Der Spickzettel Juni

Die Schülerzeitung des St.-Gotthard Gymnasiums der Benediktiner Niederaltaich Der Spickzettel Social-Media-Verbot ++ Wehrpflicht++Musical und Oper ++ Wallfahrt++Einkehrtage ++ Rätsel ++ Fantasiegeschichte ++ Gewinnspiel Ausgabe 40 | Juni 2026 Der Spickzettel

2 Der Spickzettel 40 Inhalt AKTIVITÄTEN am SGG 03 Fußwallfahrt der 5. Klassen 04 Einkehrtage der 6. Klassen 06 Heliport der 11. Klassen 08 Musical „Alles ROSA“ 14 Kinderoper Brundibar SOCIAL MEDIA 16 Videospiele als Geldquelle 17 Ist Social Media eine Gefahr für Jugendliche? 18 Gefangen am Bild- schirm. Warum wir unser Handy öfter weglegen sollten. 20 Zur Diskussion um die sog. „Handygarage“ an unserer Schule 28 Kommentare zu einem potentiellem Social Me- dia-Verbot BUNDESWEHR 34 Wehrpflicht für Männer ab 18 Jahren? 37 Interview mit Peter Hatzl, Lehrer 39 Interview mit Mario Möllentin, ehem. Soldat 42 Interview mit Jared Gollor, Schüler RÄTSEL 23, 26 Kreuzworträtsel SONSTIGES 24 Buchbesprechungen 24 Spielplan zur WM zum Herausnehmen 40 Holly und Molly – Das verschwundene Diadem 46 Grün am SGG 48 Zur Rettung der einhei- mischen Wiesentiere GEWINNSPIEL 27 Trikot der deutschen Nationalmannschaft STATISTIK 45 Impressum 34 Social Media und das Handy 16 Schulleiter Lummer über Handytaschen 20 DFB-Trikot zu gewinnen 27 Wehrpflicht in der Debatte

...dass es uns gezeigt hat, wie das Leben früher war und wie gut wir es eigentlich haben. Vor allem der lange Weg von Niederalteich nach Reichersdorf war zwar spaßig aber auch anstrengend. Diesen Weg musste Gotthard bei jedem Wetter täglich zweimal gehen, vielleicht sogar allein. Trotzdem war es schön und lustig. Wir haben viel gesungen und gelacht. Als wir endlich ankamen, hatten wir verschiedene Stationen. Es gab nochmals etwas zu Essen. Aber wir hatten in der Mittagspause schon so viel gegessen, dass wir jetzt nichts mehr essen konnten. Die Stationen waren sehr interessant. Im Nachhinein spielten wir noch auf der Wiese und machten zum Abschluss noch ein Gruppenfoto. Laura Schmid ... dass es ein sehr schönes Erlebnis war, weil man Gotthard besser kennengelernt hat. Aufgefallen ist mir, dass Gotthard jeden Tag so weit bis nach Niederalteich gegangen ist. Ganz spannend war, dass die ganze Zeit die Polizei auf der Landstraße entweder hinter oder vor uns mit Blaulicht gefahren ist. Ganz cool war auch, dass wir mittags etwas von der Mensa zu essen bekamen: Breze, Würstel, Capri Sonne, Duplo und Obst. Ganz super war auch, dass wir das Geburtszimmer am Godlhof anschauen durften. Michael Lautenbacher ... dass es sehr schön war mit allen Fünftklässlern nach Reichersdorf zu pilgern. Auch wenn es heiß war, lohnte es sich, da es sehr bewundernswert war zu sehen, wo unser Schulpatron herkommt. Auch die Stationen in Reichersdorf waren sehr schön. Franziska Eder Rückblickend zur Fußwallfahrt nach Reichersdorf kann ich sagen, ... Fusswallfahrt der 5. Klassen 3 Der Spickzettel 40

Es war Mittwoch, der 25.03.26, als wir zum Haus der Jugend nach Passau aufbrachen. Mit wir sind natürlich die 6. Klassen mit Hr. Hüttinger, Hr. Schiermeier, Fr. Schnitzlein und Fr. Gahbauer gemeint. Es war also Viertel vor Acht und in unser Klassenzimmer kam Fr. Schnitzlein, um die Anwesenheit zu kontrollieren. Nachdem sie festgestellt hatte, dass keiner fehlte, gingen wir zusammen in die Aula, wo schon die 6c bereit stand. Kurz darauf marschierten alle, auch die nun eingetroffenen Klassen 6b und 6d, miteinander zum Bus. Dort verstauten wir unsere Koffer in den Gepäckluken und suchten uns einen Platz im Bus, soweit noch einer vorhanden war. Als es mit der Fahrt losging, war es schon halb neun. Im Bus war es zwar nicht still, aber auch nicht zu laut, sodass es zum aushalten war. Knapp eine halbe Stunde später sahen wir ein Gebäude, das schon so aussah, als ob es eine Art Schullandheim war. In einem Hof stand ein zehn Meter hoher Kletterturm und ein überdimensionales Schachbrett. Der Bus hielt etwa 100 Meter vor dem Eingang und wir nahmen unsere Koffer und rollten sie dort hin. Kurz darauf saßen wir schon in einer Turnhalle, die ein bisschen kleiner war als die Turnhalle im Altbau. Herr Hüttinger sprach dann einige Worte: als erstes werden die Klassen in verschiedene Räume zugeteilt mit verschiedenen Lehrern. Die 6a und 6c würden schon mit den Leitern des Jugendbüros Osterhofen einige gemeinsame Spiele zur Klassengemeinschaft machen. Und so war es. Wir, die 6a, gingen mit Waltraud, einer Leiterin des Jugendbüros in den Hof mit dem Schachbrett und dem Kletterturm (wo übrigens ein Aufzug drin war, denn der Turm war an das Haus festgemacht). Dort stellten wir Stühle in einem Kreis auf und wir machten ein Kennenlernspiel. Ungefähr eine Stunde darauf hatten wir schon verschiedene Spiele gemacht und wir mussten einen Turm unter verschiedenen Bedingungen bauen. Dies dauerte eine geschlagene Dreiviertelstunde, bis wir es endlich schafften. Endlich gab es Mittagessen. Wir hatten einen Riesenhunger und freuten uns auf das leckere Essen, das aus Salat und Lasagne bestand. Doch bevor wir unsere knurrenden Mägen füllen konnten, sprach Klaus Berger vom Jugendbüro ein paar Worte und wir beteten zusammen ein Essensgebet. Als wir unseren Hunger gestillt hatten, traf sich unsere Klasse in einem der vielen Gruppenräume. Jeder von uns bekam ein Puzzleteil, das man mit seinen Eigenschaften bemalen konnte. Am Ende klebten wir alle Teile zu einem großen Puzzle zusammen und schrieben unsere Namen daneben. Um halb vier verabschiedeten Einkehrtage der 6. Klassen Einkehrtage in Passau Ein Reisebericht von Maxi Leitl, 6a 4 Der Spickzettel 40

wir uns von Waltraud und gingen zum Nachmittagstee. Doch bald ging es mit Frau Schnitzlein weiter und wir planten einen Escape-Room für das Schulfest. Am Abend gab es Abendessen, verschiedene Workshops und eine Nachtwanderung. Kurz nach Neun mussten wir in unsere Zimmer und um zehn Uhr war Bettruhe. Am nächsten Morgen gab es ab acht Uhr Frühstück, aber die meisten waren schon um kurz nach Sieben wach und spielten Fußball oder Tischtennis. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gleich mit dem Programm los und wir trafen uns wieder mit Frau Schnitzlein. Zwei Stunden später sangen wir mit Fr. Fehrenbach Lieder für den Gottesdienst am Freitag. Zum Mittagessen gab es diesmal Geschnetzeltes mit Reis und Salat. Nach dem Essen hatten wir wieder volles Programm. An diesem Tag machten wir einen Spiri-Walk durch die Altstadt von Passau mit Studierenden der Uni Passau. Wir waren sehr erschöpft, als wir wieder ankamen, denn es gab sehr viele Treppen und die Sonne brannte herunter. Am späten Nachmittag gab es wieder Nachmittagstee und wir hatten eine Einheit mit Hr. Schiermeier, der uns erklärte, was die Firmung ist. Danach trafen wir uns mit Fr. Gahbauer und diese erklärte uns, was das diesjährige Hungertuch bedeutet. Abends gab es wieder Abendessen und Workshops. Fr. Gahbauer machte auch eine Nachtwanderung mit uns. Am nächsten Tag standen wir früh auf und aßen unsere letzte Mahlzeit im Haus der Jugend. Danach machten wir ein Gruppenfoto und einen Abschlussgottesdienst mit Pater Johannes. Um 10:00 Uhr packten wir unsere Koffer und fuhren mit dem Bus zur Schule, wo wir abgeholt wurden. 5 Der Spickzettel 40

Am Heliport in Straubing Wie die Sonne strahlte der gelbe ADAC-Helikopter am Heliport des Krankenhauses, als die Jugendlichen aus dem Aufzug in luftiger Höhe stiegen. Beeindruckt wurde die Maschine gemustert, während der Wind, den Stefan Kottbusch nur als „kleines Lüftchen“ bezeichnete, stark wehte. Mächtige Windböen seien dann schon eine größere Herausforderung. Wie läuft eigentlich die Luftrettung ab? Was passiert hinter den Kulissen, um den Menschen das Leben zu retten? Mit diesen und ähnlichen Fragen im Gepäck machten sich sieben Schülerinnen und ein Schüler der Klassen 11a/c auf den Weg nach Straubing. Im Rahmen des Themas „Organspende“, welches ein Teil des Lernbereichs „Der Mensch angesichts des medizinisch-technischen Fortschritts“ im Religionsunterricht war, wurde durch die Schülerin Johanna Romeo (11a) der Kontakt zum Klinikum St. Elisabeth in Straubing hergestellt. Ihr Vater, Stefan Kottbusch, ist Rettungspilot und gab den interessierten Gymnasiasten spannende Einblicke in seinen Beruf. Und Dr. Paul Schubert nahm sich Zeit, um von seiner Arbeit als Notarzt und von seinen Einsätzen zu berichten. Mit maximal 230 km/h kann „Christoph 15“ zu Hilfe eilen. Ausgestattet mit Seilwinde, zwei Triebwerken, Heck- und Hauptrotor ist der Airbus H135 in der Lage, im Zusammenspiel mit dem Team, Leben zu retten: ein Pilot und ein Notfallsanitäter im Cockpit und ein Notarzt im hinteren Teil des Helis arbeiten als Team zusammen und kümmern sich um die medizinische Versorgung des Patienten. Wie Dr. Schubert erklärte, muss vor der Verladung in den Helikopter die Transportfähig des Patienten gewährleistet sein. Nur etwa jeder Dritte Patient kann mit dem Fluggerät ins Krankenhaus befördert werden. Ansonsten muss der Weg ins Krankenhaus mit dem Rettungswagen erfolgen. „Durch die Fahrt zur ADACLuftrettungsstation am St. Elisabeth Klinikum in Straubing sammelten wir Schüler viele Informationen und bekamen Einblicke, die wir so schnell nicht vergessen werden“. Der Ausflug wurde mit einer leckeren Pizza abgerundet. Währenddessen erfuhr die Gruppe, dass die Mannschaft des Luftrettungsteams bereits wieder zu einem Einsatz nach Haselbach/Oberpfalz gerufen wurde. Einblick in den Alltag eines Rettungspiloten Von Marie Grantner und Laura Wallner, 11a 6 Der Spickzettel 40

Pausenverkauf Martina und Martin Nothaft An Schultagen immer von 7.30 Uhr bis 11.30 Uhr Anzeigen 7 Der Spickzettel 40

Wir blicken mal durch die rosarote Brille... Mit einem Fantasy-Musical aus einer imaginären Spielwelt verzauberten Schülerinnen und Schüler des Niederalteicher Gymnasiums hunderte Besucher in der Turnhalle. Unter der Gesamtleitung von Alexander Gsödl sang, tanzte und schauspielerte die munter aufgelegte Kompanie aus den Klassen 10 bis 12. Im professionellen Musical ist man akrobatische Höchstleistungen von studierten Darstellern gewöhnt. In schulischen Aufführungen liegt der Reiz darin, dass sich die Schülerinnen und Schüler auf der Bühne selbst spielen und dabei ihre Charakteristik offenlegen. Ein Schulmu- ...und in das vergangene Schuljahr Musical

sical wird dabei zu einer höchst individuellen und spannenden Personenshow, die im besten Fall, wie in Niederalteich, wunderbar unterhaltsam, aufregend und belebend ist. Entsprechend enthusiastisch wurden die Beteiligten gefeiert. Einen besonderen Applaus erhielt die Lehrerband mit Rudolf Heinrichsdobler (Bass), Sebastian Seitz (Schlagzeug), Bernhard Falk (Keyboard) und Alexander Gsödl (Gitarre). Letzterer wurde von der Schülerschaft mit dem Oskar als„Bester Musiklehrer“ geehrt, eine Trophäe, mit der er sich nach der gelungenen Aufführung völlig zu Recht schmücken darf. ALLES ROSA AM SGG

H Vi nOt eRr UdNe rDBHü IhNnTeE. .R. uDnEdNaKuUf LdIeSrS BE üNh n e ! Musical Fotos: Maxi Leitl, Daniel Hüttinger, AP „Cross Media“ 10 Der Spickzettel 40

SPZ: Herr Gsödl, Sie sind ja quasi der Leiter des Musicals... Herr Gsödl: Mhm... SPZ: Wie kamen Sie zu der Idee, ein Musical zu machen? Nun, es war schon länger eine Idee von mir, dass ich irgendwann mal mein eigenes Musical schreiben möchte. Der Film „Barbie und Ken“hat mich dazu animiert, ein Musical „Ganz in ROSA“ zu schreiben. SPZ:Wie lange hat es von der Idee zur Umsetzung gedauert? Ungefähr eineinhalb Jahre haben wir mit dem Mädchenchor geprobt. Die Schreibphase dauerte eine gewisse Zeit. Nach dem Schuljahreswechsel hat sich das dann alles ein wenig aufgeteilt.. SPZ: Wann war das Musical endgültig fertig? Und wann haben Sie mit dem Proben angefangen? Wenn am Freitag die Aufführung ist, wird am Dienstag die Bühne aufgebaut. Am Mittwoch gab es die erste Tutti Probe mit Instrumenten Licht, Bühne, Bild und Mikros. Die ist aber total in die Hose gegangen. Also haben wir‘s am Freitag - am Donnerstag war Feiertag - am Tag der Aufführung nochmals probiert. Und um 17 Uhr, also kurz vor der Aufführung, hat dann zum ersten Mal alles geklappt. SPZ: Es war also sehr knapp. Und ob! Um 19 Uhr war ja die Aufführung. Es war wirklich sehr knapp, wir hatten viele technische Probleme. Bei so viel Technik ist das auch kein Wunder: 21 Quadratmeter Bühnenprojektion, 10 Headsets und jede Menge anderer Sachen. SPZ: Apropos Technik: Ein Musical besteht ja aus viel Gesang. War alles live? Es war wie ein ganz normales Musical aufgebaut. Das heißt, das Musical besteht aus einer, wenn es geht, populären Geschichte, aus Tanz und aus Musik. Und die Musik war zu 80% live. Wenn live gesungen wurde, hat die Lehrerband live mitgespielt. Manchmal wurde nicht gesungen, sondern nur getanzt, da haben wir dann auch wirklich eine Tanznummer von der Anlage spielen lassen. SPZ: Wie viele Schüler waren insgesamt am Musical beteiligt? Insgesamt waren es nicht ganz 30 auf und zusätzliche 10 hinter der Bühne. SPZ: Wieso hinter der Bühne? Die Technik hinter der Bühne. Die waren immer zu viert oder zu fünft hinter der Bühne, damit der Headsetwechsel funktioniert. Berger Lukas war am Mischpult, zusammen mit weiteren. Insgesamt waren also etwa 40 Schülerinnen und Schüler beteiligt. SPZ: Und welche Jahrgangsstufen waren beteiligt? Die Schauspielerinnen und Schauspieler aus den 10., 11. und 12. Klassen, Technik und Bühnencrew aus den 8. Klassen. SPZ: Okay. Dann bedanken wir uns für das Interview. Das Interview führte Livia Zellner, Fotos von Mia Holthöwer. 11 Der Spickzettel 40

DIE GESAMTE CREW Musical 12 Der Spickzettel 40

13 Der Spickzettel 40

Einen besonderen Beitrag zur Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus lieferte das St.-Gotthard-Gymnasium Niederalteich mit der Aufführung der Kinderoper Brundibar. An zwei Abenden präsentierten die Iuvenes Cantores, das P-Seminar Musik und das Schüler-Lehrer-Orchester das Werk in der Aula unter der Leitung von Bernhard Falk und Johanna Steinbauer. Brundibar wurde im Ghetto Theresienstadt zwischen 1942 und 1944 von den jüdischen Kindern gespielt. Der Komponist Hans Kràsa war dort ebenso interniert. Wie die Kinder fand er seinen Tod in den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz. Die Niederalteicher Inszenierung ließ das Stück selbst vom tragischen Zeitbezug unberührt. In der Kindergeschichte um ein Geschwisterpaar (Lea Weinberger als Aninka, Anna Loibl als Pepicek), das für die kranke Mutter Milch auf dem Marktplatz organisieren will, agierten die Schülerinnen und Schüler frei und ungezwungen und sorgten mit überspitzter Charakterzeichnung für herrliche Lacher. Allen voran Emil Apfl als protzig auftrumpfender Leierkastenmann Brundibar, der die Kinder verscheuchen will, vom Team Katze (Emma Hauzenberger), Spatz (Amalia Dobrota) und Hund (Rastko Opacic) aber vertrieben wird. Brillant stellte Josef Bloch den strengen Polizisten dar, der über die Geschehnisse auf dem Marktplatz wacht. Witzige Miniaturen lieferten die Händler, die auf dem Marktplatz Eis, Brot und Milch verkauften. Der Chor überzeugte durch stimmliche Präsenz und gestische Kommentierung. Der dramatische Kampf um den Marktplatz mündete im mitreißenden Finale „Ihr müsst auf Freundschaft baun“, mit dem die Kinder den Sieg über Brundibar feiern und den Wert der Gemeinschaft hochhalten. Dann gibt es aber die zweite Ebene der Geschichte, den historischen Subtext. Ihn verkörperten die Iuvenes Cantores schon zu Beginn, als sie Taschen und Koffer vor der Bühne ablegten. Nach dem Schlussapplaus nahmen sie diese wieder auf, riefen ihre Namen und stiegen still die Treppe der Aula hinauf. Die klare Symbolik kontrastierte zum heiteren Spiel und warf den dunklen Schatten der Zeitgeschichte über den erlösenden Schlussgesang. Brundibar ist beides: HappyEnd-Theater und erschütterndes Dokument. In musikalischer Hinsicht führte der Abend vor, wie folgenreich die kulturelle Vernichtung durch die Nationalsozialisten war. Deren radikales Vorgehen löschte mit Kràsa, Schulhoff und vielen anderen tschechisch-jüdischen Komponisten wesentliche Persönlichkeiten der musikalischen Avantgarde der Zeit aus, samt ihrer Werke, die im heutigen Konzertleben selten gespielt werden. Brundibar selbst ist das beste Zeugnis der kompositorischen Qualität dieser Künstlergeneration. Es ist ein für Kinder anspruchsvolles Werk, das in der farbigen Chromatik manchmal die Atonalität streift. In Niederalteich klang es mühelos und leicht. Zurecht wurden beide Aufführungen frenetisch gefeiert. Fotos: Maxi Leitl, Daniel Hüttinger Bühnenbild Requisite Fiona Drexler, Paul Duschl, Katharina Eder, Sophia Ellerbeck, Elisabeth Ertl, Eva Habereder, Sophie Hüffmann, Marie Ninding, Julia Obermül-ler, Zacharias Ricot, Evelyn Schmid, Lilli Schmid, Pauline Weber, Helene Wilhelm Orchester Anna Sager Geige, Magdalena Straßer Geige, Carolin Schweiger Geige, Magdalena Freund Geige, Ruth Ritzkowski-Gallenkamp Violoncelle, Marie Grantner Kontrabass, Sabrina Schosser Flöte, Lena Weber Klari-nette, Stefan Binder Trompete, Valentin Holzer Schlagwerk, Alexander Gsödl Gitarre, Hubert Kaineder Klavier, Tobias Eichinger Akkordeon Technik: Christoph Gerstl Licht, Lukas Berger Ton Chor: Iuvenes Cantores Pantomime: P-Seminar Musik Historische Einführung: Musikkurs Q13 Falk Soli: Pepicek: Anna Loibl/Hannah Heining Aninka: Lea Weinberger Spatz: Amalia Dobrota Katze: Emma Hautzenberger Hund: Rastko Opacic Brundibar: Emil Apfl Milchverkäufer: Luis Ganslmeier Polizist: Josef Bloch Bäcker: Valentina Knödlseder Eisverkäuferinnen: Lynn Davidson, Greiner Sprecherinnen Chor: Ida Dullinger, Michaela Foese, Alexandra Freisinger Leitung: Johanna Steinbauer, Bernhard Falk, Alexander Gsödl, Anna Sager Gastbeitrag von Bernhard Falk, Fachschaftsleitung Musik Kinderoper 14 Der Spickzettel 40

15 Der Spickzettel 40

Bestimmt hatte jeder von euch schon einmal den Traum, sein Hobby zum Beruf zu machen. Dies ist in vielen Bereichen möglich, zum Beispiel auch im Bereich der Videospiele. Die Gamingindustrie ist sehr vielseitig und bietet zahlreiche Berufsmöglichkeiten. Diese sind sowohl auf der Entwickler- als auch auf der Spielerseite zu finden. Zu den bekanntesten Berufen gehören unter anderem E-Sportler, Programmierer und Streamer, aber es gibt auch viele weitere Bereiche in dieser Branche. In diesem Artikel findet ihr ein paar kuriose, aber wahre Geschichten, wie Privatpersonen und sogar Staaten mit Videospielen Geld verdienen – z.B. in China. Bevor wir mit dem Fall der chinesischen Gefängnisse anfangen, muss noch ein Begriff geklärt werden. Das sog. ‚Gold-Farming‘. Gold Farming bezeichnet, das automatisierte oder repetitive Sammeln von In-Game-Währung und seltenen Gegenständen in MMORPGs (wie WoW) oder anderen Spielen. Aber nun fragt man sich wahrscheinlich: Wie viel verdient man eigentlich mit diesem „Gold Farming“? Es ist nicht so lukrativ, wie es sich anhört. Medien wie ‚The Guardian‘ berichten, dass ehemalige chinesische Gefängnisinsassen aussagten, dass sie Gold Farming betreiben mussten, anstatt physischer Arbeit. Dies ist lukrativer, da der Lohn chinesischer Gefängnisarbeiter im Durchschnitt schätzungsweise bei 0,10 bis 1 US-Dollar pro Tag liegt und „Gold Farming“ mit 1 bis 2 US-Dollar pro Stunde viel mehr Geld einbringt. Dennoch kann diese Tätigkeit keinesfalls als stabiler oder sicherer Job angesehen werden. (The Guardian) Wiederum manche Spieler verkaufen Dinge von in-game Währung über seltene Items bis zu Accounts. In vielen Spielen, mitunter auch World of Warcraft (WoW), gibt es limitierte Items, die später für einen saftigen Betrag verkauft werden können. Ein Beispiel hierfür ist der Account von ‚Zeuzo‘ aus dem schon genannten spiel WoW, der viele Raritäten besaß. Dieser Account wurde für satte 9.500 US-Dollar, bzw. ca. 8.600 Euro verkauft. Dies ging aber nicht lange gut, da laut dem Entwickler ‚Blizzard‘ AccountHandel verboten ist. Also wurde der Account nach kurzer Zeit gesperrt. Der Käufer bekam keine Rückerstattung. Deshalb sollte man immer die Richtlinien der Firmen lesen. (MeinMMO) VIDEOSPIELE ALS GELDQUELLE Videospiele sind auf dem Vormarsch. Viele verdienen eine satte Summe mit diesem Hobby. Oder doch Beruf? Von Isabel Reither, 9c Video Games 16 Der Spickzettel 40

17 Der Spickzettel 40 Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor den weitreichenden negativen Folgen einer übermässigen Nutzung digitaler Medien, unter anderem deshalb wird sich in der heutigen Zeit oft die Frage gestellt, ob Social Media bis zu einem bestimmten Alter verboten werden soll. Das Freizeitverhalten von Jugendlichen ändert sich aktuell massiv, so verbringen Jungen durchschnittlich 1 Stunde 46 Minuten mit Videospielen (eine Verdopplung gegenüber 2013) und Mädchen nutzen soziale Netzwerke und Videotelefonie fast dreimal so viel wie noch vor zehn Jahren. Doch der Konsum der digitalen Medien beeinflusst auch die Bildungsqualität. So zeigen die PISA-Daten einen Verlust von 21,6 PISA Punkten im Lesen und 19,5 in der Mathematik. Ausserdem klagt die Mehrheit der Schüler, dass soziale Medien sie aktiv von Lernen abhalten. Social Media nimmt ebenfalls negativen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden, welches durch Corona zuvor schon stark geschwächt worden war. ,,Am wichtigsten ist, dass Eltern und Lehrer umfassend und damit besser als bisher über die möglichen Schäden durch digitale Medien aufgeklärt werden, aber das wird trotzdem gerade bildungsferne Schichten kaum erreichen, deshalb werden wohl schädliche soziale Medien für Kinder ähnlich beschränkt werden müssen wie Alkohol“, meint INSM Geschäftsführer Thorsten Alsleben. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass soziale Medien auch positive Seiten haben. So informieren sich viele Kinder und Jugendliche über YouTube-Videos oder ,,Insta-Reels“ und haben dadurch ein sehr großes Allgemeinwissen. Durch Erstellen eigener Inhalte wird die Kreativität und die sportliche Betätigung gefordert, wie z.B. beim Ausdenken und Nachmachen von Tänzen. Es gibt viele Erwachsene, die sich in Themen rund um soziale Netzwerke nicht auskennen. Dies kann aber zu Nachteilen im späteren Berufs- und Alltagsleben führen, weil viele Firmen ihre Produkte fast ausschließlich über soziale Medien bewerben. Mit Hilfe sozialer Medien kann man über das Leben ehemaliger Schulkameraden/Kollegen/ Freunde auf dem Laufenden bleiben. Es kann ,,emotionalen Support“ bieten, wenn man auf diesen Plattformen sieht, dass man mit einem seltenen Problem nicht alleine ist. Hier kann man Tipps und Anerkennung bekommen, die man im näheren Umfeld kaum bekommt, oft wegen fehlendem Wissen. Medienkompetenz wird nur durch die Nutzung der Medien erlernt, indem man Fehler macht, nicht allein durch Erklärungen und Warnungen. Der Gebrauch von Social Media für Kinder und Jugendliche birgt sowohl Vorteile als auch Gefahren, so dass weder ein komplettes Verbot noch eine regelfreie Nutzung der richtige Weg sein wird. Ist Social Media eine Gefahr für Jugendliche? SOCIAL MEDIA Von Martha Weigl und Teresa Grantner, 10b Bild von u_n898l6o2op auf Pixabay (Zuschnitt)

Ich schau nur kurz aufs Handy“. Diesen Satz sagen wir uns wahrscheinlich alle mehrmals am Tag. Doch aus „kurz“ werden schnell 10 Minuten oder eine Stunde. So geht es mir jedenfalls oft: Eigentlich wollte ich nur eine Nachricht beantworten und plötzlich scrolle ich durch TikTok oder Instagram und habe völlig vergessen, was ich eigentlich machen wollte. Mal ehrlich: Wann hast du das letzte Mal länger als eine Stunde nicht auf dein Handy geschaut? Für viele von uns ist das kaum vorstellbar. Das Smartphone ist immer dabei: morgens direkt nach dem Aufwachen, in der Schule, beim Essen und oft sogar nachts. Doch genau hier liegt das Problem: wir verbringen viel zu viel Zeit online und vergessen dabei, dass das echte Leben außerhalb des Bildschirms stattfindet. Wie viel Zeit verbringen wir eigentlich am Handy? Studien zeigen, wie extrem unsere Nutzung geworden ist. Laut „DIE ZEIT“ verbringen Jugendliche im Schnitt 71,5 Stunden pro Woche online! Das sind mehr als 10 Stunden pro Tag. Noch erschreckender: 73% der Jugendlichen sagen selbst, dass sie mehr Zeit auf Social Media verbringen, als ihnen lieb ist. 56% würden gerne weniger nutzen, schaffen es aber nicht. Viele merken selbst, dass etwas nicht stimmt, aber das Handy ist einfach zu präsent und „normal“ im Alltag. Social Media: gemacht, um uns abhängig zu machen Social Media ist nicht zufällig so fesselnd. Plattformen sind bewusst so entwickelt, dass wir möglichst lange dort bleiben. Laut einer Studie, über die „DIE ZEIT“ berichtet, hat sogar jeder zehnte Jugendliche ein problematisches Nutzungsverhalten. Wir scrollen nicht nur aus Spaß. Wir werden regelrecht „festgehalten“. Realitätsfern Während wir durch TikTok, Instagram oder Snapchat scrollen, passiert draußen das echte Leben: Freunde treffen, Sport treiben, neue Dinge erleben. Doch viele Jugendliche berichten, dass sie durch Social Media andere Dinge vernachlässigen. Man sitzt zusammen und trotzdem schaut jeder auf sein eigenes Handy. Gespräche werden kürzer, echte Momente seltener. Das Leben wird zu etwas, das wir nebenbei erleben, während wir eigentlich online sind. Der Vergleich mit anderen macht uns unglücklich Ein großes Problem ist der ständige Vergleich. Auf Social Media scheint jeder perfekt zu sein: schöner, erfolgreicher, glücklicher. Was viele nicht verstehen: all das ist eine Illusion. 46% der Jugendlichen berichten von Ausgrenzung oder Abwertung online. Viele fühlen sich unter Druck gesetzt, „mithalten“ zu müssen. Wir vergessen dabei, dass Social Media nur die besten Momente, gefiltert und bearbeitet zeigt. Niemand postet schlechte Tage, Streit oder Unsicherheiten. Aber genau das macht unser Leben, unseren Weg, unser Umfeld aus. Wir vergleichen also unser echtes Leben mit der perfekten Inszenierung anderer und können dabei nur verlieren. Social Media ist oft Fake Filter, Bearbeitung, inszenierte Fotos: vieles auf Social Media ist nicht echt. Influencer wirken perfekt, aber hinter den Bildern steckt oft viel Planung, Bearbeitung und manchmal sogar Werbung. Trotzdem glauben wir unbewusst, dass dieses Leben „normal“ ist. Am Gefangen im Bildschirm – warum wir unser Handy öfter weglegen sollten „Von Lisa Drexler, 10c SOCIAL MEDIA 18 Der Spickzettel 40

liebsten würden wir sogar leben wie diese Leute. Je mehr wir das sehen, desto mehr zweifeln wir an uns selbst. Warum es so schwer ist, weniger am Handy zu sein Viele sagen: „Dann leg das Handy doch einfach weg!“, doch so einfach ist es nicht. Apps schicken ständig Benachrichtigungen, neue Inhalte erscheinen unendlich (Endlos-Scrollen), man hat Angst, etwas zu verpassen („FOMO“). Deshalb schaffen es viele Jugendliche trotz guter Vorsätze nicht, ihre Nutzung zu reduzieren. Was wir ändern können Das Ziel ist nicht, komplett auf das Handy zu verzichten. Sondern bewusster damit umzugehen: - Handyfreie Zeiten (z. B. beim Essen oder vor dem Schlafen) - Mehr echte Treffen statt nur Chats - Bildschirmzeit beobachten - Sich bewusst machen: Social Media ist nicht die Realität Unser Handy ist ein Teil unseres Lebens geworden. Aber es sollte nicht unser ganzes Leben bestimmen. Wir verlieren Zeit, vergleichen uns mit unrealistischen Bildern und verpassen oft die echten Momente. Dabei ist genau das das Wichtigste: das echte Leben, echte Gespräche, echte Erfahrungen. Vielleicht sollten wir uns öfter fragen: Will ich mein Leben erleben oder nur anschauen? Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 19 Der Spickzettel 40

SPZ: Das Thema „Handygarage“ ist Thema in der Schülerschaft. Was steckt dahinter? Herr Lummer: Eingebettet ist das Ganze ja im Handynutzungsverbot, das an den Schulen in Bayern gilt und ganz unterschiedlich umgesetzt wird. Bei uns gilt also auch das Handynutzungsverbot mit den bestimmten Regularium, die bei einer Abnahme gelten. Das ist klar geregelt. Aber warum ist es dennoch ein Dauerthema? Weil es auch Schulen gibt, an denen Persönlichkeitsrechte grob verletzt werden, wie etwa durch Fotografien oder durch Videos. Gott sei Dank ist dies an unserer Schule nicht extrem schlimm, aber immer wieder gibt es auch Probleme mit Mobbing und Ausgrenzungen und derartigen Fällen. Zum Anderen ist die Nutzung des Handys zum Schauen von Videos auf TikTok oder YouTube oder auch die Nutzung während des Unterrichts ein Thema. Insgesamt ist das alles nicht zufriedenstellend. Und auch bei Elternabenden ist Handy ein Dauerthema. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass es Untersuchungen gibt, die zeigen, dass die Konzentration enorm gestört ist, wenn z.B. das Handy in der Nähe ist, einen Ton Schulleiter Lummer stellt sich der Schülerzeitung zum Gespräch eine sogenannte„Handygarage“: Verhaltenssteuerung ist das Ziel Wird das Handy bald begraben werden? Bild und Idee: Maxi Groß und Matthias Simböck, AP „Mit dem Smartphone durch das Schuljahr“. 20 Der Spickzettel 40 Handynutzung an unserer Schule

oder eine Vibration von sich gibt. Sofort ist man motiviert nachzuschauen. Auch wenn es oft nur „blöde“ Breaking News oder ein anderer Schmarrn ist, der gar nicht wichtig ist. Andererseits ist natürlich das Handy ein kleiner Computer, ein nützliches Gerät und unsere Aufgabe als Schule ist es schon auch, neben dem Elternhaus, dafür einen guten Umgang einzuüben: Das Gute, die positiven Funktionen nutzen, aber sich nicht vom Handy bestimmen lässt oder vielleicht sogar unterdrücken, tyrannisieren lässt. SPZ: Sie haben jetzt die Probleme geschildert. Welche Lösungsansätze haben Sie? Die Frage ist ja: Was ist eine sinnvolle Lösung? Gibt es etwas, das tatsächlich eine gute Lösung ist? Und die möchte ich miteinander suchen. Wir reden unermesslich viel über das Thema Handy an Schulen, was uns aber eigentlich ablenkt von dem, was sinnvoll und wichtig ist für die Schule. Was gibt es nun für Möglichkeiten, welche Lösungen gibt es an anderen Schulen? Es gibt Schulen, die am Anfang des Tages die Handys einsammeln, klassenweise. Sei es jetzt in einem Alukoffer oder in einer Plastikbox. Eventuell sogar mit einer Socken über das Handy gestülpt, damit das Display nicht beschädigt wird. Ein Handy kostet ja enorm Geld: 600 Euro, 800 Euro. Egal. Und das nun mal 25. Da geht man mit enormen Wertgegenständen durchs Schulhaus. Entweder der Lehrer oder auch Schüler tragen das dann irgendwie ins Sekretariat. Und am Ende des Tages wird es wieder zurückgetragen. Aber was ist, wenn etwas kaputt geht? Andere Schulen haben einen sog. Handy-Tresor oder ein Handy-Save. Das heißt, im Klassenzimmer wird eine Blechbox festgeschraubt. In der Frühe legt man das Handy rein und es wird abgesperrt und am Ende des Tages holt man sich‘s wieder. Hört sich super an. Das Problem ist nur, dass wir viele gemischte Klassen und unterschiedlichen Unterricht haben. Man ist also oft nicht in der letzten Stunde im Klassenzimmer. Eine weitere Idee sind nun Handytaschen. Das wurde nun auch bei der Klassensprecherversammlung thematisiert. Es gibt die Möglichkeit, Handytaschen aus robustem Material und mit Magnetverschluss, zu nutzen. Praktisch bedeutet das: Als Schüler legst Du Dein Handy in der Früh selber rein und versperrst es selber mit einem Magnetschloss. Somit ist es dem akuten Zugriff entzogen. Man legt es in die eigene Tasche und am Ende des Tages wird der Magnetverschluss wieder geöffnet. Dann kann man es rausnehmen und man kann es wieder nutzen. Dies hat den Vorteil, dass das Gerät zunächst beim Schüler bleibt, ist aber für den leichtsinnigen und verführerischen schnellen Zugang entzogen. Ich kann also nicht mal ‚schnell auf das Handy schauen‘. Sollte es einen Notfall geben, kann man es wieder entsprerren. Das genaue Prozedere ist sicher noch zu klären. SPZ.: Welche Notfälle könnte es geben, damit das Handy entsperrt werden darf? Wenn wirklich etwas Schlimmes passiert, dann kann man, wie immer schon, im Sekretariat anrufen und wir können das abklären. Was ist, wenn ich ausmachen will, ob und wann und wo mich die Eltern abholen sollen? Dann reicht eigentlich der Blick um 15.55 Uhr. Und wenn es wichtig ist, geht der Schüler zum Lehrer und lässt sich die Hülle aufsperren. (Fortsetzung Seite 29) Martha Weigl und Teresa Grantner vom Spickzettel sprachen mit Schulleiter Johann Lummer über die Nutzung von Handys an unserer Schule . Das Foto machte Jonas Möllentin. 21 Der Spickzettel 40

Zum Thema Fußball haben wir noch eine Buchempfehlung: „Blue Lock“. Dies ist ein Manga von Muneyuki Kaneshiro und Yūsuke Nomura über einen Jungen namens Isagi Yoichi der davon träumt, Profifußballer zu werden. Er wird in ein Trainingsprogramm eingeladen, das den besten Stürmer Japans erschaffen möchte: Blue Lock. Doch schon am ersten Tag wird klar, nur die besten kommen hier weiter. Blue Lock ist eine Geschichte über Fußball, Egoismus und harte Arbeit. Da Fantasie in unserer diesjährigen Ausgabe auch ein Thema ist, kann man außerdem „Woodwalkers“ von Katya Brandis empfehlen. Es geht um einen Jungen namens Carag. Dieser kann sich, wie wenige andere Menschen, in ein Tier verwandeln: einen Puma. Nachdem er sein ganzes Leben lang als Wildkatze verbracht hatte, brach er auf, um in der Menschenwelt zu leben. Nach einer Weile holt ihn seine Herkunft ein und er wird eingeladen, eine Schule zu besuchen, in der nur Leute wie er sind. Buchbesprechungen Bücher zu Schwerpuntkthemen der Schülerzeitung Von Isabel Reither, 9c Bild: Arena-Verlag Bild: Verlag Pegasus Manga 22 Der Spickzettel 40

Idee: Isabel Reither 23 Der Spickzettel 40 Rätselseite 1. Erster Präsident der USA (Nachname) 2. Komponist der Mondscheinsonate (Nachname) 3. Größtes Tier der Welt 4. Griechischer Gott des Blitzes 5. Langsamstes Tier der Welt 6. Sommerblume/Rasenblume 7. Kleinstes Land der Welt 8. Gründerin von Fridays for future (Nachname) 9. Erfinder des Dynamits (Nachname) 10. Weitverbreitetster Glaube weltweit 11. Erster Mensch auf dem Mond (Nachname) 12. Stadt der Liebe 13. Berühmte Casinostadt (zwei Wörter) 14. Offizieller Entdecker Amerikas 15. Großes Fußballevent im Sommer 2026 (zwei Wörter) 1 2 3 4 5 6 7 Lösungswort 4 6 2 5 7 3 6 9 11 2 1 3 12 13 14 7 10 15 4 8 5 1 Kreuzworträtsel

Idee: Maxi Leitl 26 6 9 11 2 1 7 3 10 8 4 1 4 7 10 2 11 5 9 3 8 5 1. Schulmotto (5 Wörter) 2. Was lehrt Sr. Maria Gratia Rotter außer Katholische Religion? 3. Wie viele Jahre ist Herr Hüttinger schon an der Schule? (Stand 2025) 4. Namenspatron der Schule 5. Schulleiter am SGG 6. Fachschaftsleitung Musik 7. Nachdame der Sekretärin, die mit dem Deggendorfer Landrat verheiratet ist 8. Wann war die große Überflutung, bei der, der Keller der Schule überflutet worden war?(20??) 9. Die wievielte Ausgabe vom Spickzettel ist die aktuelle? 10. Wie viele Jahre war Frau Freundorfer Betreuungslehrerin der Schülerzeitung? 11. Wer sind unsere beiden SOL-Betreuungslehrer? (Alle Zahlenangaben in Worten) 1234567891011 Lösungswort 6 Kreuzworträtsel Rätselseite

© adidas Gewinnspiel zum Fußball-Event vom 11. Juni bis 19. Juli mit freundlicher Unterstützung von 11teamsports Store Vilshofen; Geschäftsführer Walter Zitzlsperger Anzeige 27 Der Spickzettel 40 Gewinnspiel Klasse Name, Vorname Teilnahmekarte zum Gewinnspiel Ja, ich möchte ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft gewinnen! Wenn Du gewinnen möchtest, einfach die Teilnahmekarte ausschneiden und bis Freitag, 12. Juni, 9.15 Uhr im Sekretariat abgeben. Verlosung ist Freitag, 12. Juni, 11.10 Uhr in der Aula! Viel Glück! Das Trikot ist der Hauptgewinn. Es gibt weitere Gewinnchancen.

In mehreren Ländern wird derzeit ein Mindestalter für soziale Medien diskutiert, so etwa in Frankreich, wo ein entsprechender Vorschlag bald Realität werden könnte. Kinder unter 15 Jahren dürften dort künftig keine Social-Media-Dienste mehr nutzen. Die Motivation für ein solches Verbot liegt vor allem im Schutz des Kindeswohls. Fachleute aus der Entwicklungspsychologie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie betonen, dass soziale Medien einen erheblichen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden junger Menschen haben können. Eine hohe Nutzungsdauer korreliert unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Stress, Depressionen, Angststörungen oder Störungen der Körperwahrnehmung, aus denen ernsthafte Erkrankungen wie Anorexie entstehen können. Zudem bergen soziale Medien ein hohes Suchtpotenzial, das die soziale und personale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen kann. Hinzu kommt, dass Minderjährige trotz Altersbeschränkungen und Filtermechanismen regelmäßig mit für sie ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden. Diese Aspekte lassen ein Verbot auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Dennoch ist es notwendig, die Problematik differenziert und vorausschauend zu betrachten. Altersbeschränkungen lassen sich relativ leicht durch falsche Angaben oder den Einsatz von VPNs umgehen, während eine verlässliche Altersverifikation sowohl technisch als auch datenschutzrechtlich schwer umsetzbar ist. Darüber hinaus kann ein Verbot zur soEin Kommentar zu einem potenziellen Social-Media-Verbot für Jugendliche von Elias Batzlsberger, Q 13 (Fortsetzung Seite 30) 28 Der Spickzettel 40

Herr Lummer demonstierte uns eine sog. „Handygarage“. Handyverbot – in einer digitalisierten Welt? Aktuell wird um eine Einführung von abschließbaren Handytaschen diskutiert. Dies soll zu weniger Ablenkung im Unterricht und auch allgemein zu geringerer Handynutzung führen. Doch ist das wirklich zweckdienlich? Hoher Aufwand und Kosten bei der Anschaffung von solchen Hüllen. Müssen das etwa wieder einmal die Eltern zahlen? Das steht aktuell noch offen. Doch stellt das Smartphone in höheren Jahrgangstufen eine größere Ablenkung als das neue Tabletsystem dar? Und gehört es nicht zum Sinnbild der aktuellen Medienbildung v. a. in der Unterstufe auf sein Smartphone ohne Zwang verzichten zu können? Es steht fest, um weiter über die Einführung solcher Gadgets diskutieren zu können, müssen zuvor noch weitere Details besprochen werden. Dennoch finden wir ein solches System für unwirksam und unwirtschaftlich. Wir vertrauen daher auf die Vernunft der Schülerinnen und Schüler. Denn uns sind nur extrem wenige Fälle von ausgearteter Handynutzung bekannt. Wenn dennoch ein solches Delikt vorliegen sollte, erhoffen wir uns, dies in einem respektvollen Gespräch geklärt zu bekommen. Dennoch der Appell, an euch, euer Smartphone sinnvoll zu nutzen. Ein Kommentar von Schülersprecher Oliver Gehard, 11a (Fortsetzung von Seite 21) Aber warum ist für mich als Schulleiter eine Art „Handygarage“ interessant? Weil wir damit eine Verhaltenssteuerung beim Schüler veranlassen könnten. Der Schüler weiß, er hat sein Handy dabei, und wenn es wirklich wichtig wird, kann ich es auch nutzen. Aber der schnelle Zugriff ist weg und ich kann mich dadurch selber disziplinieren und wieder mehr konzentrieren. Und oft ist ja – wenn wir ehrlich sind – der Blick auf das Handy auch überflüssig. Diese mögliche Verhaltenssteuerung und ob wir in diese Richtung denken wollen, muss natürlich mit der Schülerschaft, mit dem Kollegium und auch mit der Elternschaft diskutiert werden. Natürlich auch die Frage, in welchen Jahrgangsstufen dies eingesetzt werden kann usw. SPZ.: Und was passiert wenn diese Lösung umgangen wird? Mit einem Zweithandy zum Beispiel. Natürlich muss man dann über mögliche Sanktionen diskutieren. Aber eigentlich sollten wir über das Positive nachdenken: Dass eine Verhaltensunterbrechung möglich ist und jeder einzelne eine gute Distanz zum Handy aufbaut und trotzdem die positiven Seiten vom Handy nicht verteufelt. SPZ.: Was würde denn so eine Handygarage kosten? Es gibt verschiedene Anbieter. Einen Hülle aus Neopren mit Magnetverschluss gibt es für ca. 13 Euro. Das könnte uns die Freiheit vom Handy eigentlich wert sein. SPZ.: Vielen Dank für Ihre Zeit. 29 Der Spickzettel 40

Hohe Nutzungsdauer korreliert mit einem erhöhten Risiko für Stress, Depressionen, Angststörungen oder Störungen der Körperwahrnehmung zialen Ausgrenzung führen, da Jugendliche von ihren Peers ausgeschlossen werden und wichtige Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien verpassen. Kritiker weisen zudem darauf hin, dass nicht allein die Verantwortung der Nutzer im Fokus stehen dürfe, sondern auch jene der Plattformbetreiber. Gefordert werden strengere Regulierungen, etwa eine algorithmische Ausrichtung auf den Jugendschutz sowie eine stärkere Haftung für problematische Inhalte. Die politischen Debatten verdeutlichen somit die Zwiespältigkeit der Thematik. Neben Verboten werden daher alternative Maßnahmen diskutiert, etwa eine intensivere Aufklärung oder verstärkte Investitionen in Programme zur Förderung von Medienkompetenz. Darüber hinaus stellt sich die grundsätzliche Frage, ob Regulierungen ausschließlich Kinder und Jugendliche betreffen sollten oder ob ein allgemeiner „Internet-Führerschein“ sinnvoll wäre, bei dem Nutzer ihre Eignung für den verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien nachweisen müssen. Schließlich gibt es auch unter Erwachsenen viele Menschen, die mit den Dynamiken sozialer Medien überfordert sind. Es bleibt daher offen, warum diese Plattformen für sie uneingeschränkt zugänglich sein sollten, während junge Menschen pauschal ausgeschlossen werden. Aus christlicher Perspektive lässt sich die Debatte besonders gut anhand der Sozialprinzipien reflektieren. Das Prinzip der Personalität betont die unantastbare Würde jedes Menschen, insbesondere die Schutzbedürftigkeit von Kindern, die sich noch in ihrer Entwicklung befinden. Ergänzt wird dieser Aspekt durch die notwendige Entfaltungsmöglichkeit des Menschen in den Dimensionen Personalität, Sozialität und Transzendentalität, wie sie sich aus dem christlichen Menschenbild ergibt. Gleichzeitig fordert die Verantwortungsethik (Solidarität), dass sowohl Eltern, Gesellschaft als auch Anbieter digitaler Plattformen Verantwortung für das Wohl junger Menschen übernehmen. Ein pauschales Verbot allein wird diesem Anspruch jedoch kaum gerecht, da es die Fähigkeit zur Selbstverantwortung und Mündigkeit, wie sie im Prinzip der Subsidiarität angelegt ist, nur unzureichend fördert. Christlich verantwortetes Handeln müsste daher Schutz, Aufklärung und Begleitung miteinander verbinden, um Kindern und Jugendlichen einen reflektierten, würdevollen und verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien zu ermöglichen. Bild von Thomas Ulrich auf Pixabay (Fortsetzung von Seite 28) 30 Der Spickzettel 40

27% der 14- bis 20-Jährigen nutzen die sozialen Medien täglich über fünf Stunden. Das ist eine erschreckend lange Zeit. Wenn man jetzt noch die Schul- udn Schlafenszeit miteinkalkuliert, bleibt keine Zeit mehr für Hobbies oder echte soziale Kontakte. In den sozialen Medien leben wir Nutzer in einer anderen Realität, wir werden ausgetrickst durch den Algorithmus und uns wird eine alternative Realität vorgespielt. Denn dort sehen wir nur das, was wir sehen sollen. Der Bezug zum echten Leben geht hierbei völlig verloren. So belegen Studien, dass die Social media Nutzung depressive Symptome bei Kindern und Jugendlichen deutlich verstärkt. Immerhin sehen wir tagtäglich dort nur perfekte Leben, perfekte Körper, perfekte Freunde, Familien und Beziehungen. Schnell wächst daher die Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. Kinder und Jugendliche können nämlich schwer einschätzen, dass das, was uns auf Social Media gezeigt wird nicht einem „normalen“ Leben entspricht und geraten so immer mehr in eine Abwärtsspirale. Denn durch den Algorithmus wird man auch immer mehr in eine Bubble reingedrängt und bekommt nur noch denselben Content ausgespielt, was zu einer verklärten Sicht beiträgt. Auch das Suchtpotenzial ist enorm groß, durch so kurze Videos, die im Gehirn zu einer kurzzeitigen Dopaminausschüttung führen und so immer weiter gescrollt wird. Aber nicht nur das Sucht- und Depressionspotenzial der sozialen Medien ist hoch gefährlich, auch die Beeinflussung. Wie wir sehen, sind Parteien der politischen Ränder in den sozialen Medien am erfolgreichsten, denn durch ihre Inhalte polarisieren sie. Durch kurze prägnante ansprechende Phrasen, können Jugendliche schnell von solchen Politikern abgeholt werden und der Algorithmus hilft dabei, indem nur noch ähnliche Videos vorgeschlagen werden. Schnell landet man so in einer links- oder rechtsextremen Bubble und wird politisch stark beeinflusst. In diesen Milieus spielen auch Fake News eine große Rolle, welche durch den großen Einfluss von Künstlicher Intelligenz nur noch schwer zu erkennen sind, vor allem für junge Menschen, die mit Faktenchecks oder normalen Nachrichtenmedien nicht mehr sehr vertraut sind. Hier bietet sich also der perfekte Boden für Radikalisierung, ohne dass die Eltern eingreifen können; denn welche Eltern haben noch Einsicht oder Übersicht oder auch das Verständnis dafür, was in den sozialen Medien passiert. Aber auch ein weiteres Problem taucht auf: Die Sexualisierung von Minderjährigen. Jeder Nutzer kann sich hinter einem Fakeaccount verstecken und unter falschen Namen posten, schreiben und kommentieren. Durch die leichte Zugänglichkeit der sozialen Medien kann jedes Kind mit digitalem Endgerät Instagram oder TikTok nutzen, auch ohne dem Wissen der Eltern. Wenn dann noch Bilder oder Videos gepostet werden, hat jeder Zugriff, auch diejenigen, die diese Bilder in pädophile Onlineforen verbreiten. Es gibt mittlerweile unzählige Beispiele: Bei einem Livestream auf Tiktok wurde ein junges Mädchen (im Alter von 9 Jahren) von Fakeaccounts im Chat aufgefordert sexuelle Posen zu machen und sich auszuziehen. Kindern, die sehr leicht manpulierbar sind, fehlt hier das Verständnis der Hintergründe und Konsequenzen. Mittlerweile gab es auch schon sehr viele gefährliche Trends, die sogar zum Tod geführt haben, wie die „Choking Challenger“, bei welcher man sich im Livestream so lange selbst würgt, bis man bewusstlos wird. Auch wenn man sieht, dass vor allem freizügige Bilder oder Videos die meisten Aufrufe und Likes generieren, sollte uns das zu Denken geben, ob wir den Schutzbefohlenen unserer Gesellschaft den freien Zugang zu diesen Medien geben wollen oder ob es nicht zu ihrem Schutz dient, ihnen diese Freiheit zu verwehren. Definitiv bin ich für ein Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien und darüberhinaus auch für eine verpflichtende Authentifizierung, um dem Fakeaccount-Dasein Einhalt zu gebieten. Der Einfluss der Medien hat so viele negative Auswirkungen auf junge Menschen, dass sie davor geschützt werden müssen, da sie die Probleme selbst kognitiv gar nicht richtig erkennen können. Ein Kommentar zu einem potenziellen Social-Media-Verbot für Jugendliche von Pia Rohowski, Q13 31 Der Spickzettel 40

32 Der Spickzettel 40

33 Der Spickzettel 40 Ein Kommentar zu einem potenziellen Social-Media-Verbot für Jugendliche von Karolina Jaekel, Q13

34 Der Spickzettel 40 Die Wehrpflicht und ihre Aussetzung In Deutschland galt bis 2011 die Wehrpflicht. Das bedeutete, dass alle jungen Männer ab dem Alter von 18 Jahren zum Wehrdienst eingezogen werden konnten. Dieser dauerte zuletzt sechs Monate. Die Wehrpflicht wurde jedoch nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt. Der Grund war vor allem, dass nach dem Kalten Krieg weniger Soldaten benötigt wurden und die Bundeswehr auf eine kleinere, professionelle Freiwilligenarmee umgestellt werden sollte. Seitdem besteht sie nur aus freiwilligen Soldatinnen und Soldaten, das heißt, bis jetzt waren ab dem Erreichen der Volljährigkeit weder Musterung noch anschließender Wehrdienst verpflichtend. Das neue Wehrdienstgesetz In den letzten Jahren hat sich die Sicherheitslage in Europa stark verändert, vor allem durch den Krieg in der Ukraine und den Nahost-Konflikt. Gleichzeitig hat die Bundeswehr Probleme, genügend Nachwuchs zu finden. Deshalb hat die Bundesregierung unter Friedrich Merz ein neues Wehrdienstgesetz verabschiedet. Ziel ist es, mehr junge Menschen für den Wehrdienst zu gewinnen und im Ernstfall schneller mehr Soldaten zur Verfügung zu haben. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Gesetzes ist ein verpflichtender Fragebogen für junge Männer im Alter von etwa 18 Jahren, in dem sie Auskunft über ihre körperliche Fitness, Gesundheitszustand, Ausbildung und schulischen Abschluss geben müssen und ob sie sich einen Wehrdienst bei der Armee vorstellen können. Für Frauen ist dieser freiwillig. Auf Grundlage dieser Angaben kann die Bundeswehr geeignete Personen zu einer Musterung einladen. Die Musterung ist eine Untersuchung, bei der geprüft wird, ob jemand körperlich und psychisch für den Wehrdienst geeignet ist. Das neue Gesetz bedeutet jedoch nicht automatisch, dass alle jungen Männer zum Wehrdienst verpflichtet werden. Dieser bleibt an sich zunächst freiwillig. Falls sich aber in Zukunft zu wenige Freiwillige melden, könnte die Wehrpflicht theoretisch wieder aktiviert werden, da sie im Grundgesetz weiterhin vorhanden ist. Das neue System soll vor allem der Bundeswehr einen besseren Überblick über mögliche Bewerber geben und junge Menschen überhaupt mal mit dem Militär in Berührung bringen und Interesse schüren. Kritik und Diskussion Das neue Wehrdienstgesetz wird von den Bürgern unterschiedlich gesehen. Befürworter sagen, dass es notwendig ist, um Deutschland besser zu schützen. Kritiker befürchten, dass dies ein erster Schritt zur Rückkehr der Wehrpflicht ist und dass eine WEHRPFLICHT FÜR MÄNNER AB 18 JAHREN? Schüler gehen auf die Straße und demonstrieren gegen eine vollständige Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Bundeswehr spaltet die Gemüter. Von Jonas Möllentin, 10d

35 Der Spickzettel 40 starke Armee nur der politischen Kriegstreiberei dient. Außerdem wird diskutiert, ob der verpflichtende Fragebogen gerecht ist, da dieser nur für Männer vorgesehen ist. Die Bundeswehr ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Verteidigungspolitik. Sie schützt die Bundesrepublik und seine Partner und hilft auch in Krisensituationen. Das neue Wehrdienstgesetz soll der Bundeswehr helfen, mehr Personal zu gewinnen und sie zukunftsfähig zu machen. Ob dies ausreicht oder ob die Wehrpflicht bald wieder eingeführt wird, ist derzeit noch offen. Die Entstehung der Bundeswehr Die Bundeswehr ist die Armee der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde am 12. November 1955 gegründet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 durfte Deutschland zunächst keine eigene Armee haben. Mit Beginn des Kalten Krieges und der zunehmenden Spannungen zwischen Ost und West entschied sich die damalige Bundesrepublik Deutschland jedoch, wieder Streitkräfte aufzubauen, um sich verteidigen zu können und ihre Verbündeten zu unterstützen. Von Anfang an sollte die Bundeswehr eine „Parlamentsarmee“ sein. Das bedeutet, dass nicht eine einzelne Person über militärische Einsätze entscheidet, sondern das Parlament, also der Deutsche Bundestag. Jeder Auslandseinsatz der Bundeswehr muss vom Bundestag genehmigt werden. Damit unterscheidet sich die Bundeswehr bewusst von früheren deutschen Armeen, wie der Wehrmacht, die stärker unabhängig von demokratischer Kontrolle waren. Die Bundeswehr untersteht dem Bundesministerium der Verteidigung. Im Frieden ist der Verteidigungsminister oder die Verteidigungsministerin der oberste Befehlshaber. Im Verteidigungsfall geht diese Rolle auf den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin über. Gliederung der Bundeswehr Die Bundeswehr besteht aus mehreren Teilstreitkräften: • Heer: Die Bodentruppen, zum Beispiel Panzer- und Infanterieeinheiten • Luftwaffe: Zuständig für Flugzeuge, Luftverteidigung und den Schutz des Luftraums • Marine: Verantwortlich für Einsätze auf See • Cyber- und Informationsraum: Zuständig für IT, Kommunikation und Cyberabwehr Zusätzlich gibt es zivile Beschäftigte, die zum Beispiel in Technik, Verwaltung oder Medizin arbeiten. Insgesamt arbeiten rund 260.000 Menschen für die Bundeswehr, davon etwa 180.000 Soldatinnen und Soldaten. Aufgaben der Streitkräfte Die wichtigste Aufgabe ist die Landes- und Bündnisverteidigung. Das bedeutet, Deutschland und seine Verbündeten im Falle eines Angriffs zu schützen, da Deutschland Mitglied der NATO (North Atlantic Treaty Organisation), einem Verteidigungsbündnis aus 32 Staaten, ist. Wenn ein Mitglied angegriffen wird, unterstützen es die anderen Länder. Weitere Aufgaben der Bundeswehr sind zum Beispiel Auslandseinsätze um den Frieden in den Gebieten zu sichern, wie der 20-jährige Einsatz in Afghanistan von 2001-2021, aber sie helfen auch bei nationalen Krisen wie Hochwasser und Erdbeben, evakuieren zum Beispiel deutsche Staatsbürger aus den Gefahrengebieten. Die Bundeswehr darf jedoch im Inland auch zu Hilfsaktionen nur auf Beschluss des Parlaments agieren. Bild: Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)

RkJQdWJsaXNoZXIy MTYzMjU=