März 2025 l Ausgabe 23 l KOSTENLOS www.landshuter-magazin.de Mit eigenen Händen Schalen aus Ton selbst formen Gemeinsam auf dem Acker Gemüse anpflanzen mit dem Regionalkollektiv Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Die 23. Ausgabe Liebe Leserinnen und Leser, wie jeder Mensch in sich Verborgenes trägt, hat auch jede Stadt ihre geheimnisvollen Zeichen und Geschichten. Einblicke in diese manchmal ungesehenen und oft unbekannten Winkel zu bieten, sehen wir als eine unserer Aufgaben. Solche Zeichen und Orte mit ihren Geschichten haben wir für diese Ausgabe aufgespürt. Wir folgen den Schritten einer außergewöhnlichen Stadtführung, wir beleuchten das Atelier einer Künstlerin und werfen einen Blick auf ihren kreativen Schaffensprozess, wir „schmuggeln“ uns in Chorproben und entlocken zwei Kaffeeröstereien ihre speziellen Geheimnisse. Und weil der Frühling bald kommt, informieren wir auch über Möglichkeiten des ökologischen Anbaus und was sich alles hinter dem Projekt „Regionalkollektiv“ verbirgt. Für die handwerklich Begabten zeigen wir schrittweise zwei Techniken des Handmodellierens mit Ton. Und wer nicht weiß, was die Bananenflanke in der Fußballsprache ist, kann in dieser Ausgabe von einem besonderen Projekt erfahren. Nehmen Sie sich Zeit, seien Sie neugierig! Sie werden belohnt. Viel Freude beim Lesen und Entdecken. Ihr Christoph Reich und das Team vom LANDSHUTER März 2025 l Ausgabe 23 l KOSTENLOS www.landshuter-magazin.de Mit eigenen Händen Schalen aus Ton selbst formen Gemeinsam auf dem Acker Gemüse anpflanzen mit dem Regionalkollektiv AUCH ZUM ONLINE LESEN: www.landshutermagazin.de Gasthaus zur Schleuse Bayerische Wirtshauskultur – gschmackig guad. Isargestade 739 | 84028 Landshut 0871 97 47 24 24 info@augustiner-zurschleuse.de www.augustiner-zurschleuse.de Gasthaus „zur Schleuse“ augustiner_zur_schleuse1328 großer schattiger Kastanienbiergarten mit Bayrischen Schmankerl regelmäßig Live-Musik im Biergarten Traditionell Bayrische Küche | wechselnde Tagesgerichte | vegetarisch & vegan Neu: Augustiner Helles aus dem Holzfass (am Wochenende im Biergarten) Montags geöffnet! Unsere aktuellen Öffnungszeiten findet ihr online! Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
IMPRESSUM Herausgeber und Produktion: Jos. Thomann‘sche Buchdruckerei, Verlag der Landshuter Zeitung KG, Altstadt 89, 84028 Landshut Erscheinung: 31. März 2025 Auf lage: 9.000 Exemplare Verantwortlicher Redakteur: Christoph Reich Autoren: Christoph Reich, Sandra Schörghuber, Petra Scheiblich, Petra Möllerfrerk Layout/Grafik und Organisation: Miriam Ottinger Gestaltung: Miriam Ottinger, Tanja Resch, Emilie Rykovski Anzeigenverkauf: Verkaufsteam der Landshuter Zeitung Anzeigenleitung: Margot Schmid, Thomas Gedeck Titelbild: © rh2010 - stock.adobe.com Gestaltungselemente: © moleskostudio - stock.adobe.com Alle Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Abdruck, auch auszugsweise, kann nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers erfolgen. Redaktionsschluss: 28.02.2025 Alle vom Verlag gestalteten Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur nach Genehmigung des Herausgebers in anderen Medien genutzt werden. Für die Inhalte der Anzeigen ist der Auftraggeber verantwortlich. Sie haben Interesse an einer Anzeigenschaltung, Anregungen oder Fragen zum Magazin? So erreichen Sie uns: Telefon 0871 / 850 - 2661, Margot Schmid stadtmagazin@landshuter-zeitung.de www.landshuter-magazin.de INHALT MODE 20 Die Trends im Frühjahr für Mann und Frau FREIZEIT 12 Gänsehautmomente mit den Gospelsingers Landshut 36 Mehr als nur Fußball: Inklusion 2.0 mit dem Team Bananenflanke 42 Ökologisch und solidarisch: Mitmachen beim Regionalkollektiv KULINARISCHES 16 Kaffeegenuss: Ein Einblick in die Wissenschaft des Röstens 46 Frisch wie der Frühling: Buttermilchcreme mit Himbeeren DIY 50 Arbeiten mit Ton: Eine Schale – zwei Techniken 56 Challenge Frühjahrsputz XXL KULTUR 28 Zu Besuch im Atelier von Christine Rieck-Sonntag 58 „Fahrenheit 451“ im Stadttheater: Ein Gespräch mit Regisseur Markus Bartl STADTGESCHICHTE 06 Landshuts verborgene Schätze TIERE 32 100 Jahre zu Pferd in Landshut: der Reit- und Fahrverein WISSENSWERTES 26 Buchtipps 62 Veranstaltungskalender 66 Landshut in Zahlen Attenkofer MEDIENGRUPPE 4 | Inhalt Die nächste Ausgabe erscheint im HERBST 2025. Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
uezw-energie.de/pv-anlage Familienmenschen lieben fairen Strom Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Eugen Eder zeigt die verborgenen Schätze Landshuts „Eine wunderbare Stadt voller Geschichte“ Von Sandra Schörghuber 6 | Stadtgeschichte Fotos: © Sandra Schörghuber, Abbasy Kautsar - stock.adobe.com, Tata - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Mode | 7 Du bist unser Mehrwert. Gemeinsam bringen wir unsere Region nach vorne. Zusammen sind wir mehr. #Mehr als eine Bank. Gestalte mit uns die Zukunft: Bewirb dich jetzt Tim Justvan & Julia Kriger Sichere Dir jetzt Deinen Ausbildungsplatz für 2025! Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Der Schlussstein mit dem versteckten Markenlogo Es sieht aus wie ein „T“. Wäre es magentafarben, könnte es das Logo eines Mobilfunkanbieters sein, doch es befindet sich am Ende der Arkaden – dort, wo sich direkt vor der Sparkasse die Bögen zum letzten Mal treffen. Eugen Eder beleuchtet den Schlussstein mit einer Taschenlampe und erklärt die Details: Die Inschrift, welche sich um den Buchstaben windet, verweist auf das Baujahr: 1453. Denn Achtung: In der Gotik wurde die Zahl 4 als halbe Acht dargestellt. Und es mag zwar wie der 20. Buchstabe des Alphabets aussehen, doch tatsächlich handelt es sich um ein sogenanntes ägyptisches oder Tau-Kreuz. Es geht zurück auf den heiligen Antonius den Großen, einen Eremiten aus Ägypten, der als Vater des Mönchtums gesehen wird, weil er als erster ein Kloster, den Antoniterorden, gründete. Das Tau-Kreuz gilt als Schutzzeichen gegen Feuer, Pest sowie diverse andere Krankheiten und sollte das neue Gebäude wohl vor jeglichem Übel bewahren. Geschichte hinterlässt ihre Spuren – mal groß und unübersehbar wie die Martinskirche oder die Burg Trausnitz, mal klein und leicht zu übersehen etwa in Form versteckter Wappen, Reliefs und Buchstaben. Es sind diese kleinen Zeugnisse der Geschichte, auf die Eugen Eder in seiner Führung „Landshuts verborgene Schätze“ aufmerksam macht. Oft müssen die Teilnehmer den Kopf in den Nacken legen oder dem Schein seiner Taschenlampe folgen, um die Kleinode zu bemerken. Seit 2016 führt Eugen Eder Touristen und Interessierte durch Landshut. Doch auf die Idee mit der Führung zu den verborgenen Schätzen Landshuts kam nicht er, sondern der jüngere seiner beiden Söhne. Es war ein Geburtstagsgeschenk. Der Elfjährige bereitete eine Kurzführung durch die Stadt vor, bei der er seinen Vater auf einige der versteckten Geschichtszeugnisse aufmerksam machte und ihm den Auftrag gab, weiter zu recherchieren. Eder baute daraufhin die Tour aus, bei der nun innerhalb von zwei Stunden 14 Stationen besichtigt werden. Dem Landshuter Stadtmagazin zeigte er einige der sogenannten Schätze, an denen man sonst oft nur gedankenlos vorbeigeht. Mehr Informationen zu dieser und weiteren Touren finden Sie unter erleben.landshut.de und stadtfuehrung-landshut.com. Der nächste Termin für diese Führung ist Freitag, 27. Juni, 15 Uhr, Treffpunkt: Heiliggeistkirche. Altstadt 300 8 | Stadtgeschichte Fotos: © Sandra Schörghuber, Abbasy Kautsar - stock.adobe.com, josepperianes- stock.adobe.com, Tata - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Ein Schiff verheißt Abenteuer Schräg gegenüber liegt auf der anderen Straßenseite das Fahrmbacher-Haus. Hier macht der Stadtführer auf zwei Besonderheiten aufmerksam: den Erker und das Schiffsrelief darunter. Das Haus kam 1870 zu seinem Namen. Damals kaufte Max Aloys Fahrmbacher das Gebäude und renovierte es. Er machte das Haus traufständig, das heißt die Regenrinne kam nach vorne, und ergänzte es um einen Erker – ein Privileg, das bis dahin allein dem Rathaus vorbehalten war. Noch heute sind die beiden Gebäude die einzigen mit einem Erker in der Landshuter Altstadt. Nach Abschluss der Bauarbeiten eröffnete Fahrmbacher zwei Läden: links ein Hut-, rechts ein Tabakgeschäft. Ein weiteres Unternehmen gesellte sich nach dem Ersten Weltkrieg dazu: eine Filiale der Hamburg-Amerika Linie, die Pakete und Passagiere per Schiff über den Atlantik brachte. Das sogenannte Auswandererbüro war die Anlaufstelle für alle Niederbayern, die in den USA oder Australien ihr Glück suchen wollten. Das Relief in Form eines Schiffes unter dem Erker wies ihnen den Weg. 1930 wurde aus dem Auswandererbüro Landshuts erstes Reisebüro. Und auch das Geld für den lang ersehnten Urlaub kann man dort seit 1948 gewinnen. Damals öffnete im Fahrmbacher-Haus die erste Lotto-Annahmestelle Bayerns. Fahrmbacher-Haus, Altstadt 77 Altstadt 71 · 84028 Landshut · Telefon: 0871/28015 · www.stegfellner-landshut.de Restaurant · Catering · Metzgerei · Delikatessen Familienunternehmen in 5. Generation Hauseigene Metzgerei, bestes Fleisch, feine Wurstspezialitäten und frischer Fisch Feinkost aus aller Welt, hausgemachte Köstlichkeiten, exquisiter Käse – auch als Geschenkkorb Gehobene Küche in unserem Restaurant Vielfältiger Imbiss für Anspruchsvolle Perfekter Service für Ihr Privat- und Business-Catering im kleinen oder großen Kreis Restaurant und Weinkeller: der passende Rahmen für Ihre individuelle Feier „ “ Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Hungrige Prinzen und versteckte Buchstaben Die nächste Station der Schatzsuche ist das Kronprinz-Haus. Eugen Eder geht schnurstracks nach innen, wo die Gäste des Cafés in der eindrucksvollen gotischen Haushalle speisen. Sein Augenmerk gilt jedoch erneut den Schlusssteinen an der Decke. Einer davon zeigt das Wappen von Dr. Martin Mair. Für den herzoglichen Kanzler wurde das Haus im 15. Jahrhundert errichtet. Nach seinem Tod im Jahr 1485 kaufte Herzog Georg der Reiche, bekannt als Bräutigam der Landshuter Hochzeit, das Haus und richtete dort die herzogliche Kanzlei ein. Auch nachdem Landshut zur Fürstenstadt geworden war, blieb die Regierungskanzlei dort ansässig. Der Beweis dafür ist im Metalleinsatz über dem markanten Holzportal versteckt. Eugen Eder deutet darauf: „Sehen Sie die vier Buchstaben?“ Es dauert etwas, bis sich nach und nach die Buchstaben aus dem Muster herauskristallisieren: KFRL. Kurz für: Kurfürstliche Regierungskanzlei Landshut. Einer der Kurfürsten, Karl-Theodor, hat sich mitsamt seiner Gemahlin sogar auf dem Portal verewigen lassen. Medaillons mit ihren Porträts zieren die Holztüren. Doch seinen Namen bekam das Gebäude von einem hungrigen Studenten: Ludwig I., Großvater des berühmten Märchenkönigs mit dem gleichen Vornamen. Der Kronprinz studierte 1803 an der Landshuter Universität. Die Professoren ließ er zu sich kommen, aber er speiste gerne im Gasthof, der inzwischen in die Räumlichkeiten in der Altstadt 29 gezogen war. Der findige Besitzer änderte 1815 den Namen deshalb in „Gasthof zum bayerischen Kronprinz“. Das Kino, das später dort ein Zuhause fand, nannte sich ebenfalls Kronprinz und brachte den prägnanten Schriftzug an der klassizistischen Hausfassade an. Haus zum Kronprinzen, Altstadt 29 10 | Stadtgeschichte Fotos: © Sandra Schörghuber, Abbasy Kautsar - stock.adobe.com, josepperianes- stock.adobe.com, Tata- stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Der nackerte Jesus „Kennen Sie den nackerten Jesus von Landshut?“, fragt der ehemalige Gymnasiallehrer mit einem schelmischen Grinsen und läuft zur Nordseite der Martinskirche. Hier befindet sich die Schleichkapelle. In einem vergoldeten Kupferrahmen hängt darin ein Gemälde des gekreuzigten Jesus, das durch ein fehlendes Detail hervorsticht. „Man erzählt sich, dass der Maler, kurz bevor er das Schamtuch malen wollte, plötzlich so einen Hunger und Durst bekommen hat, dass er schnell ins Wirtshaus gegangen ist. Als er wieder zurückkam, um das Bild fertigzustellen, war das Wunder passiert: Der Jesus hat sich zur Seite gedreht!“, erzählt Eugen Eder die Anekdote zum Bild. Und spätestens dann möchte man ihm zustimmen: „Landshut ist eine wunderbare Stadt voller Geschichte“, wie er sagt. Schleichkapelle, Kirchgasse 232 Stadtgeschichte | 11 Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
„Sing mit uns!“ Es ist eiskalt, wie fast immer in der Kirche von St. Jodok. Und trotzdem ist das Gotteshaus fast bis auf den letzten Platz besetzt. Im Mittelgang wurden sogar zusätzliche Stühle aufgestellt. So viel Andrang hatte niemand erwartet, nicht die Kirchenvertreterin, nicht der Veranstalter, die Bürgerhilfe Hofberg, und auch der Gospelchor nicht. Als die Sängerinnen und Sänger, angeführt von ihrem Leiter Eric Bond, zu Keyboard-Klängen durch die Mitte nach vorne schreiten, brandet bereits Applaus auf, der Kälte zum Trotz. „Alle sollen hören: unser Gott ist da“, tönt es durch die Kirche, der Rhythmus geht sofort ins Blut, und schon beim ersten Refrain klatscht das Publikum mit. Das ist natürlich beabsichtigt. Bond ist ein Meister darin, die Menschen mitzunehmen. „Sing mit uns!“, fordert er das Publikum auf, um dann überzugehen in die wohl bekannteste Kirchenhymne überhaupt: „Lobet den Herrn“, die aber mit dem unterlegten Reggaesound erfrischend neu klingt. Eine gute Stunde verbreiten die Gospelsingers Landshut in diesem Konzert Fröhlichkeit und Optimismus, manchmal machen die Texte auch nachdenklich. Doch vor allem spürt man die Freude am gemeinsamen Singen. Der in Ohio geborene Komponist und Musiker Eric Bond ist mit Gospelmusik aufgewachsen, verlegte sich dann zunächst auf Funkmusic, bevor er als Chorleiter wieder zum Gospel zurückkehrte. Seit fast drei Jahrzehnten leitet er nun verschiedene Chöre. Der bekannteste und größte Chor sind die Münchner Gospelsterne. Den in Landshut gründete er 2017, nach mehreren Workshops, bei denen er festgestellt hatte, „dass man mit den Menschen hier sehr schnell zu einem guten Ergebnis kommen kann“. Rund 50 Leute sind mit dabei. „Die Energie hier ist sehr gut. Die Leute haben Spaß.“ "Hey, du hast jeden Ton getroffen!" Ein Abend in der Wolfgangsiedlung. In der Auferstehungskirche ist es warm, angenehm warm. Jeden Montag proben hier die Gospelsingers, und fast immer sind auch ein paar Neue dabei, dieses Mal sind es sogar fünf. Auch sie werden von den anderen begrüßt, das hilft etwas gegen die Schüchternheit. Schließlich steht man beim ersten Mal doch etwas auf dem Prüfstand, man muss nämlich eine kleine Stimmprobe abgeben. Eric Bond kommt in den Saal, er ist wie immer mit dem Zug aus München angereist und nutzt jede Minute, bevor er eineinhalb Stunden später wieder zum Bahnhof eilt. Gleich geht es los mit den Aufwärmübungen, melodiös, beschwingt, einladend und eingängig, auch die Neuen stimmen automatisch mit ein. Von Petra Scheiblich Wie der amerikanische Chorleiter Eric Bond und seine Gospelsingers mit deutschen Texten Herzen bewegen 12 | Freizeit Fotos: © Christine Vinçon, Petra Scheiblich, Sodapeaw - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Das ist auch gut so, denn gleich müssen sie ran: Sie werden nach ihrem Namen gefragt. Den sollen sie bitte lauter sagen. Lauter, noch lauter, fordert Bond sie auf. Fast jeder kann singen – wenn auch nicht unbedingt solo „Es ist wichtig, dass ihr laut singt“, erklärt er. „Wichtiger, als nicht falsch zu singen.“ Denn nur, wenn die einzelnen Sänger laut singen, könne er Misstöne heraushören, kontrollieren, korrigieren. Dann wird eine Neue aufgefordert, ihm einen Ton nachzusingen. Hat sie ihn getroffen? Anscheinend. Der nächste Ton ist eine Terz höher, dann noch eine und noch eine. „Hey, du hast jeden Ton getroffen“, sagt Bond, die anderen klatschen Beifall. Das hat die Neue, die zuvor noch nie in einem Chor gesungen hat, nicht erwartet. Aber hat es auch schön geklungen? „Nicht jeder hat eine Solostimme“, meint Bond. In einem Chor, erst recht, wenn es einer für Amateure ist, brauche es das auch nicht, und die Grenze zwischen gut und schlecht sei sehr breit. „Wichtig ist, dass das Gehör stimmt und man den Ton halten kann.“ Der eigentliche Sinn der Übung war aber ein ganz praktischer: Neue Stimmen müssen eingeteilt werden und am richtigen Ort Platz nehmen – Sopran, Mezzo, Alt, Tenor und Bass. Vier Proben wartet Bond meist ab. Sollte jemand dann immer noch keinen Ton richtig treffen, „dann sage ich ihm die Wahrheit“. Das seien aber bisher nicht viele gewesen, höchstens acht oder neun Leute – in 27 Jahren. „Es macht einen Unterschied, wenn die Leute den Text verstehen“ Etwa 50 Songs umfasst das Repertoire, fast alle hat Bond selbst komponiert. Und sie geben seinen Chören ein Alleinstellungsmerkmal: Die Texte stammen von der Theologin Jutta Hager und sind alle auf Deutsch. „Es macht einen Unterschied, wenn die Leute den Text verstehen“, sagt Bond. „Dann werden sie berührt.“ Freizeit | 13 Herrngasse 379-380 - 84028 Landshut - 0871 96 68 35 35 Öffnungszeiten: Mo., Di. & Do.: 8.15 – 18.45 Uhr Mi. & Fr.: 8.15 – 18.30 Uhr · Sa.: 8.30 – 13.00 Uhr Dreifaltigkeitsplatz 175 b · 84028 Landshut Tel.: 0871 / 2 58 58 · Fax: 0871 / 8 00 07 15 Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Mehr zu den Gospelsingers Landshut findet man auch auf Facebook. Oder man kommt einfach zu einer Probe: montags von 19.45 Uhr bis 21.15 Uhr (außer in den Schulferien) in der Auferstehungskirche in Landshut, Fliederstraße 17. Allerdings muss man als Neuling die Texte und Melodien auch erst einmal lernen. Bis man alle Lieder auswendig mitsingen kann, dauere es etwa ein Jahr. Man muss aber keine Noten lesen können, um einzusteigen – gut wäre nur ein gewisses Rhythmusgefühl. Und trotzdem ist das gemeinsame Singen von Anfang an ein Erlebnis, ein Gänsehautmoment reiht sich an den nächsten. Jede Probe ist erfüllt von guter Laune, Konzentration und Energie – nicht zuletzt dank Eric Bond, der ein wahres Energiebündel ist. Er schafft es, zu begeistern und mitzureißen, er macht nicht runter, sondern baut auf. Er fordert, ohne zu überfordern, er holt raus, was rauszuholen ist. „Wenn du gut drauf bist, geht es dir dann noch besser“ Karin ist schon ein paar Jahre dabei und erzählt, welche Wirkung das Singen im Chor haben kann. Einmal war gerade ihr Hund Max gestorben und es ging ihr sehr schlecht. Als sie dann in der Probe „Gott segne dich“ anstimmten, stiegen ihr Tränen in die Augen. Und doch ging es ihr dann besser. „Auch wenn du schlecht drauf bist, bekommst du hier ein warmes, wohliges Gefühl“, meint sie. „Und wenn du gut drauf bist, geht es dir dann noch besser.“ Für Sepp, der jede Woche aus Niederaichbach kommt, sind die Chorproben das Highlight seines noch jungen Rentnerdaseins. Auch wenn das Lernen der Lieder „ein gutes Stück Arbeit“ gewesen sei: „Hier zu singen macht glücklich.“ Und energiegeladen, ergänzt Karin. Sie könne nach den Proben nie gleich schlafen gehen. Viele andere aus dem Chor anscheinend auch nicht. Sie treffen sich noch beim Italiener um die Ecke auf eine Pizza. Eric Bonds Zug ist da bereits wieder auf dem Weg nach München. Manchmal finde er das schade, sagt er. „Aber ich freue mich, dass die Leute da einen sozialen Ort geschaffen haben, den es auch gibt, wenn ich nicht da bin.“ Konzerte wie das in St. Jodok sind dann das i-Tüpfelchen. Aber auch eine Herausforderung. Springen diese ganzen positiven Vibes denn auch über? „Gott lebt in dir“ singt der Chor, und plötzlich stehen die Leute reihenweise auf und klatschen mit. Als am Ende alle begeistert „Oh happy day“ mitsingen und ein paar Kinder freudig mithüpfen, ist die Kälte in dem Raum fast vergessen. „Wer Herzen bewegt, bewegt die Welt“ lautet der Leitspruch zu Bonds Gospelchören. Und macht zumindest an diesem kalten Abend das Leben etwas wärmer. 14 | Freizeit Fotos: © Christine Vinçon, Petra Scheiblich, Sodapeaw - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Gerösteter Genuss Wie wird aus ungenießbaren Kirschkernen eine belebende Tasse Kaffee ? Ein Besuch bei Caffé Ricco und Le Petit Café de Monsieur S. Von Sandra Schörghuber Grammgenau füllt Richard Ruhland die Bohnen in die Verpackung. Per Hand, weil das Verhältnis für die Espressomischung genau stimmen muss: 80 Prozent Arabica, 20 Prozent Robusta. Es sind die bekanntesten Kaffeesorten, obwohl es noch viele mehr gibt. Die Bohnen der Sorte Arabica hat er eben geröstet. Sie stammen aus Indien, aus einem kleinen Tal namens Kalledevarapura. Richard Ruhland und seine Frau Petra wissen genau, von welchen Bauern die Bohnen stammen, die sie in ihrer kleinen Manufaktur „Caffé Ricco“ verarbeiten. Der Name ist ein Wortspiel. Er stammt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie „reicher Kaffee“, also hochwertige Kaffeebohnen mit einer intensiven Vielfalt an Aromen, die durch eine sorgfältige Röstung hervorgebracht werden. Und Ricco bedeutet auch Richard. „Das passt zu uns“, sagt Petra Ruhland mit einem Schmunzeln. 2018 fing alles im Keller des Ehepaars an. Nachdem er erfolgreich ein halbes Kilo Kaffee im eigenen Backofen geröstet hatte, kaufte sich Richard Ruhland einen kleinen Röster und verbrachte die Wochenenden fortan damit, im Untergeschoss seines Hauses Kaffeebohnen zu rösten. In der ganzen Nachbarschaft roch es nach frischem Kaffee. „Der Geruch hat mich schon als Kind fasziniert“, erinnert sich Ruhland. Damals durfte er seine Großmutter beim Einkauf in den traditionellen Kaffeehäusern begleiten. Die Leidenschaft für Kaffee ist geblieben und aus dem Hobby wurde ein kleines Unternehmen. Inzwischen verkaufen die Ruhlands seit fünf Jahren ihren Kaffee in einer eigenen Rösterei mit Werksverkauf in Kronwinkl. Roh riechen die Bohnen nach Gras. Ihre grün-gelbliche Farbe wirkt wenig einladend, sie zu mahlen und mit heißem Wasser zu dem Getränk zu verarbeiten, das vielen den Morgen rettet. Erst durch das Rösten entwickeln Kaffeebohnen ihr unvergleichliches Aroma und die satte braune Farbe. Das Landshuter Stadtmagazin durfte zwei Kaffeeröstern dabei über die Schulter blicken. 16 | Kulinarisches Fotos: © Christine Vinçon, alexrockheart - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Mehr Platz, größerer Röster Mit dem zur Verfügung stehenden Platz wuchs auch der Röster. „Ein Upgrade vom 500er-Fiat hin zum Mercedes“, sagt Ruhland. In diesem traditionellen Trommelröster aus Gusseisen röstet er bei unserem Besuch die Rohbohnen aus dem kleinen Tal in Indien. Dafür heizt Ruhland den Trommelröster auf 200 Grad auf. Die Temperaturentwicklung verfolgt er genau auf einem Laptop, der direkt neben dem Röster steht. Vorsichtshalber kontrolliert er alles zudem mit einem Laserthermometer. Erst, wenn die Trommel heiß genug ist, lässt er die Bohnen hineinfallen. Sofort fällt die Temperatur auf 74 Grad ab. 15 Minuten dauert der Röstvorgang insgesamt. Langsam heizt sich die Luft im Innenraum wieder auf und mit ihr die Bohnen. Die Trommel dreht sich dabei konstant, damit die Bohnen nicht anbrennen. Durch ein kleines Bullauge sieht man, wie sie sich bewegen und an Farbe gewinnen. Regelmäßig entnimmt Ruhland mit dem Probenzieher einige Bohnen und überprüft sorgfältig die Färbung. Ein lauter werdendes Knacksen Nach etwa zwei Dritteln der Röstzeit fängt es leise an zu knacksen, dann wird das Geräusch häufiger und lauter. Es klingt wie Popcorn. Das ist das Aufbrechen der Bohnen, genannt First Crack. Hier entwickeln sich die Aromen bei der sogenannten Maillard-Reaktion. Sie ist beispielsweise auch dafür verantwortlich, dass Steaks oder Kartoffeln bei Hitzeeinwirkung eine braune Kruste und einen besonderen Geschmack bekommen. An diesem Punkt muss Ruhland besonders vorsichtig sein: Die Bohnen werden schnell dunkler und wenn man nicht aufpasst, hat man Holzkohle, erklärt er. Die Luft in der Trommel hat sich inzwischen wieder auf über 200 Grad erhitzt. Ruhland entnimmt noch einmal eine Probe und riecht kurz daran. Dann öffnet er die Klappe und lässt die Bohnen zum Abkühlen in das Kühlsieb fallen – kurz vor dem zweiten Crack. Beim Rösten ist Genauigkeit gefragt: Schon zehn bis 20 Sekunden zu viel oder zu wenig verändern den Geschmack entscheidend. Und: „Jede Bohne reagiert anders“, sagt Petra Ruhland. Das Aroma herauskitzeln Nicht nur die Sorte, auch die Lage des Anbaugebiets beeinflusst, wie sich die Bohnen beim Rösten verhalten. Mit dem Probenzieher kontrolliert Richard Ruhland, ob die Bohnen bereits den richtigen Röstgrad haben. Der traditionelle Trommelröster aus Gusseisen wird mit Gas betrieben. So lässt sich die Temperatur schneller regulieren. Richard und Petra Ruhland betreiben seit fünf Jahren ihre Rösterei „Caffé Ricco“ in Kronwinkl. Kulinarisches | 17 Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Manche benötigen höhere Temperaturen und dafür einen kürzeren Zeitraum, andere brauchen etwas länger bei reduzierter Hitze, um ihren Geschmack zu entfalten. Deshalb haben die Ruhlands für jede ihrer Kaffeesorten in mühsamer Kleinstarbeit sogenannte Röstprofile entwickelt, also eine Art Rezept für die perfekte Röstung. Proben des Rohkaffees wurden dafür auf drei verschiedene Arten geröstet und anschließend verkostet. Die Ergebnisse wurden auf einem Fragebogen festgehalten. Die beste Röstung kam in die nächste Runde und musste sich mit zwei weiteren, neuen Varianten messen. Nach der dritten Runde stand das Ergebnis in der Regel fest. „Es ist eine Wissenschaft für sich. Das Schöne ist, das Aroma herauszukitzeln“, sagt Richard Ruhland. Dabei sei das Ausgangsprodukt natürlich das A und O. Nass oder trocken? Auch für Abdelfattah Belouali ist die Qualität der Kaffeebohnen entscheidend. Der Besitzer des Le Petit Café de Monsieur S. macht guten Kaffee von vier Faktoren abhängig: den Bohnen, der Mischung der Sorten, dem Mahlen der Bohnen und schlussendlich dem Menschen, der für alles verantwortlich ist. Schon die Art der Aufbereitung wirkt sich laut Belouali auf den Geschmack aus. Das ist der Prozess, bei dem die Bohne aus der Kaffeekirsche gelöst wird. Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze, um alle äußeren Schichten zu entfernen: Bei der trockenen Aufbereitung werden die Früchte mehrere Wochen in der Sonne getrocknet. Die weichen Teile werden dadurch spröde, sodass sie leicht entfernt werden können. Trocken aufbereiteter Kaffee soll süßer schmecken, da die Süße des Fruchtfleisches in die Bohne zieht. Auch bei der nassen Aufbereitung werden die Bohnen am Ende getrocknet. Davor wird jedoch das Fruchtfleisch weggewaschen. Anschließend werden die Bohnen in Tanks fermentiert, um alle Reste zu entfernen. Mit dieser Methode soll das Geschmacksprofil des Kaffees klarer hervortreten. Hell, mittel oder dunkel? Montags ist der Ruhetag des Cafés. Den Wochenanfang nutzt Abdelfattah Belouali, um den Kaffee zu rösten, den er in seinem Lokal anbietet, aber auch an Stammkunden verkauft. Dafür verwendet er einen kleinen Trommelröster, der prominent direkt vor der Abdelfattah Belouali röstet die Bohnen für das „Le Petit Café de Monsieur S.“ immer montags – am Ruhetag. Ungeröstet riechen die grün-gelblichen Bohnen nach Gras. Ein guter Espresso zeichnet sich durch drei klar erkennbare Schichten aus. 18 | Kulinarisches Fotos: © Christine Vinçon, alexrockheart - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Theke mit dem Gebäck steht. Für seine Röstungen verwendet der Cafébesitzer ebenfalls die bekannten Sorten Arabica und Robusta. Beim Rösten achtet der 57-Jährige auf die Temperatur, die außen am Röster angezeigt wird, die Dauer des Prozesses und die Färbung der Bohnen. Mit einer Software arbeitet er nicht. „Ich bin zufrieden, wenn der Kaffee die richtige Farbe erreicht“, sagt er. „Viele meiner Gäste mögen einen starken, kräftigen Kaffee.“ Beim Rösten wartet er daher auf den zweiten Crack, nach dem die Bohnen eine dunkle, kräftige Farbe aufweisen. Je nach Farbe werden unterschiedliche Röstgrade definiert, die sich grob in hell, mittel und dunkel unterscheiden lassen. „Man muss vor dem Rösten entscheiden, welchen Röstgrad man erreichen möchte“, erklärt Belouali. Helle Röstungen schmecken fruchtiger und werden eher für Filterkaffee verwendet, dunklere Röstungen haben ein schokoladigeres, nussigeres Aroma. Sie werden häufig als Espresso zubereitet. Belouali hat seine eigene Klassifizierung entwickelt: A steht für hell, AA für mittel und AAA für dunkel. Das könne man sich einfach merken und notfalls auch mal durch Hochhalten der Finger zeigen. Wer ist Monsieur S.? Das System stammt noch aus seiner Zeit in Venedig, wo er viele Jahre lebte und in der Gastronomie arbeitete. Ursprünglich stammt der 57-Jährige aus Marokko, wo er auch das Kaffeerösten lernte – durch seinen Bruder, der bei einer traditionellen Rösterei arbeitete und Belouali manchmal die Gelegenheit gab, dort mitzuhelfen und sich während des Abiturs eine Kleinigkeit dazuzuverdienen. Nach Niederbayern zog Belouali der Liebe wegen. In Venedig lernte er seine Frau kennen, der er 2013 nach Landshut folgte. Nachdem er einen Sprachkurs absolviert hatte und Arbeitserfahrung in München und Landshut sammeln konnte, eröffnete er 2020 das „Le Petit Café de Monsieur S.“ in der Schirmgasse. Wer der Namenspatron ist, will er nicht verraten: „Das ist ein Geheimnis und das muss so bleiben.“ In seinem Bistro achtet Belouali darauf, alles frisch zuzubereiten. „Ich versuche immer, meinen Gästen das Beste anzubieten“, sagt er. Was das beispielsweise bei der Kaffeezubereitung bedeutet, demonstriert er an der Espressomaschine. Den Kaffee mahlt er frisch. Dann macht er ein paar Probedurchläufe, bei denen er genau die Durchlaufgeschwindigkeit des Kaffees, dessen Farbe und die Crema begutachtet. Bei einem guten Espresso sehe man drei Schichten: am Boden schwarz, in der Mitte braun und obenauf die hellbraune Crema. Erst als er zufrieden ist, lässt er uns den Espresso verkosten. „Kaffee ist Genuss“, sagt er mit einem Lächeln. Kulinarisches | 19 ANZEIGE Staatliche Zeitschriften Zigaretten Telefonkarten ¤ Wilhelm-Osadczuk, Drobeck, Ienus, Huber ¤ Eingang Herrngasse in der Altstadt 369 84028 Landshut 0871/2 95 19 Mo. – Do. von 7 – 18 Uhr | Fr. / Sa. von 7 – 19 Uhr Annahme ¤ DANKE FÜR IHRE TREUE! ¤ ¤ Bald 78 Jahre Familiengeschäft ¤ SCHIRMGASSE 287 84028 LANDSHUT INFO@LEPETITCAFEDEMONSIEURS.DE LECAFEDEMONSIEURS.DE Le Petit Café de Monsieur S. Montag Geschlossen Dienstag 10:00 – 20:00 Mittwoch 10:00 – 20:00 Donnerstag 10:00 – 20:00 Freitag 9:00 – 20:00 Samstag 9:00 – 20:00 Sonntag Geschlossen Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Bequem und doch feminin, sportlich-stylish und klassisch-elegant, praktisch und dynamisch: Die Modetrends für Frühling und Sommer sind in diesem Jahr wieder sehr vielseitig und bieten vor allem Platz für Individualität. Niemand braucht sich Sorgen zu machen, nichts Passendes zu finden, denn von Knallrot bis Zartrosa, von Mokkabraun bis Eisblau, von Denim bis Spitze ist alles mit dabei. Der Clou: Man kann die verschiedenen Styles auch kombinieren und mit fantasievollen Details ein Statement setzen. Wir haben uns von den Modeberaterinnen von Oberpaur Tipps geben lassen, was in dieser Saison angesagt ist. Trendsetter und Dauerbrenner Was die Mode-Experten von Oberpaur für Frühling und Sommer empfehlen MODE FÜR FRAUEN Oversized: Ein Trend sind immer noch sehr großzügig geschnittene Kleidungsstücke: Oversized-Blazer, dazu Bermudas und übergroße Hemden. Auch bei den Hosenschnitten bleibt es bei dieser entspannten und trotzdem stilvollen Option, egal ob Denim mit weitem Bein oder fließende Marlenehosen. Angesagt sind auch entsprechende Matching-Sets für jede Gelegenheit. Stets sportlich: Track Pants, Trainingpants, Tank Tops, Polos und klassische Club-Blazer stärken weiter die Einflüsse aus der Sportbekleidung. Athletisch inspiriert sieht man hier häufig Kontraststreifen sowie Ringel- und Blockstreifen. Viele der Schnitte sind auch hier leicht oversized angelegt. Feminin und elegant: Blazer und Hosenanzüge betonen die weibliche Silhouette, besonders in Schwarz, Weiß, Pastellfarben und Marineblau. Wichtig bei Kleidern sind fließende Stoffe mit edler Wirkung, wie etwa Spitze. Auch Volants spielen eine Rolle, vor allem bei den Ärmeln, die auch sonst häufig ziemlich auffällig designt sind, etwa als Puffärmel oder Trompetenärmel. Bei den figurbetonten Styles werden die Röcke wieder kürzer, die Blazer schmaler. Auch hochgeschlitzte Röcke bringen die Figur gut zur Geltung. Marlenehosen schmeicheln der Silhouette. Glänzend und leger: Diese Kombi bestimmt viele Outfits in dieser Saison. 20 | Mode Fotos: © Oberpaur, weerasak - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
www.oberpaur.de landshut@oberpaur.de insta: @modehaus_oberpaur Oberpaur Landshut Altstadt 52 - 54 Telefon 0871 - 853-0 Unser Service für Sie Personal Shopping jetzt buchen: www.oberpaur.de Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
MODE FÜR MÄNNER Lieblingsteil und Farbtupfer: Key-Piece bleibt im Frühling und Sommer für den Mann die Hemdjacke, auch in der verkürzten Variante. Ein Trend ist dabei die Verwendung von Jacquardstoffen. Besonders beliebt sind außerdem Resort-Shirts, also Kurzarmhemden, die ebenfalls als Overshirts getragen werden können. Die Töne sind weitgehend neutral, oft sind aber kräftige Farbtupfer mit dabei. Hingucker und Cut-outs: Kleider mit asymmetrischen Designs sind im Kommen, genauso wie ungewöhnliche Ausschnitte. Dazu kommen dekorative Details wie Stickereien aus Perlen und goldene Jacquards für einen Hauch Glamour. Spitze bringt dagegen den Romantik-Touch in die Garderobe. Und auch das gute alte Pünktchenmuster wurde wiederentdeckt. Große Sonnenbrillen, Statement-Ohrringe und Crossbody-Taschen sind einige der Accessoire-Trends für diese Saison. Frische mit Farben: Besonders beliebt sind in diesem Jahr zarte Farbtöne wie Flieder, Mintgrün und verschiedene Blauabstufungen. Dabei bringen pastellige Sorbettöne die Sommerfrische in den Alltag. Wer es noch kräftiger mag, findet aber auch leuchtend rote Stücke und viel Grün. Neutrale Töne bleiben nach wie vor ein Dauerbrenner. Utility & Trucker Style: Die legere Optik zeichnet den Utility-Look aus. Dabei stehen vor allem die Jacken für einen Lifestyle mit Ecken und Kanten, sichtbar an den robusten Stoffen und kastenförmigen Schnitten. Erd- und Gewürztöne, Khaki und Grün dominieren und unterstützen die naturnahe Note der Workwear. Trucker-Jacken gehören fest zum Denim-Outfit. Stoffe und Farben: Auch Männer dürfen in der Mode immer mehr wagen, was man nun auch bei den Materialien merkt: Grobe Spitze, Netzoptik für Polos und sommerlicher Strick gehören hier zu den Trends. Die Basics mit neutralen Tönen werden durch kräftige Farbakzente wie Indigo, Orange oder Lila zu Hinguckern. Pastellfarben kombiniert mit Khaki und Braun bringen Dynamik in den Look. Fließende Röcke, dazu ein Overshirt aus Denim: So kann der Sommer kommen! 22 | Mode Fotos: © Oberpaur, weerasak - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Preppy Look: Dieser Mix aus casual und formellen Kleidungsstücken ist nach wie vor total angesagt. Poloshirt, Chinos, dazu das klassische Sakko – fertig ist der PreppyStyle. Karos, Streifen und Clubmuster lockern den Look auf. Weiß dominiert, für den Kontrast sorgen die Farben der Saison, Pastellfarben wie Rosa, Minze, Lichtgelb setzen sommerliche Akzente. Denim all over: Jeans ist und bleibt ein Klassiker. Einfühlsam, individuell, fachlich kompetent – Unser aktuelles Angebot und die SprechstundenTermine findet ihr auf unserer Homepage. Wir freuen uns auf euer Kommen! Tel.: +49 871 966 884 72 Email: info@geburtshaus-landshut.de Isargestade 748 84028 Landshut www.geburtshaus-landshut.de IN SICHEREN HÄNDEN In der Hebammenpraxis und im Geburtshaus Landshut werden werdende Mütter unterstützend und zuverlässig begleitet ANZEIGE Kaum etwas ist so individuell wie die Geburt eines Kindes. Genauso unterschiedlich ist der Weg dorthin. Manche plagen Ängste, für andere überwiegt die Vorfreude. Gemeinsam ist den meisten werdenden Müttern aber, dass sie sich eine kompetente Begleitung bei der Geburt ihres Kindes, sowie in den Wochen davor und danach wünschen. Eine Hebamme, die sich ganz auf ihre individuellen Wünsche einstellt. Die finden sie in der Hebammenpraxis und Geburtshaus Landshut in der Ussar-Villa am Isargestade. „Wir sind extrem flexibel“, sagt Esther Wollenberg über das Geburtshaus, welches von Frau Brunner und Frau Stens geleitet wird. „Wir arbeiten sehr stark im Team.“ Und das hat viele Vorteile: Zum einen findet jede Schwangere immer einen Ansprechpartner, auch wenn die persönliche Hebamme einmal nicht zur Verfügung steht: „Bei uns ist immer jemand da.“ Zum anderen werden in der Praxis die Erfahrungen vieler gebündelt: „Bei uns gibt es ‚alte Hasen‘ genauso wie junge Hebammen mit ganz modernen Ansätzen“, erklärt Esther Wollenberg. Acht Hebammen sind in der Praxis und im Geburtshaus tätig. Angeboten wird alles, was man während der Schwangerschaft benötigt, Vorsorge und Hilfe bei Beschwerden. Die Geburt kann – wenn es aus medizinischer Sicht möglich ist – im Geburtshaus erfolgen, aber auch Hausgeburten werden betreut. Und schließlich können sich die frischgebackenen Mamas darauf verlassen, dass sie und ihr Baby auch nach der Geburt zu Hause bestens versorgt sind. Außerdem gibt es in der Ussar-Villa auch verschiedene Kurse und Veranstaltungen zur Geburtsvorbereitung, zum Stillen und zur Babypflege, sowie Rückbildungsgymnastik. Das Team ermöglicht es auch, dass man nicht nur mit Termin in die Praxis kommen kann. Die offenen Sprechstunden von montags bis freitags können auch ganz spontan wahrgenommen werden. „Wichtig ist uns aber, die werdende Mutter gut kennenzulernen, damit Vertrauen entstehen kann“, sagt Esther Wollenberg. „Dazu müssen sich die Frauen auch etwas Zeit nehmen – wir tun das auch.“ Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Christiane Szplit ist Leiterin der Young Fashion Abteilung bei Oberpaur. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie Mann und Frau in dieser Saison neuen Schwung in ihre Garderobe bringen können. Gibt es in diesem Frühling Trends, die besonders auffällig sind? Einige Trends stechen in dieser Saison besonders hervor. Statement-Pieces mit Leopardenmuster erobern alle Warengruppen – von Blusen über Hosen bis hin zu Accessoires. Ein weiteres Highlight sind Kontraststreifen an Hosen und Blusen. Das bedeutet, dass entlang der Nähte ein andersfarbiger Streifen verläuft, was für einen sportlich-eleganten Look sorgt. Zudem sorgen sogenannte Co-ord Sets oder Matching-Sets für eine moderne Alternative zum klassischen Kleid. Das sind Outfits bei denen Ober- und Unterteil in Farbe und Design aufeinander abgestimmt sind. Diese Sets bieten eine Kombination aus Stil und Bequemlichkeit. Einige Beispiele: Crop-Top und High-Waist-Rock für sommerliche Looks; Blazer und Hose für Business-Outfits; Bluse und weite Hose für elegante Casual-Looks; Satin- oder Samt-Sets für besondere Anlässe. Was ist bei der Frauenmode derzeit besonders beliebt: Eher oversized und bequem oder feminin figurbetont? Beide Stilrichtungen sind vertreten, aber die Kombination macht den Unterschied. Besonders beliebt ist die Kastenjacke, eine kurz geschnittene, leicht kastenförmige Jacke, die perfekt zu weiten Hosen passt. Auch Bermudas zum Blazer sind eine angesagte Kombination – die kurzen, bis zum Knie reichenden Hosen verleihen dem klassischen Blazer eine moderne, lässige Note. Zudem spielen Deko-Strick und Shirts mit Lurex, Strass, Perlen oder Glanzbeschichtung eine große Rolle – kleine schimmernde Details, die für einen edlen Look sorgen. Mustertechnisch sind grafische Drucke im Trend, entweder als minimalistische Designs oder als Ethnoprints, die an traditionelle Muster aus verschiedenen Kulturen angelehnt sind. Wenn man nicht seine ganze Garderobe ersetzen möchte: Was kann bleiben, was sollte man ergänzen? Einige Klassiker bleiben weiterhin aktuell, zum Beispiel Trenchcoats – sie sind zeitlos und vielseitig kombinierbar. Auch Double Denim, also Jeanslook von Kopf bis Fuß, bleibt weiterhin ein großer Trend. Wer seine Garderobe modernisieren möchte, kann auf dezente Uniformdetails setzen. Dazu gehören Klapptaschen, Goldknöpfe und auffällige Zipper (Reißverschlüsse), die klassischen Schnitten einen frischen, eleganten Touch verleihen. Welche Farben stechen in der Frühlingsmode besonders hervor? Dieses Frühjahr setzt auf ungewaschene DenimTöne – also Jeansstoffe, die tief und satt in der Farbe sind, ohne ausgeblichene Effekte. Im Von Track Pants bis Trenchcoat Mode-Expertin Christiane Szplit zu den verlockenden Möglichkeiten in der neuen Fashion-Saison 24 | Mode Fotos: © Oberpaur, weerasak - stock.adobe.com, elena_garder - stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Allgemeinen ist in diesem Frühjahr und Sommer eine starke Blaustimmung zu erleben. Neben all dem Blau sind auch Farben wie Sandtöne, verschiedene Grün- und Rottöne im Frühjahr und Sommer angesagt. Aber auch sanfte Pastelltöne wie Puderrosa und Zitronengelb harmonieren hervorragend mit neutralen Farben wie Weiß oder Beige und setzen fröhliche Highlights in der Garderobe. Modern und stilvoll: Matching Sets Gibt es Musthaves für Männer? Ja, besonders angesagt sind Matching Sets. Das bedeutet, dass Hemd und Hose aus demselben Stoff bestehen oder dasselbe Muster haben. Diese Kombination wirkt modern und stilvoll zugleich. Die Mode zeigt insgesamt immer mehr Einflüsse aus dem Sport. Kann man mit Track Pants und Tank Top auch ins Büro gehen? Ja! Track Pants, also sportliche Hosen mit bequemer Passform, werden mittlerweile stilvoll kombiniert – etwa mit einem cleanen Blazer. So entsteht ein Look, der sowohl modern als auch businesstauglich ist. Was sind Klassiker, die in der Mode schon länger präsent sind? Einige Designs sind zeitlos und tauchen immer wieder in der Modewelt auf: Schwarz-weiße Punkte – das klassische Pünktchenmuster bleibt ein Dauerbrenner; monochrome Looks – ein Outfit komplett in einer Farbe wirkt elegant und edel; Ringel- und Blockstreifen – sowohl schmale als auch breite Streifenmuster sind seit Jahren fester Bestandteil vieler Kollektionen. Interview: Petra Scheiblich KAI´S BRILLENWERK Dreifaltigkeitsplatz 13 84028 Landshut Telefon: 0871 / 96 66 60 70 info@kaisbrillenwerk.de BRILLEN SIND UNSERE LEIDENSCHAFT Ina Ciobotaru Beratungsstellenleiterin Regierungsstraße 544 84028 Landshut-Altstadt ina.ciobotaru@vlh.de 0871 9668 7074 Steuern? Wir machen das. Wir sichern Ihnen alle Steuervorteile, die Ihnen zustehen – damit Sie mehr Zeit für wichtigere Dinge haben. Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Klapper von Kurt Prödel 2011. Klapper ist 16 und verbringt den größten Teil seines Lebens alleine vor dem Computer und verliert sich in der Welt von Counter Strike. Nach den Sommerferien kommt Bär in seine Klasse – groß, stark und so ganz anders als alle Mädchen, die Klapper kennt. Doch während seine Gefühle, genau wie ihre Freundschaft, wachsen, steuern sie gemeinsam auf den Tag zu, der alles ändert. Berührend, lustig – das schönste Debüt in diesem Frühjahr. Jeder im Zug ist verdächtig von Benjamin Stevenson Der gefragte Bestsellerautor Ernest Cunningham ist auf dem Weg zu einem ganz besonderen Krimifestival. Seit Tagen zockelt er mit einer Schar Krimiautoren im Langstreckenzug durch das australische Outback, als ein Fahrgast stirbt. Zunächst gehen alle von natürlichen Umständen aus, doch dann wird eine zweite Leiche gefunden. Ein großes Lesevergnügen, bei dem die Spannung nicht zu kurz kommt. Vögel bestimmen mit den Ohren von Philipp Herrmann Keine Ahnung, wer da zwitschert? Damit ist jetzt Schluss! Die Landshuter kennen ihn längst, den „Vogelphilipp“. Philipp Herrmann lädt uns ein mit ihm 39 Vogelarten und ihre Rufe und Gesänge zu entdecken. Seine Videos und die Vogelstimmen auf der Kosmos-Plus-App helfen uns dabei. Nichts wie raus in die Natur und Ohren auf! Bücher für den Frühling Verena Guggenberger von Bücher Pustet hat uns ihre Favoriten vorgestellt 26 | Buchtipps Fotos: © moleskostudio- stock.adobe.com Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Easy Air Fryer von Jamie Oliver Der Air Fryer liegt voll im Trend. Gibt es noch Haushalte ohne? Auch der britische Starkoch Jamie Oliver hat die schnelle und praktische Art zu kochen für sich entdeckt und zeigt uns in seinem neuen Buch kreative und leckere Rezepte, die für viel Abwechslung in der Küche sorgen. Grimm und Möhrchen von Stephanie Schneider Der Frühling ist da! Endlich ist es warm genug, um im Garten zu spielen. Buchhändler Grimm und sein Zesel Möhrchen bauen zusammen mit den Nachbarskindern ein wunderbares Piratenschiff. Alle freuen sich, dass sie endlich ohne Jacke draußen spielen können. Nur Möhrchen nicht, denn so ein Zesel hat ja gar keine Jacke! Ob die Kinder dafür eine Lösung finden? Buchtipps | 27 Reinigungskraft / Housekeeping gesucht Auf Minijob-Basis oder Teilzeit Tel. 0160 6 11 19 18 Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Ein Atelier voller Geschichten Wir besuchten Christine Rieck-Sonntag (83) in ihrem Atelier. Sie zählt zu Landshuts bekanntesten Künstlerinnen. Bekannt wurde sie durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Publikationen und etliche erhaltene Preise. Mit Leidenschaft arbeitete sie aber auch als Religionspädagogin. Kunst und Religion kommen für sie aus einer Wurzel, aus den Fragen nach dem Menschen, nach Gott und der Welt. Pünktlichkeit ist ihr offenbar wichtig. Wie schon bei unserem ersten kurzen Treffen vor wenigen Tagen, zeigt sich das erneut. Als wir fünf Minuten vor der verabredeten Zeit eintreffen, erwartet sie uns bereits am Eingang ihres Hauses. „Mein Atelier ist im vierten Stock, ohne Klingel. Gehen wir zusammen rauf.“ Wir passieren einen kleinen Innenhof und gelangen in ein altes, schmales Treppenhaus, an dessen Wänden schon eine Reihe ihrer Zeichnungen, Gemälde und Grafiken zu sehen sind. Sie fängt gleich an zu erzählen, denn hier hängen schon Bilder für die nächste Ausstellung in Österreich. Bilder mit Birken, Musikern und Tänzern. Die kleine Galerie lässt uns die vielen Stufen, die wir steigen müssen, gar nicht als Mühe empfinden, sondern erhöht die Spannung auf das, was uns ganz oben erwartet. Wir stehen jetzt in ihrem Atelier, umgeben von unzähligen Werken. Hauptsächlich diene der Raum als Lager für ihre Kunstwerke, erläutert Christine Rieck-Sonntag. „Manchmal setze ich mich auch da vorne hin zum Zeichnen“, sagt sie und zeigt auf einen lichtdurchfluteten Platz vor dem Fenster mit Blick auf die Kirche von St. Jodok. Ihr Atelier ist ein Rückzugsort, der Christine Rieck-Sonntag und ihre Bilderwelten Von Christoph Reich 28 | Kultur Fotos: © Christoph Reich Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Hunderte von Grüntönen im Lichterspiel des Urwalds und vielhundertjährige Bäume Tanz in einer Bar in Costa Rica: Lebensfreude pur, die Erinnerung blieb haften. Die Künstlerin hat das Bild zu Hause gemalt aus dem eigenen Körpergefühl. trotz seiner Ruhe und scheinbaren Abgeschiedenheit von Kreativität und Leben erfüllt ist. Überall stehen Kunstwerke. Sie entführen den Betrachter in andere Welten. In einer solchen Umgebung fällt sicher auch das Malen und Zeichnen leicht – vorausgesetzt man beherrscht es. Wie Bilder entstehen Ihre Werke sind das Ergebnis einer genauen Beobachtungsgabe und eines sicheren Gespürs für die passende Technik, um ihre inneren Bilder zu verwirklichen. Sie plant aber, wenn sie wegfährt, zum Beispiel ein Stipendium in Bulgarien hat, nur ein Thema. Die Bilder entstehen dann aus ihren Begegnungen mit den Orten und den Menschen. Alles, was sie umgebe, sei Inspirationsquelle. „Malen ist die Verarbeitung von Erlebtem.“ Sie zeigt auf ein Bild und sagt: „Das hier habe ich in Costa Rica gezeichnet, direkt mit einer UHU-Tube, weil kein Zeichenstift zur Hand war.“ Darüber hat sie, als der Kleber noch nass war, Sand von Irazu, dem Vulkan, gestreut. Das gab den „Strich“, erklärt sie. So lässt sie sich oft von zufällig gefundenen Materialien inspirieren, benutzt etwa Kaffeesatz oder nimmt Bretter, an denen noch Farbkleckse haften. „Ich nutze gern Untergründe, die mit ihren Strukturen oder Farben Teil des Bildes werden.“ In ihren Werken entdeckt man auch Verpackungen mit Klebebändern, Leinwandfetzen oder Keramikbruchstücke – alles Zeugnisse ihrer scheinbar unerschöpflichen Kreativität. So macht sie sich die Welt zu eigen. Aber was sie stetig umtreibt, ist der gezeichnete Strich. „Mir ist ein suchender, intensiver Strich sehr wichtig.“Ihren eigenen Stil entwickelte sie auch durch die Technik der Monotypie. Dabei legt sie ein Blatt Papier auf eine Platte, die mit frischer Farbe bestrichen ist. Dann zeichnet sie, hoch konzentriert, mit einer Stricknadel auf das weiße Blatt, ohne genau sehen zu können, was daraus entsteht. Unterwegs in Afrika: Das Rütteln des fahrenden Busses gab die Linienstruktur. Als er hielt, musste die Künstlerin aufhören zu zeichnen, der Strich wäre sonst plötzlich glatt geworden. Kultur | 29 Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
Denn das Motiv wird durch das Führen der Hand und den Druck der Nadel auf der Rückseite des Papiers aufgezeichnet, und zwar mit der Farbe, die auf die Platte aufgetragen wurde. „Oft weiß ich vorher gar nicht, was ich gerade zeichnen werde“, sagt sie. In einem Bild müsse auch nicht alles stimmen. „Aber stimmig muss es sein! Das ist ein großer Unterschied. Ich schaue sehr genau beim Zeichnen – um es dann doch von innen heraus einfach entstehen zu lassen. Das klingt wie ein Widerspruch, aber so läufts halt.“ „Zeichnen ist sehen lernen” Sie geht durch den Raum. „Jedes Bild hier hat eine Geschichte“, sagt sie. Auch das Bild von den Frauen mit dem Radbruch. Das stammt aus einer Serie von Bildern, die sie in Bulgarien in einer Siebdruck-Werkstatt gemacht hat, als sie diese Technik unbedingt erlernen wollte. Ebenfalls in Bulgarien, in der Stadt Veliko Tarnovo, fand sie einen Lehrer in der Akademie der Bildhauer, der sie dort arbeiten ließ und ihr Korrektur gab. So entstanden ihre ersten Bronzen. „Das hat mich schon lange gereizt, die dritte Dimension.“ Ein anderer Grund, warum Christine Rieck-Sonntag immer wieder nach Bulgarien reiste, war ihr Interesse an der Donaukultur, einer Hochkultur, die vor fast 10 000 Jahren ihre Blüte erlebte. „Sie hatten Städte, eine eigene Sprache, trieben Handel mit Bernstein bis nach Ägypten, besaßen aber keine Waffen und keinen Chef auf Erden wie im Himmel.“ Rieck-Sonntag wollte alles über diese friedvolle, zivilisierte Kultur an den Ufern des Schwarzen Meeres wissen. Sie besuchte alle archäologischen Museen Bulgariens und zeichnete viel. „So sieht man mehr, als wenn man fotografiert. Zeichnen ist sehen lernen“, sagt sie. Der zerrissene Strich Auch die Bilder zu „ihrem“ Orpheus, der bekannten Gestalt der griechischen Mythologie, sind passenderweise in dem Land entstanden. Denn die Bulgaren wollen Orpheus auf ihrer Seite des Rhodopen-Gebirges verortet wissen, und nicht auf der griechischen, erklärt die Künstlerin. Doch für Christine Rieck-Sonntag ist das Entscheidende, dass sich in der Figur des Barden das Wissen bündelt, das die Menschen zum Frieden führt. Der Tod seiner geliebten Eurydike lässt Orpheus zwar fast verstummen und versetzt ihn in eine große Trauer. Aber selbst in dieser Verzweiflung gibt er die Hoffnung nicht auf und versucht mit seinem Gesang den Herrscher des Totenreiches zu erweichen. Die Darstellung des Leids des Orpheus gelingt der Künstlerin auf geniale Weise. „Der Strich darf nicht glatt sein, er muss zerrissen sein“, sagt sie, „wie Orpheus selbst es ist“. Sie experimentiert viel. Mit Tusche auf Sperrholz gelingt das schließlich. Doch eine Sperrholzplatte war nirgends aufzutreiben. Deshalb musste sie dutzendweise Obstkisten aus Sperrholz samt Inhalt am Markt kaufen, sie auseinanderbauen und die Hölzer als Grundlage für ihre Werke zusammenfügen. Mehr als 40 Zeichnungen sind so entstanden. Auch ein Buch hat Christine Rieck-Sonntag zu diesem Thema geschrieben: „Eurydike und Orpheus – Ein Holzweg“. Am Anfang steht das Gedicht „Klagegesang des Orpheus“ ihres mittlerweile verstorbenen Mannes, dem Lyriker und Schriftsteller Hans Krieger. Er hatte es für sie geschrieben – noch vor ihrer Reise nach Bulgarien. Ihr zuzuhören, macht viel Freude. Und der Besuch in ihrem Atelier ist eine faszinierende Reise in die Welt der Kunst und ein Geschenk. Doch längst ist die Interviewzeit überschritten und wir müssen langsam unsere Kamera und Notizen einpacken. Viele Fragen sind noch offen und es gäbe noch viele Themen zu besprechen – in dem Atelier voller Geschichten. Orpheus muss sich der Führung durch Eurydike anvertrauen. Sein Zweifeln führt ins Unglück. Mit Tusche auf Sperrholzplatte gezeichnet. Fotos: © Christoph Reich 30 | Kultur Gekennzeichneter Download (ID=xIj7JNZudwtLWwZYkXv7TcXbOkS9dmH1ZFOb3wrv_8M)
www.idowa.deRkJQdWJsaXNoZXIy MTYzMjU=