (Foto unten) von der freien Lehrstelle als Industriekaufmann erzählt. An meinem ersten Arbeitstag war ich furchtbar aufgeregt. Ein Schritt ins Ungewisse. Aber Herr Kunzmann war ein sehr ruhiger, ausgeglichener Mensch, der mir vieles beibrachte. Ganz oben bin ich an meinem ersten Schreibtisch als Abteilungsleiter Kasse. (1985-87) Make beer, not war Hoch hinaus ging es für mich bei der Luftwaffe. Obwohl?! Der eigentliche Dienst als Radarflugmelder spielte sich tatsächlich in einem unterirdischen Bunker ab. Für die Grundausbildung durfte ich nach Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen. Beim Wehrdienst war ich in Freising wieder näher an der Heimat. Dort hätten sie mich gerne behalten. Doch der damalige Prokurist Herr Kunzmann machte mir den Verbleib bei Herrnbräu mit einem Angebot schmackhaft, das ich nicht ablehnen konnte: die Aussicht auf eine Position als Abteilungsleiter. Und so kam es dann auch. Prost! Wenn ihr immer schon einmal wissen wolltet, welches Bier ich zu welchem Anlass trinke, warum ich fast eine Bundeswehrkarriere hingelegt hätte und was es mit dem einzigen Entführungsfall in der Herrnbräu-Geschichte auf sich hat, dann lest am besten weiter. F Geburt und erste Jahre Liebes Tagebuch, ich erblickte am 1. Oktober 1961 in Ingolstadt das Licht der Welt. Eine meiner ersten Erinnerung: die sogenannte Urlaubsverschickung. Heute würde man wohl Teambuilding sagen. Herrnbräu schickte jedes Jahr gleichzeitig vier Familien aus der Brauerei für je eine Woche in ein Haus in den Bergen. Mein Vater arbeitete auch bei Herrnbräu, somit durfte ich mit 5 zum ersten Mal Bergluft schnuppern. Eine Liebe, die bis heute hält. Mit den anderen Brauereikindern hatte ich eine Mordsgaudi. 1961 1970 1981 Fotos: privat 1977 "Ich würde nichts anders machen"

MEINE LEIDENSCHAFT Unternehmungen mit meinem Enkel Anton, Bergwandern und Spiele des FCI und ERC schauen. DAS KANN ICH BESONDERS GUT Menschen zusammenbringen. MEINE LEIBSPEISE Ich bin ein leidenschaftlicher Esser. Das kam mir in meiner Brauereilaufbahn immer zugute. Ob deutsche Küche oder italienisch, griechisch, indisch... - nichts ist vor mir sicher. WER MICH INSPIRIERT.. Menschen, die etwas besonderes leisten und viel Energie in eine Sache stecken. Nicht nur bei der Arbeit, auch im sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereich. MEIN LIEBLINGSORT Das idyllische Almdorf Sonnleitn in Kärnten mit wunderbarem Blick ins Tal. WO MAN MICH TRIFFT In allen Gastronomien, wo Herrnbräu ausgeschenkt wird. F der Berg ruft Hochzeit In den 80ern gab es noch keine Datingapps. Meine Frau Silvia lernte ich 1980 ganz klassisch bei einem Tanzkurs in der Tanzschule Fischer kennen (s. kl. Foto). Dabei tanzte ich am Anfang noch mit einer anderen. Das änderte sich aber schnell. Ihrem Lächeln konnte ich einfach nicht widerstehen. Sechs Jahre später heirateten wir in der wunderschönen Maria de Victoria Kirche. Mit einer Pferdekutsche ging es für uns direkt von der Kirche in Ingolstadt nach Lenting - wir feierten in der Hofmark. ROOOOAAAAARRRRRR Die Jüngeren werden sich wahrscheinlich nicht mehr erinnern, aber auch Ingolstadt hatte mal einen richtigen Faschingsumzug. Mit Herrnbräu bauten wir 1999 zum letzten Faschingsumzug einen riesigen Pantherkopf - passend zu unserem Panther Lager. Der Künstler Christian Seybold bemalte ihn. Ich stand auf dem Wagen und heizte den Zuschauern als DJ mit Partysongs ein. 1986 Ein einziges Herrnbräu-Lieblingsbier habe ich nicht. Auf den Anlass kommt es an! Für mich muss sein: Ein Weißbier zum Weißwurstfrühstück, zum Schafkopfen ein Helles, im Bierzelt ein Festbier und am Abend als Absacker gerne ein kleines Pils aus der Flasche. 1999 F Mit Rat und Tat Ich engagiere mich in mehreren Beiräten. Auf dem Foto stehe ich mit Horst Seehofer im MTV Stadion, wir waren damals beide im Wirtschaftsbeirat des Vereins, ich bin es heute noch. Horst Seehofer hatte an diesem Tag noch einen weiteren Termin: Bettina Schausten interviewte ihn im Rahmen der ZDF-Sommerinterviews im Stadion. 2018 F Zu jedem Anlass das richtige Bier Mit Silvia im Urlaub

Wahrscheinlich hat niemand auf der Welt so viele Königinnen getroffen wie ich. Bei einer dieser königlichen Dienstreisen begleitete ich unsere Weißbierkönigin Vivian auf das Schwabacher Bürgerfest. 2025 Auf königlicher Mission 17 espresso BAYERISCHE UND SÜDTIROLER KÜCHE GELEBTE WIRTSHAUSKULTUR HERZENSKÜCHE UND ECHTE GASTLICHKEIT ÖFFNUNGSZEITEN Montag – Donnerstag 17.00 – 22.00 Uhr Freitag – Samstag 17.00 – 23.00 Uhr Sonntag Ruhetag KÜCHE TÄGLICH BIS 21.00 UHR KONTAKT 0841 97459804 kontakt@schanzerrutschn.de Kanalstraße 1A . 85049 Ingolstadt Reservierungen ab sofort möglich - auch für eure Weihnachtsfeier! AB 30. OKTOBER NEUERÖFFNUNG 2023 F Wenige Jahre vor meinem Ruhestand wurde mir nochmal heiß, als plötzlich ein Erpresserbrief ins Haus flatterte. Leichtsinnigerweise hatten wir unseren Siegerschubkarren vom Barthelmarkter Stafettenrennen vergessen - und der wurde prompt einkassiert! "Für die Freilassung fordern wir eine Summe von einer Milliarde Euro", hieß es in der Lösegeldforderung. "Oder eine Brotzeit". Der Erpresser schickte gar ein Foto von sich und der Geisel mit, um den Druck zu erhöhen. Wir entschieden uns schließlich für die Brotzeit und eine Brauereiführung. Damit waren die Täter - Barthelmarkt-Urgestein Hippolyth Forster und seine Enkelin Rebecca - glücklicherweie auch einverstanden. Erpressung! Seine Mutter arbeitete übrigens bei der Parfümerie Kamm in der Moritzstraße. Sein Vater war von 1951 bis 1996 Bierfahrer bei Herrnbräu. Gerhard Bonschab hat zwei Kinder und ein Enkelkind. F Foto: Sebastian Birkl

26 espresso Foto: Paula Hornickel Fotos und Interview: Stefanie Herker » Humor ist die beste und wichtigste Waffe « Im Gespräch mit Kabarettist Stefan Leonhardsberger über Existenzängste, traditionelle Rollenbilder und Humor in Krisenzeiten

19 espresso Während draußen Krisen die Schlagzeilen bestimmen und KI alles verändert, hört Stefan Leonhardsberger einfach mal auf sein Herz. Wie überlebt man Sperrmülldates mit der Ehefrau, spontanen Kontrollbesuch vom Jugendamt und einen Nachbarn, der besser nagelt als man selbst? In seinem neuen Bühnenprogramm "Herzklopfen" erzählt Stefan Leonhardsberger von den täglichen Herausforderungen als Familienoberhaupt, von intimen Details als Partner und seinen Schwächen als Heimwerker. Stefan, in deinem Programm Herzklopfen geht es um Partnerschaft, Familie und Überforderung. Wenn du deinen Alltag betrachtest, wo spürst du aktuell die größte Belastung oder die meiste Nervosität: auf der Bühne, im Familienleben oder beim Blick auf die Weltnachrichten? Mit drei kleinen Kindern daheim bleibt oft nicht viel Zeit, um mich mit den Weltnachrichten zu beschäftigen. Natürlich bekomme ich mit, mit welchen Herausforderungen unsere Gesellschaft zurzeit zu kämpfen hat. Ich versuche, nach einer relativ simplen Regel zu leben: Ändere das zum Positiven, was du zum Positiven ändern kannst. Den Rest kann ich nicht beeinflussen. Das ist auf eine positive Art belastend und hält die Nervosität im Zaum. Du thematisierst auf der Bühne auch dein handwerkliches Geschick. Wenn du die Möglichkeit hättest, dir eine ideale Welt zu gestalten: Welche Bausteine dürften darin nicht fehlen? Auch da habe ich keine Utopie, die ich als Lösungsrezept anbieten kann. Mach alles, was du tust, mit Liebe und Hingabe. Wenn das alle machen, kommt man auch durch Krisen hindurch. Welche Rolle spielen Familie und Humor für dich persönlich bei der Bewältigung von Krisen? Humor ist die beste und wichtigste Waffe gegen persönliche und gesellschaftliche Krisen. Humor schafft Distanz, und wer über sich selber lachen kann, läuft nicht so schnell Gefahr, sich selbst zu wichtig zu nehmen. Und Familie ist der Ort, wo Zusammenhalt gelebt wird. Man ist füreinander da, auch in schlechten Zeiten. In deinen Shows lachen Hunderte Menschen gemeinsam über alltägliche Schwächen, im Alltag selbst wirkt das Zusammenleben jedoch oft ernst. Wie erlebst du den Umgang der Menschen mit Humor außerhalb des Theatersaals? Ich lebe mit meiner Familie in einer tollen Nachbarschaft. Wir sitzen oft abends zusammen und grillen oder quatschen einfach nur. Das tut gut, sich auszutauschen. Und eine Nachbarschaft ist ja wie eine Mini-Gesellschaft, und wir versuchen, nach den Regeln zu leben: Geben ist wichtiger als Nehmen. Und ein respektvoller Umgang miteinander ist die Basis für ein friedliches Miteinander. Und das bedeutet auch, respektvoll zu bleiben, wenn man nicht einer Meinung ist. Du kommst durch deine Auftritte mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt. Welchen Eindruck hast du von deren aktuellen Sorgen oder Existenzängsten? Aufgrund meiner Lebenssituation bin ich viel mit anderen Eltern zusammen. Wenn mein Sohn beim MTV Fußball spielt, wird ganz oft die Teuerung angesprochen, und das zweite große Thema ist KI. Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv damit auseinandergesetzt, und es ist schon beeindruckend und zugleich ein wenig erschreckend, wie schnell die Entwicklung voranschreitet. Die KI ist schon mein alltäglicher Assistent geworden. Wirklich gute Witze schreiben kann er noch nicht. Aber ich weiß nicht, ob das so bleibt. Aber diese Technologie wird weit mehr Veränderungen bringen als die Erfindung des Buchdrucks. Keiner weiß, wo die Reise hingeht. Es gilt, wachsam zu bleiben.

espresso 20 Wie viel Raum gibst du politischen Themen und gesellschaftlichen Rollenbildern in deinem Programm? Und wie gestaltet sich die Aufgaben- und Rollenverteilung in deinem eigenen Haushalt wirklich? Politische Themen lasse ich ziemlich außen vor. Mich interessiert vielmehr das individuelle Zusammenleben und ein ehrlicher, manchmal sogar schonungsloser Blick auf mich selbst. Denn eine Gesellschaft besteht aus vielen Individuen, und wer eine Gesellschaft verstehen will, muss die Individuen, die darin leben, verstehen. Auch im Zusammenleben verändert sich einiges. Die klassische Rollenverteilung löst sich immer mehr auf. Was auch zu Spannungen führen kann. Emanzipation ist wichtig, aber ich will auch der Mann in der Beziehung sein. Ich habe, bevor ich mit Herzklopfen herausgekommen bin, ein neunmonatiges Bühnensabbatical gemacht. Und es war eine der schönsten, aber auch anstrengendsten Phasen meines Lebens. Sicher ist es wunderbar, sehr viel Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, aber man kommt auch an seine Grenzen und darüber hinaus. Es war eine wichtige Erfahrung, und mein Respekt vor Frauen, die zu Hause bleiben und auf die Kinder und den Haushalt schauen, ist sehr gewachsen. Rückwärtsgewandte oder traditionelle Familienbilder finden derzeit bei bestimmten politischen Strömungen wie der AfD großen Zulauf. Wie erklärst du dir diese aktuelle Anziehungskraft der konservativen Familienrolle? Ich verstehe die Sehnsucht nach einer klaren Rollenverteilung. Es schafft mehr Sicherheit, und ich denke, dass jede Entwicklung an ihre Grenzen stößt. Wenn nur ein klassisches Modell erlaubt ist, wird man versuchen, daraus auszubrechen. Wenn jeder machen kann, was er oder sie will, steigt die Sehnsucht nach Orientierung und Sicherheit. Die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen zeigen eindeutig auf, dass auch eine Emanzipationsbewegung irgendwann an ihre Grenzen stößt. Was macht für dich einen „echten Kerl“ aus? Und hast du aufgrund deiner Shows schon einmal Anfeindungen erlebt? Ich habe bisher keine negativen Erlebnisse mit Zuseherinnen erlebt. Zum Glück. Ich bin doch ziemlich sensibel, und ich glaube, ich würde mir das ziemlich zu Herzen nehmen. Ich genieße es aber auch, nicht zu provozieren oder mich über andere lustig zu machen. Die Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“ verändert sich auch immer. Aber ich als Familienvater sehe es schon als meine Pflicht an, für meine Familie zu sorgen. Was sich vielleicht in den letzten Generationen erweitert hat, ist das Ausmaß an Sorge, die man als Mann übernimmt. Früher war es mehr die materielle Verantwortung, die es zu tragen galt, und heute kommt auch eine stärkere emotionale Komponente dazu. Auf welche Weise vermittelst du deinen Kindern im Alltag Werte wie Gleichberechtigung und ein modernes Weltbild? Ich versuche, zu Hause keine Bilder zu vermitteln. Denn ein Bild ist etwas Starres, nicht Veränderliches. Und daraus entstehen oft Ideologien. Ich liebe meine Kinder gleichermaßen, und alle haben das gleiche Recht auf Entfaltung. Mit dem Recht auf Entfaltung und Freiheit geht aber auch das Übernehmen von Verantwortung einher. Und das versuche ich ihnen vorzuleben. Scheitern inklusive. Angenommen, du stündest – ähnlich wie Hape Kerkeling nun – plötzlich auf politischer Bühne. Was wäre deine Message? Und welche gesellschaftlichen oder politischen Themen würdest du als Erstes anpacken? Ich bin kein Politiker und suche keine politische Bühne. Mein Beruf ist es, die Menschen zum Lachen zu bringen. In Spardebatten gerät aktuell unter anderem der Kultursektor unter Druck. Welchen Stellenwert haben Live-Kultur und Kabarett aus deiner Sicht für das gesellschaftliche Miteinander in Krisenzeiten? Ich als Comedian denke natürlich, dass es extrem wichtig für die Gesellschaft ist, dass die Leute zu Live-Veranstaltungen gehen. Aber jeder andere Sektor, egal ob Handwerker, Akademiker oder Dienstleister, denkt das auch. Nach meiner kurzen Zeit am Theater bin ich seit fast fünfzehn Jahren ein ungeförderter Künstler. Wenn ich keine Tickets verkaufe, verdiene ich kein Geld. Und das ist für mich völlig in Ordnung so. Ich weiß aber auch, dass es » Emanzipation ist wichtig, aber ich will auch der Mann in der Beziehung sein. «

21 espresso Fotos: Stefanie Herker

22 espresso passieren kann, dass mich niemand auf der Bühne sehen will. Dann muss ich mich nach anderen Optionen umsehen. Aber ich weiß, dass das Wort „Krise“ auf Chinesisch „Chance“ bedeutet. Und das finde ich ziemlich gut, auch wenn die Ingolstädter auf die Chinesen gerade nicht so toll zu sprechen sind. Um nochmal auf dein aktuelles Programm Herzklopfen zurückzukommen. Was erwartet deine Gäste? Ein Abend voller Gags, Gesang, Herz und intimer Geständnisse. Die sind selbstverständlich von meiner Frau abgesegnet. T I C K E T S Stefan Leonhardsberger ist am 25. November 2026 in der eventhalle im Westpark Ingolstadt. Tickets und weitere Termine finden Sie auf eventim.de.

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espresso 24 THE CELEBRATION Am 02. Oktober gipfelte das Jubiläumsjahr von LIFEPARK MAX in einer großen Jubiläumsfeier im Ingolstädter Stadttheater. Gemeinsam mit Membern, Freunden, Wegbegleitern und zahlreichen Gästen wurde gelacht, getanzt, angestoßen und ordentlich gefeiert. Für den passenden Sound sorgten Dynamite Tonite, DJ E*Star und die muskelbepackten Habama Brothers an den Trommeln. Weitere Acts und Auftritte machten den Abend zu etwas ganz Besonderem. Volker Beitler und Markus Halbeis blickten stolz auf 30 Jahre Lifepark im Westpark und 20 Jahre im DonauCityCenter zurück und bedankten sich herzlich bei allen Wegbegleitern.

25 espresso Fotos: Markus Banai

espresso Anzeige 26 LIFE ISN’T A RACE, IT’S A CATWALK Wenn ein Autohaus zum Catwalk wird und zwei traditionsreiche Familienunternehmen gemeinsame Sache machen, kann daraus etwas ganz Besonderes entstehen. Genau das zeigte sich am 16. Oktober bei Mercedes-Benz Praunsmändtl in Pfaffenhofen. Unter dem Motto „Mode, Menschen, Miteinander“ hatten Retzlaff Moden und Mercedes-Benz Praunsmändtl zu einem Abend eingeladen, der weit mehr werden sollte als eine klassische Modenschau. „Erstklassig mobil. Erstklassig angezogen.“ – mit diesem Slogan brachte Praunsmändtl-Geschäftsführer Gerrit Jan Gerritsen, der die 10 Praunsmändtl Standorte verantwortet, die ungewöhnliche Kooperation augenzwinkernd auf den Punkt. Und tatsächlich hätte die Verbindung kaum besser passen können: zwei Familienunternehmen mit langer Geschichte – Retzlaff feiert 70 Jahre, Praunsmändtl stolze 141 Jahre –, zwei starke Marken und zwei Frauen, die gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine stellten: Bettina Reisner, 3. Generation bei Retzlaff Moden, und Steffi Praunsmändtl vom gleichnamigen Autohaus. Kennengelernt hatten sich die beiden Unternehmerinnen über „Better Together“, das von Steffi Praunsmändtl initiierte Frauennetzwerk. Aus Austausch wurde Verbindung, aus Verbindung Freundschaft – und irgendwann entstand die Idee zu diesem Abend für fast 400 Gäste. Der Showroom des Autohauses verwandelte sich in eine außergewöhnliche Eventlocation mit Laufsteg, Bar und Dancefloor. Acht Profi-Models des Fashionteams Hailer-Voik präsentierten, eloquent moderiert von Natascha Zillner (u. a. Radio Arabella), nahezu 100 Looks aus Fotos: Kathrin Schafbauer

Anzeige espresso 27 Ingolstädter Straße 27 & 29 85276 Pfa enhofen Tel. 08441/84887 www.retzla -moden.de Lust auf Frühling... Ingolstädter Str. 27 & 29 85276 Pfaffenhofen Tel. 08441/84887 www.retzlaff-moden.de IG @retzlaff_moden den aktuellen Herbst-/Winterkollektionen 2026. Mal im klassischen Walk, mal in aufwendig choreografierten Tanzeinlagen: Glitzerkleider zwischen beleuchteten Kleiderständern, lässige Streetwear, elegante Abendroben und Anzüge. Die Grenzen zwischen Modenschau und Show verschwammen. Das begeisterte Publikum war schnell in den Bann gezogen. „Ich habe immer wieder von oben auf diese Kulisse geschaut und hatte vor Freude und Erleichterung Tränen in den Augen“, erzählt Steffi Praunsmändtl, die mit YOGAme ihr eigenes Unternehmen führt und die Modenschau kurzerhand zur Chefsache machte. „Am Anfang war ich bei der Idee einer Modenschau im Autohaus durchaus skeptisch. Aber dieser Abend hat mir wieder einmal gezeigt, was entstehen kann, wenn Menschen für eine Idee brennen – und man ihnen einfach vertraut.“ Die Idee und das Konzept hatte Bettina Reisner, die an diesem Tag Geburtstag hatte, schon lange im Kopf: „Wir wollten einen Abend schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, sich inspirieren lassen, lachen, feiern und einfach eine richtig gute Zeit haben. Dass daraus eine solche Stimmung entstanden ist, hat uns selbst überwältigt.“ Daran hatte auch die Lieblings-DJane der beiden Organisatorinnen ihren Anteil: DJ Funshine, die sonst auf internationalen Events für den richtigen Beat sorgt, bewies auch in Pfaffenhofen ihr Gespür für die perfekte Mischung. Bis Mitternacht blieb die Tanzfläche kein einziges Mal leer. "Es war ein Abend, der in die Geschichte beider Familienunternehmen eingehen wird", schmunzelt Steffi Praunsmändtl zufrieden. Erstklassig mobil. Erstklassig angezogen. Erstklassig gemeinsam.

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