SAISON 2026/2027 Fußball aus der Region – präsentiert vonder VON DEN A-KLASSEN BIS ZUR LANDESLIGA Anpfiff Das Fußball- Magazin für die Region CHRISTOPH MAIER: Brisanter Wechsel von Lok zu Chemie Leipzig JONAS WIESELSBERGER: Nach Portugal-Abenteuer wieder in Buchbach WOLFGANG STARK: Aufstieg ins Spitzencoaching
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Und darum, dass sich jemand gesellschaftlich engagiert. Seit über 200 Jahren sind wir in der Region verwurzelt und unterstützen große und kleine Projekte sowie Vereine und Institutionen. Esgehtum große Ziele. Sparkasse Landshut Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 3 Der Fußball-Sommer 2026 zeigt sich von seiner intensivsten Seite. Während die vergangenen Wochen von der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA dominiert wurden, haben auch die Amateurfußballer in der Region fleißig geschwitzt und sich in der teils brütenden Hitze auf die neue Saison vorbereitet. Und auch wenn die Pause kurz war: Gerade der Saisonstart ist immer wieder aufs Neue eine magische Zeit. Es gibt neue Ligen-Konstellationen, Spieler haben ihre Teams gewechselt und die Mannschaften müssen sich finden. Es ist eben richtig was los und viele der besonderen Geschichten, die jede Saison schreibt, haben ihren Ursprung in diesen Wochen. Schon jetzt ist klar, dass auch die bevorstehende Spielzeit einige spannende Geschichten mit sich bringt. Mit der SpVgg Landshut ist etwa das Aushängeschild der Region nach zehn Jahren zurück in der Bayernliga. Nach dem Landesliga-Titel geht es nun darum, sich eine Liga höher zu etablieren und die nächsten Schritte zu gehen. Verstecken will sich die „Spiele“ aber nicht, wie Spielertrainer Sebastian Maier im Gespräch betont. Es stellt sich außerdem die Frage, wie der FC Ergolding das zweite bittere Aus in der Aufstiegsrelegation binnen drei Jahren weggesteckt hat. Klappt es diesmal mit dem Titel in der Bezirksliga West und dem LandesligaAufstieg? Interessant dürfte auch zu beobachten sein, wer sich in den Kreisligen an die Spitze setzt. Schafft etwa der TV Geisenhausen die sofortige BezirksligaRückkehr? In den Kreis- und A-Klassen hat vor allem die Überschneidung der Kreise Niederbayern West und Ost und die damit einhergehende neue Ligeneinteilung ihren ganz besonderen Reiz. Wir beschäftigen uns auch mit Christoph Maier, der mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig zwar die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost gefeiert, den Aufstieg in der Relegation aber verpasst und im Sommer einen brisanten Wechsel zum Stadtrivalen BSG Chemie Leipzig gewagt hat. Außerdem widmen wir uns Jonas Wieselsberger, der nach seinem Portugal-Abenteuer wieder für den TSV Buchbach aufläuft. Mit Moritz Sossau sprechen wir unter anderem darüber, wie der 19-jährige Leistungsträger die Aufstiegssaison mit der SpVgg Landshut erlebt hat. Zudem blicken wir gemeinsam mit Christian Leicher auf seine lange Laufbahn als Profi-Schiedsrichter zurück. Wir haben uns auch mit Wolfgang Stark unterhalten, der sich als Coach intensiv um aufstrebende Schiedsrichter kümmert. UND: WIR GRATULIEREN ALLEN AUFSTEIGERN! Alsodann: ANPFIFF zur Saison 2026/27! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen unseres Fußballmagazins, den Mannschaften viel Erfolg und uns allen eine gute Zeit auf den hiesigen Fußballplätzen. Johannes Holler LZ-Sportredakteur Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Amateurfußballer sind startklar – und wir stimmen Sie ausführlich auf die Spielzeit 2026/27 ein.
Spiel verpasst? Landshuter Zeitung 0871/850-2671 Alle aktuellen Sport-Ergebnisse finden Sie am nächsten Morgen in Ihrer Tageszeitung. Macht nichts! 4 Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 | Bayernliga Süd Gespickt mit Tradition In der Bayernliga Süd gibt’s diesmal einige Titelkandidaten – aber keinen absoluten Favoriten Von Dirk Meier Gespickt mit großen Namen geht die Bayernliga Süd in der Saison 2026/27 an den Start. Endlich ist die SpVgg Landshut nach dem Abstieg vor elf Jahren wieder dabei. Aber es tummeln sich auch andere Traditionsklubs in dem Feld von 18 Mannschaften. Ein Favorit ist schwerlich auszumachen, aber es gibt sicher einige Kandidaten, die Ansprüche auf Plätze im oberen Tabellendrittel anmelden. Neu dabei ist RegionalligaAbsteiger SpVgg HankofenHailing. Ob die „Dorfbuam“ wie vor drei Jahren nach dem ersten Sturz aus der 4. Liga in der Bayernliga erneut durchstarten können, ist fraglich. Immerhin hat es das Team aus dem Landkreis StraubingBogen als bisher einziger Verein aus ganz Bayern geschafft, die Meisterschaften in den Bayernligen Süd (2022) und Nord (2024) zu erringen. Ein erneuter Kaderumbruch mit demselben Cheftrainer Tobias Beck muss allerdings erst einmal bewältigt werden. Meister war in der Vorsaison der TSV 1860 München II, der aber nicht aufsteigen durfte, weil dessen Profis „nur“ in der 3. Liga gespielt haben. Wie sich die Turbulenzen bei den „Löwen“ auf die U21 auswirken, ist aktuell nicht ansatzweise absehbar. Ansprüche auf vordere Plätze meldet der FC Pipinsried an. Auch der SV Erlbach, Vizemeister von 2025, möchte sich oben ansiedeln. Zweiter in der zurückliegenden Spielzeit war der SV Kirchanschöring, der in der Aufstiegsrelegation am TSV Schwaben Augsburg gescheitert ist. Auch dieses Mal gehören die Mannen aus dem Rupertiwinkel im Landkreis Traunstein zum Kreis der Titelanwärter. Eine ganz starke Runde der FC Gundelfingen hat 25/26 gespielt. Der Verein aus dem Westen von Schwaben ist auch heuer wieder einer der Klubs, der oben mitmischen kann. Ebenfalls stark einzuschätzen ist der FC Deisenhofen aus dem Ortsteil Oberhaching. Dort wird hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet, es gibt drei A-Jugend- und drei Herrenteams. Eine Frage muss beantwortet werden: Was kann der SV Schalding-Heining diesmal leisten? Die Kicker aus der Dreiflüssestadt sind dem Abstieg gerade so entronnen, weil die Konkurrenz so schwach war. Die Schaldinger haben zwar neues Personal geholt, zumeist aber aus unteren Klassen. Der Ex-Regionalligist wird zu kämpfen haben. Mit Hankofen und Landshut geht es darum, die Nummer eins im Bezirk Niederbayern auszuspielen. Fünf Aufsteiger ergänzen das 18erFeld, von denen nur der FSV Pfaffenhofen ein Neuling ist. TSV 1860 Rosenheim (2023 abgestiegen), TSV Schwabmünchen (2022), TSV Wasserburg (2022) und die Landshuter (2015) sind Rückkehrer. Schwabmünchen wurde souveräner Meister der Landesliga Südwest. Der Verein hat Bayernliga-Strukturen und kann eine gute Rolle spielen. Gleiches gilt für den früheren Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim, der von 2012 bis 2014 und von 2016 bis 2022 in der bayerischen Eliteklasse kickte. Die Rosenheimer haben ein starkes Nachwuchsleistungszentrum im Rücken. Sie können dem einen oder anderen Favoriten ein Bein stellen. Dennoch gilt es auch für die Oberbayern von der Mangfall, sich erst einmal in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Zumal die wenigsten Spieler über Bayernliga-Erfahrung verfügen. Bleibt abzuwarten, wer sich nach unten orientieren muss. Es gibt einen Direktabsteiger und vier Abstiegsreleganten. Die beiden Nachbarn FC Ismaning und SV Heimstetten hoffen, sich dieses Mal von unten fernhalten zu können. Ebenso der TSV Kottern. Die Allgäuer schafften den Klassenerhalt erst über die Relegation gegen den TSV Seebach, der den Sprung in die Bayernliga nach 2024 zum zweiten Mal verpasste. Die Vorjahres-Aufsteiger Geretsried und Schwaig müssen kämpfen, um die Liga zu halten. Gerade Geretsried hat schwerwiegende Abgänge zu verkraften – etwa Topspieler Adrian Hofherr an den Regionalligisten Burghausen. Von den „Dorfbuam“ zurück in die Stadt: Daniel Rabanter kickt ab sofort für die SpVgg Landshut. Foto: Norbert Herrmann Verlagsbeilage der Mediengruppe Attenkofer am 17. Juli 2026 Auflage: ca. 43.500 Exemplare Redaktion/Layout: Leonie Hammerl, Johannes Holler, Michael Selmeier Titelfoto: Alfred Brumbauer Titel/Grafik: Kerstin Geiger Anzeigen: Michael Kusch, Gesamtanzeigenleitung Thomas Gedeck, Anzeigenleitung Margot Schmid, Verkaufsleitung Verkaufsteam der Mediengruppe Druck und Verlag: Cl. Attenkofer´sche Buch- und Kunstdruckerei, Verlag des Straubinger Tagblatts IMPRESSUM Anpfiff Das Fußball- Magazin für die Region A
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SpVgg Landshut Tor: Daniel Mühl, Jakob Wurzer, Andreas Steer. Abwehr: Mario Folger, Alex Hagl, Jannik Hoffedank, Tim Hoffmann, Yannick Justvan, Marcus Plomer, Dominik Weiß, Robin Oswald, Daniel Rabanter. Mittelfeld und Angriff: Lucas Biberger, Johannes Böhm, Kilian Dietrich, Luan Gashi, Bardh Gecaj, Simon Kirmeier, Sebastian Maier, Dominik Past, Moritz Sossau, Tobias Steer. Florentin Seferi, Kenneth Sigl, Martin Stoller, Florian Weissenbach. 6 Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 | Bayernliga Süd Andere Vorzeichen Aufsteiger SpVgg Landshut geht die Bayernliga demütig an – aber auch selbstbewusst Von Johannes Holler Die Vorzeichen sind gut gewesen. Die bärenstarken Neuzugänge um Tobias Steer, Dominik Weiß und allen voran Spielertrainer und Ex-Profi Sebastian Maier haben die SpVgg Landshut in der Vorsaison zum klaren Titelfavoriten in der Landesliga Mitte gemacht. Am Ende war es trotzdem beeindruckend, wie souverän die SVL sich den Titel gekrallt und den Aufstieg in die Bayernliga eingetütet hat. Dabei wurde der Endspurt noch richtig spannend, nachdem die „Spiele“ zum Winter bereits komfortable sieben Punkte Vorsprung auf Vizemeister TSV Seebach hatte. Bis auf einen Zöhler schmolz das Polster zusammen, ehe der TSV in den letzten vier Partien noch zweimal patzte. In diesem Jahr stehen die Vorzeichen etwas anders. In der Bayernliga muss sich die SpVgg Landshut erst einmal neu beweisen. Gegen starke Teams wie SV Erlbach, SV Kirchanschöring, TSV 1860 München II oder Regionalliga-Absteiger SpVgg Hankofen-Hailing hängen die Trauben in der Süd-Staffel schließlich ungleich höher als noch in der Landesliga. „Ich schätze die Bayernliga Süd enorm stark ein. Wir kriegen es mit sehr hochwertigen und qualitativ starken Mannschaften zu tun“, weiß SVLSportleiter Max Maier, was auf sein Team zukommt. Deswegen hat der 35-Jährige im Sommer auch ordentlich am Kader getüftelt, um die Dreihelmenstädter noch stärker und breiter aufzustellen. Sechs Neuzugänge haben die Schwarz-Weißen an Land gezogen. Mit Mario Folger (TV Schierling) und Tim Hoffmann (U19/FC Ingolstadt) holte Maier zwei AußenbahnFlitzer, die den Flügel sowohl defensiv als auch offensiv beackern können. Daniel Rabanter (SpVgg HankofenHailing), Yannick Justvan (FC Dingolfing) und Luca Müller (TSV Buchbach II) verleihen der Landshuter Hintermannschaft außerdem mehr Variabilität. Die gleiche Grundidee stand hinter der Verpflichtung des Ex-Ergoldsbachers Martin Stoller, der vom SSV Eggenfelden kommt und die Abteilung Attacke mit seiner Größe und Durchschlagskraft noch einmal etwas facettenreicher gestalten soll. Mit Bardh Gecaj hat sich in der Vorbereitung außerdem ein Stürmer aus der U19 in den Kader gespielt. Der 16-Jährige glänzt mit Schnelligkeit, einem knallharten Schuss sowie jugendlicher Unbekümmertheit – und könnte eine interessante Personalie werden. Abgänge muss der Landesliga-Meister kaum verkraften. Der Kern um Torjäger Kenny Sigl (21 „Buden“), Top-Vorbereiter Tobias Steer (16 Assists) sowie die Abwehrsäulen Marcus Plomer und Robin Oswald ist intakt. Einzig Ex-Co-Spielertrainer Maximilian Zischler hat seine Laufbahn beendet und ist als Cheftrainer zum Bezirksligisten TV Aiglsbach gewechselt. Dagamoy Tesfazge Mengestab hat die „Spiele“ in Richtung Ergolding verlassen, ist aber nur für eine Saison ausgeliehen. „Dagamoy soll jetzt vor allem möglichst viel Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln“, erklärt Max Maier. Eine Veränderung gab es außerdem auf der Trainerbank. Die Lücke von Maximilian Zischler füllt Kevin Engber, der im Vorjahr noch die U15 gecoacht hat. Der 27-Jährige unterstützt nun Spielertrainer Sebastian Maier gemeinsam mit dessen Bruder Johannes als „Co“. Das Team sieht Maier gut gerüstet. „Den Klassenerhalt traue ich dem Kader zu 100 Prozent zu, auch wenn wir dafür eine Menge tun müssen“, sagt er, gibt sich aber auch selbstbewusst: „Wir haben eine Erfahrung von über 1.000 Bayernliga-Spielen oder höherklassig in der Mannschaft. Das ist wichtig. Noch wichtiger wird es, sich schnell ans Tempo zu gewöhnen.“ Als Titelfavoriten nennt Max Maier den SV Erlbach: „Die haben sich richtig gut verstärkt“, erklärt er seine Wahl. Wie gut, das wird die „Spiele“ bei der Heimpremiere am Freitag, 24. Juli, testen. Da kreuzt der SVE nämlich um 18.30 Uhr im ebm-papstStadion auf. Auf den Saisonstart freut sich Maier ohnehin schon tierisch: „Es ist eine sehr attraktive Liga. Alle 17 Gegner haben ihren Reiz.“ Den ersten attraktiven Gegner bekommt die SVL zum Auftakt am Samstag, 18. Juli, bei „Vize“ SV Kirchanschöring (11.30 Uhr) vorgesetzt. Nach der heiß ersehnten Heimpremiere gegen Erlbach folgen schwierige Duelle beim FC Ismaning, mit dem TSV 1860 Rosenheim, beim TSV Kottern und das Heimspiel gegen den TSV 1860 München II. Der Saisonstart wird also richtig knackig für die SVL. Knackiger Saisonstart: Am ersten Spieltag muss die „Spiele“ bei Vizemeister SV Kirchanschöring ran, ehe eine Woche später Titelfavorit SV Erlbach im ebm-papst-Stadion aufkreuzt. Foto: Bruno Bounty Photography
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8 Saison 2026/27 Fußball in der Region – präsentiert von der Nochmal Winken zum Abschied Schiedsrichter-Assistent Christian Leicher blickt auf seine Karriere zurück Von Armin Licina Die letzten Stationen seiner Abschiedstour hatten es nochmal in sich: Stuttgart, Dortmund, Gelsenkirchen, Köln, Frankfurt, Berlin und zum krönenden Abschluss München. „Dieser Kick, wenn man am Wochenende in diese großen Stadien einläuft, unten am Rasen steht und maximal gefordert ist – das wird mir fehlen“, sagt Christian Leicher. Nach über 20 Jahren als Schiedsrichter-Assistent im deutschen Profifußball hängt der 47-Jährige, der stets für den SV Neuhausen unterwegs war, die Fahne an den Nagel. Ein weiteres Jahr hat der Landshuter vom DFB angeboten bekommen. „Am Ende war es aber eine Familienratsentscheidung, die mich sehr viel Überwindung gekostet hat“, sagt der dreifache Vater über sein Karriereende. Die vielen Erinnerungen bleiben, ebenso wie die Verbundenheit zum Fußball. Dass ihn sein Weg überhaupt an die Außenlinien der deutschen Fußballstadien führte, lag unter anderem daran, dass Leicher zu seiner Zeit als Schiedsrichter altersbedingt geringe Aufstiegsmöglichkeiten hatte. So entschied er sich für die Rolle des Assistenten, was jedoch nicht weniger anspruchsvoll war. „Die Zeit war insgesamt sehr fordernd. Ich musste sehr viel Energie investieren“, sagt Leicher. Insbesondere der ständige Wandel im Fußball gönnte dem Landshuter keine Ruhepause. Auch nicht in seinem letzten Jahr: 18 Mal in der Bundesliga, siebenmal in Liga zwei und zweimal im DFB-Pokal assistierte er. „Da glänzt du daheim natürlich nicht mit Anwesenheit“, sagt der Linienrichter und freut sich bereits auf mehr Flexibilität und Spontanität in seinem Familienleben. Verpasste Flüge, das Tollhaus „Alm“ und ein klares Abseitstor Dennoch blickt Leicher wehmütig auf seine Karriere zurück: Stimmungsexplosionen wie im vergangenen Jahr, als der damalige Drittligist Arminia Bielefeld im PokalViertelfinale den Bundesligisten Werder Bremen auf der Bielefelder Alm sensationell rauskegelte, bleiben ihm ebenso im Gedächtnis wie verpasste Heimflüge, nachdem Fans aufgrund des DFLInvestorendeals Tennisbälle aufs Feld warfen und somit Spiele verzögerten. „Da waren sehr geile, aber auch kuriose Momente mit dabei.“ Und natürlich gab es auch solche Partien, die der 47-Jährige am liebsten vergessen würde – wie vor einigen Jahren das Duell zwischen Freiburg und Köln: „Da wurde kurz zuvor die Fahnentechnik umgestellt. Ich war mit meiner Fahne dann mehr beschäftigt als mit meiner Entscheidungsfindung und habe ein klares Abseitstor nicht gewunken“, gibt Leicher zu. Sich nach solchen Fehlern zu verzeihen, fällt ihm bis heute schwer. An die wenigen Negativerlebnisse denke er in der Rückschau jedoch nicht. Dafür gibt es zu viele Highlights. Sein größtes war zugleich sein letztes auf der Fußballbühne. Am 34. Spieltag wurde Leicher bei der Bundesligapartie zwischen Bayern und Köln gemeinsam mit Schiri-Legende Deniz Aytekin in der AllianzArena verabschiedet. „Da hat sich ein Kreis geschlossen, da ich auch mein erstes Bundesligaspiel im Gespann von Deniz gemacht habe.“ Bei seinem finalen Gang auf den Münchner Rasen durfte ihn zudem sein jüngster Sohn an der Hand begleiten: „Wenn ich es mir hätte ausmalen können, dann wäre es genauso gewesen.“ Nur ein DFB-Pokalfinale hätte es in der Nachbetrachtung noch sein können, scherzt Leicher. Ein Angebot seitens des DFB, nach seiner aktiven Karriere als Assistenz-Coach zu fungieren, lehnte der Landshuter vorerst ab. Die Wochenenden sollen fürs Erste nicht ausschließlich im Stadion verbracht werden – an der Linie steht er aber auch zukünftig. Als D-Jugendtrainer beim SC Landshut-Berg wird er das Team seines Sohnes coachen. Falsche Abseitsentscheidungen oder nicht gegebene Eckbälle werden ihn jedoch auch in seiner neuen Rolle nicht aus der Ruhe bringen. Einiges bleibt für Christian Leicher also gleich, auch wenn die neuen Ziele nicht mehr Frankfurt, Gelsenkirchen oder Köln lauten. Doppelter Abschied: Christian Leicher beendete genauso wie Deniz Aytekin mit dem finalen Bundesligaspiel von Meister Bayern München gegen den FC Köln in der Allianz-Arena seine Karriere. Für den DFB bedankte sich Knut Kircher, (Geschäftsführer und Kommunikation der Schiri-GmbH, mit einem persönlichen Abschiedsgeschenk. Foto: imago Immer aufmerksam an der Seitenlinie: Christian Leicher vom SV Neuhausen. Foto: imago
Fußball in der Region – präsentiert von der 9 Bezirksliga West | Saison 2026/27 Neue Gesichter, neue Geschichten Bezirksliga West geht mit drei Debütanten und einem großen Favoritenkreis ins Rennen Von Armin Licina Gleich sechs neue Gesichter im Vergleich zur Vorsaison verpassen der Bezirksliga West für 2026/27 einen neuen Anstrich. Mit Landesliga-Absteiger FC Teisbach und dem Meister der Kreisliga Isar/Rott, FSV Landau, kehren zwei alte Bekannte nach einem Jahr wieder zurück in die West-Staffel. Der DJK-SV Adlkofen, der TSV Neustadt/Donau und der TSV Oberschneiding feiern hingegen ihre Premiere in der niederbayerischen Beletage, während die Zweitvertretung des FC Dingolfing als fünfter Aufsteiger das Teilnehmerfeld komplettiert. Trotz der hohen Fluktuation sieht Ergoldings Sportleiter Mike Roider, der die Bezirksliga aus dem Effeff kennt, die Qualität im 16erFeld auch heuer gleichbleibend: „Zwar gibt es nach jetzigem Stand keinen klaren Top-Favoriten wie Türk Gücü Straubing in der Vorsaison, der viel in den Kader investiert.“ Dafür erwartet Mike Roider vor allem eine Fülle an gestandenen Mannschaften, was wiederum eine ausgeglichene Liga erwarten lässt. Für den FCE-Sportleiter ist dennoch erneut eine Truppe aus der Gäubodenstadt ganz vorne anzusiedeln: „Beim VfB Straubing hat sich wieder einiges getan. Mit denen ist auf jeden Fall weit oben zu rechnen.“ Zum Favoritenkreis zählt Roider zudem den TSV Langquaid, den TV Aiglsbach sowie den TV Schierling und den ATSV Kelheim. Als Vorjahres-Vize hat er mit seinen Ergoldingern allerdings auch einiges vor: „Unser Ziel ist es, um die Meisterschaft mitzuspielen.“ Dafür bräuchte es eine „perfekte Saison, ohne Verletzungspech und mit kompletter Konstanz“. Viel dürfe man sich nämlich als Aufstiegsaspirant in der unberechenbaren Bezirksliga nicht erlauben, ansonsten drohe die Ernüchterung – das musste Mike Roider mit seinen Mannen schon das eine oder andere Mal schmerzlich erleben. Neben den üblichen Verdächtigen gilt das Interesse vieler regionaler Fußballkenner insbesondere den Neulingen. So wird unter anderem die Bezirksliga-Debütsaison des TSV Oberschneiding mit Spannung erwartet. Mit drei Aufstiegen in Folge katapultierte sich der Verein aus dem Landkreis Straubing-Bogen von der A-Klasse schnurstracks bis ins niederbayerische Oberhaus und möchte auch da für Furore sorgen. „Ein unbeschriebenes Blatt für viele“, charakterisiert Mike Roider den TSV, was die Oberschneidinger nicht weniger unangenehm daherkommen lässt. Zwischen Euphorie und „Überlebenskampf“ Einen anderen Debütanten sieht Ergoldings Sportleiter hingegen hoch im Kurs: „Adlkofen hat einige Spieler im Kader, die ich noch sehr gut kenne. Sie kommen mit viel Euphorie und haben mit Daniel Treimer jemanden an der Linie, der gute Arbeit leistet. Die muss man auf dem Schirm haben.“ Auch der Dingolfinger Zweitvertretung wird von vielen eine solide Rolle zugetraut, was naturgemäß auch von der personellen Situation der ersten Mannschaft abhängt. Eine herausfordernde Saison könnte es für den SC Falkenberg und den FC Simbach werden. Der SCF sicherte sich in der Vorsaison im Endspurt den direkten Klassenerhalt und wird im oft besagten „verflixten zweiten Jahr“ erneut die Ränge über dem „Strich“ anpeilen. Auch die Simbacher dürften nach Platz zehn in der abgelaufenen Runde den Ligaverbleib als vorrangiges Ziel ausrufen – genauso wie die Aufsteiger Landau und Neustadt. Dass man hierbei lieber auf Nummer sicher gehen und nicht den Umweg über die Relegation nehmen sollte, machten Geisenhausen und Sallach im Mai vor, als sie in den Relegationsspielen zum Klassenerhalt den Kürzeren zogen. Feuchte Meister-Zeremonie: Daniel „Timex“ Treimer schaut nach der obligatorischen Bierdusche wie ein begossener Pudel drein. Jetzt hofft der Spielertrainer natürlich, dass es ihm und seinem DJK-SV Adlkofen nach dem Aufstieg von der Kreisliga in die Bezirksliga West nicht nass reingeht. Foto: Alfred Brumbauer
10 Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 | Bezirksliga West FC Ergolding Tor: Moritz Riedl, Behar Gecaj, Simon Schmalhofer. Abwehr: Daniel Bauer, Moritz Breuer, Jeremy Okkert, Leon Fröhler, Kilian Maul, Adam Musaev, Akim Ouro-Agrignan, Alexander Sarnoch, Dennis Skora, Dagamoy Tesfazge Mengestab. Mittelfeld/Angriff: Tobias Bruckmeier, Thomas Huf, Donlan Osei-Tutu, Aziz Ouro-Agrignan, Kostas Popov, Ivan Rados, Rocco Schmidleitner, Simon Bauer, Dejan Ignjatic, Ibrahim Mulaj, Oliver Steil, Dawid Gutkowski, Binak Gecaj. „Echtes Herzblut“ Interview mit FCE-Trainer Michael Heckner Herr Heckner, Sie gehen mittlerweile in ihre sechste Saison am Stück als Cheftrainer beim FCE. Eine lange Zeit, von Ermüdungserscheinungen jedoch keine Spur. Was ist für Sie das Besondere am FC Ergolding? Michael Heckner: Das Besondere ist einfach, dass der FC Ergolding mein Heimatverein ist. Das ist für mich nicht irgendein Job und das sind für mich nicht irgendwelche Jungs, sondern das ist echtes Herzblut. In der abgelaufenen Saison scheiterte Ihre Mannschaft denkbar unglücklich in der Relegation an Moosinning. Ist dieser Rückschlag ein Teil des Reifeprozesses und lautet das Motto: Jetzt erst recht? Heckner: Definitiv lautet das Motto „Jetzt erst recht“. Wir möchten gemeinsam den letzten entscheidenden Schritt machen. Aber es gehört auch Glück dazu. Bis auf Ihren künftigen „Co“ Dawid Gutkowski sind alle Neuzugänge „junge Wilde“. Müssen die Etablierten um ihre Stammplätze zittern? Heckner: Hoffentlich! Das ist unser Weg, aber das ist der harte Weg. Wir sind darauf angewiesen, dass der eine oder andere einschlägt. Als Trainer in Ergolding geht’s dir wie Sisyphos, aber einfach kann ja jeder. Mit Michael Heckner sprach Claus Haß. Michael Heckner Bereit für den großen Wurf FC Ergolding hat genug von Relegation – nun soll´s auf direktem Weg mit dem Aufstieg klappen Von Claus Haß Die Landesliga ist für den FC Ergolding zum Greifen nah gewesen, doch die Aufstiegsträume zerplatzen wie Seifenblasen. Trotz drückender Überlegenheit in der entscheidenden Aufstiegsrunde verpasste der FCE gegen den FC Moosinning die Krönung einer starken Saison. In der regulären Runde der Bezirksliga West vollzog die junge Truppe von Cheftrainer Michael Heckner einen großen Schritt in der Entwicklung. Die Rot-Weißen zeigten in einer konstanten Spielzeit ohne größere Formtiefs erfrischenden Offensiv-Fußball, kassierten bloß 26 Gegentreffer und mussten nur dem abgezockten SV Türk Gücü Straubing den Vortritt lassen. „Natürlich waren wir alle am bitteren Ende enttäuscht, aber unsere Saison war alles andere als enttäuschend. Rein nach Punkten und Toren war es bisher die beste Spielzeit in der Geschichte des FCE“, sagt Michael Heckner und nennt die Gründe, warum es nicht eine Etage nach oben ging: „TG Straubing wollte mit Gewalt hoch und war objektiv betrachtet qualitativ besser als wir. Und gegen Moosinning haben wir einfach viel zu wenig Tore geschossen.“ Nun bleibt der FC Ergolding beharrlich seiner Philosophie treu und setzt darauf, junge Kicker zu entwickeln. Denn außer Co-Spielertrainer Dawid Gutkowski (FC Hohenthann) stoßen ausschließlich Talente zum Kader. Dagamoy Tesfazge Mengestab, Abdel Chakour Ouro-Agrignan, Daniel Chioar (alle SpVgg Landshut/U19), Binak Gecaj (DJK TSV Ast), Kostas Popov, Anton Bauer, Adrian Kupresan, Abdukadri Sillah Fayenkeh, Aldin Muharemovic (alle eigene Jugend) sowie Keeper Simon Schmalhofer (Hohenthann) sollen mit ihrer Unbekümmertheit den Konkurrenzkampf anheizen. Die Jungspunde schließen sich einem gewachsenen, eingespielten Gefüge an, das Michael Heckner eindrucksvoll aus dem Jugendbereich heraus formte. Keiner der Leistungsträger um Kapitän Dennis Skora, Moritz Breuer, Oliver Steil, Tobias Bruckmeier, Thomas Huf, Akim Ouro-Agrignan, Simon Bauer, Alexander Sarnoch oder Rocco Schmidleitner zählt über 25 Lenze. Sie nehmen die Rolle der Führungsspieler wie selbstverständlich ein. Aus der Stammformation verabschiedete sich lediglich Angriffsmotor Julius Drück als Co-Spielertrainer zur SG Rottenburg. Nicht zur Verfügung stehen zunächst Donlan Osei-Tutu und Leon Fröhler nach ihren Kreuzbandverletzungen zum Saisonende. Die Voraussetzungen, dass die Früchte der gemeinsamen jahrelangen Reise von Trainer und Team trotz der Konkurrenz, die – wie vor allem der FSV/VfB Straubing – eifrig aufrüstet, mit dem Aufstieg in die Landesliga geerntet werden, stehen günstig wie lange nicht mehr: „Natürlich möchten wir den nächsten Schritt machen. Viel Luft nach oben ist nicht mehr“, sagt Chefstratege Michael Heckner. Wohlwissend, dass die Regenerationsphase nach der Relegation extrem komprimiert war. „Das erste Ziel wird sein, uns trotz der viel zu kurzen Pause und Vorbereitung in die Saison reinzubeißen und dann werden wir Ende August sehen, was drin ist“, meint der Übungsleiter. Wenig Pause, kurze Vorbereitung: Die Ergoldinger wollen sich in die Saison reinbeißen und Ende August schau’n, was heuer drin ist. Fotos: Julia und Tom Dziurdzia
Wir bauen das Eckige fürs Runde. • Renovationen aller Art • Beregnungsanlagen • Neuanlagen • Drainagesysteme www.weindl.de Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 11 Einmal Portugal und zurück Nach seinem Auslands-Abenteuer will Jonas Wieselsberger beim TSV Buchbach vorangehen Von Tobias Buchner Als Jonas Wieselsberger den Anruf entgegennimmt, sitzt er wie so oft im Auto auf dem Weg nach Buchbach zum Training. Vor knapp einem halben Jahr war das noch ganz anders. Bis Januar kickte Wieselsberger für den portugiesischen Drittligisten SU 1º Dezembro und lebte dort nordwestlich von Lissabon ausschließlich für den Fußball – und auch vom Fußball. Während es dort nach dem Training gerne mal an den Strand ging, heißt es jetzt: früh aufstehen, 40-Stunden-Woche, abends noch Training für die Regionalliga. Und dazwischen eben die Autofahrten. Viel sei er zuletzt schon herumgekommen, erzählt Wieselsberger. Sportlich wie persönlich habe er dabei einige Höhen und Tiefen erlebt. Vor etwas mehr als einem Jahr trennten sich die Wege mit den Würzburger Kickers, wo er nach einer starken Rückrunde als absoluter Stammspieler gesetzt war. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, man sei letztlich verschiedene Wege gegangen, erzählt der 27-Jährige. Schließlich kam dann das Angebot aus Portugal. Der Kontakt entstand über einen Scout aus England, der irgendwie auf seine Daten gestoßen sein muss, erklärt Wieselsberger. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, dachte er sich damals. Noch dazu hatte er gerade sein Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen abgeschlossen. Allzu lange überlegen musste er also nicht. Dass es am Ende nicht einmal ein halbes Jahr in Portugal wurde, findet er schon schade. Der deutsche Investor stieg aus, der Verein geriet in finanzielle Schwierigkeiten, erzählt er. Trotzdem: Abgesehen vom Sportlichen sei die Zeit in Portugal „unglaublich“ gewesen. Bis Mittag stand Fußball auf dem Programm, danach blieb genug Zeit für den Strand. Untergebracht war er in Sintra nahe Lissabon, die Miete übernahm der Verein. „Die Lebensqualität ist enorm gut. Du hast gefühlt jeden Tag Sonne, selbst im November.“ Klar, das vermisse er schon. Trotzdem ist Wieselsberger auch froh, wieder daheim zu sein. Er wohnt in Landshut, spielte bereits ab der U17 bei der SpVgg Landshut und verbrachte seine Jugend beim FC Dingolfing. Und jetzt also Buchbach: Viel Zeit zum Eingewöhnen brauchte es aber nach seinem Portugal-Abenteuer beim Club aus dem Landkreis Mühldorf am Inn nicht. Bevor es ihn nach Würzburg, Bayreuth und Portugal verschlug, spielte er schließlich bereits vier Jahre für den TSV. Ein wirklicher Neuer war er bei seiner Rückkehr im Februar also nicht. „Ich kannte gefühlt noch die halbe Mannschaft und auch die Betreuer.“ Den elften Platz aus der Vorsaison weiß er realistisch einzuordnen. Auf eine solide Hinrunde folgte über den Winter mit dem Trainerwechsel „ein kleiner Bruch“. Dazu kamen einige Neuzugänge. Als sich die Mannschaft im Tabellenmittelfeld festgesetzt hatte, ließ die Spannung ein wenig nach. „Was auch irgendwo legitim ist“, sagt Wieselsberger: „Die meisten von uns haben nebenbei einen Vollzeitjob.“ Das ist auch bei ihm mit erheblichem Aufwand verbunden: Von seiner Arbeit als Projektmanager in Straubing geht es mehrmals pro Woche direkt weiter zum Training nach Buchbach, ehe er gegen halb zehn wieder zuhause in Landshut ist. Trotzdem: Er macht es einfach gern. Fußball ist und bleibt seine Leidenschaft. Entsprechend groß ist nun auch die Vorfreude auf die neue Saison – mit klaren persönlichen Zielen. Mit seiner Erfahrung möchte Jonas Wieselsberger eine Führungsrolle übernehmen und die jungen Spieler an die Hand nehmen. Und mit dem TSV Buchbach? „Einfach versuchen, immer das Maximale rauszuholen.“ Das sei schon immer seine Herangehensweise gewesen, erklärt er – ganz egal, wo er gespielt hat. Voller Fokus: Neben dem Ball visiert Jonas Wieselsberger beim TSV Buchbach das Maximum an. Foto: imago Fußball in der Region – präsentiert von der www.sparkasse-landshut.de
12 Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 | Bezirksliga West SV Neufraunhofen Tor: Thomas Huber, Philipp Penker, Michael Schmid. Abwehr: Tobias Bitzer, Tobias Bauernschmid, Manuel Eckl, Nico Eglhuber, Roman Kratzer, Leon Landersdorfer, Luca Mohr. Mittelfeld/Angriff: Johannes Aigner, Tobias Brenninger, Daniel Dollmann, Korbinian Egert, Michael Gerauer, Hannes Karl, Johannes Körbl, Tim Langmeier, Dion Rexhepi, Kilian Bauer, Stefan Brenninger, Florian Schoene, Michael Koller, Julian Landersdorfer. „Mit wenigen Fehlern spielen“ Interview mit SVN-Trainer Christian Endler Ein Jahr Cheftrainer in Neufraunhofen. Wie ist Ihre persönliche Bilanz? Christian Endler: Es war eine schwierige erste Saison, in der Mannschaft und Trainer sich erst kennenlernen mussten. Durch enorm viele Verletzungen konnten wir uns nie richtig einspielen, mussten viel rotieren und konnten kaum unser wahres Gesicht zeigen. Nach der Winterpause haben wir dann gezeigt, was möglich ist. Mit Stefan Haas, Thomas Niedermeier und David Eichinger sind drei Stammspieler weg. Wie kompensiert der SVN diese Abgänge? Endler: Das Trio hinterlässt große Lücken, aus jedem Mannschaftsteil bricht eine Säule weg. Meine Aufgabe ist, die Neuzugänge schnell zu integrieren und ein funktionierendes Team zu schaffen. Luca Mohr und Tim Langmeier bringen extrem viel Talent mit. Mein neuer Kollege Daniel Dollmann soll mit seiner Erfahrung das Team als Sprachrohr mit anführen. Was muss passieren, dass Sie sich im Mai 2027 hinstellen und verkünden: „Das war eine erfolgreiche Saison!“ Endler: Wirmüssenandie starken Leistungen der Rückrunde anknüpfen und uns taktisch weiterentwickeln, dazu zielstrebig und mit wenigen Fehlern spielen. Dann werden wir erfolgreich sein. Christian Endler „Baustelle“ am Waldstadion Beim SV Neufraunhofen zwickt’s vor allem in der Defensivabteilung Von Thomas Huber Eine ereignisreiche Saison 2025/26 liegt hinter dem SV Neufraunhofen, der die Bezirksliga West auf einem ordentlichen siebten Rang abschloss. Auch wenn einige dem ehemaligen Landesligisten mehr zugetraut hatten, kann man die Abschlussplatzierung aufgrund diverser Verletzungen durchaus einordnen. „Wer aufsteigen will, muss uns erst einmal schlagen“, lautete vor einem Jahr die vorsichtig optimistische Einschätzung der „Grafen“. Dass dies nur die beiden Straubinger Teams FSV/VfB sowie Türk Gücü zweimal schafften, spricht für die große Qualität im Kader von Trainer Christian Endler. Der 54-Jährige trat im vergangenen Jahr in die Fußstapfen des Erfolgsduos Auhagen/ Treimer und schaffte es, diese auszufüllen. Endler predigte von Beginn an einen aktiven Spielstil und hatte damit Erfolg. Mit dem Ausfall einiger Leistungsträger verloren die „Grafen“ aber gegen Ende der Hinrunde den Kontakt zur Spitzengruppe. Ein starkes Halbjahr 2026 mit sieben Siegen aus elf Spielen brachte den Schwarz-Weißen am Ende Platz sieben. Dabei kassierte der SVN nur neun Gegentreffer und war zeitweise nicht zu knacken. In der neuen Spielzeit wird die Aufgabe für den 54-jährigen Trainer jedoch kaum leichter. Mit Stefan Haas, David Eichinger und Top-Torjäger Thomas Niedermeier (13 Treffer) verließen drei Stammspieler den SVN. Zudem hängte Bernhard Dachs seine Schuhe an den Nagel, während Maximilian Hänle beruflich bedingt nicht mehr zur Verfügung steht. Mit Mittelfeldspieler Tim Langmeier (FC Velden-Eberspoint) und „Abwehrkante“ Luca Mohr vom DJK-TSV Ast kamen zwei sehr talentierte Neuzugänge zu den „Grafen“. Dennoch könnte die geringe Kaderbreite erneut ein Problem in Neufraunhofen werden. Gerade da tat der Glücksgriff der sportlichen Leitung um Claus Riedi wenige Tage vor dem Saisonstart enorm gut. Mit dem 30-jährigen Daniel Dollmann kommt ein bezirks- und landesligaerprobter Kicker ins Vilstal und übernimmt die vakante Stelle als spielender Co-Trainer. Dabei ist Dollmann neben Thomas Huber (30), Michael Gerauer (35) und Florian Schöne (33) einer von nur vier Spielern aus dem Kader, die 30 Jahre oder älter sind. Die sukzessive Verjüngung des Aufgebots setzt sich also fort und stellt Christian Endler vor eine Herausforderung. Die größte Baustelle ist derzeit sicherlich die Verteidigung. Nach dem Karriereende von Abwehrchef David Eichinger und den Verletzungen von Roman Kratzer und Manuel Eckl (beide Kreuzband) ist die Defensive äußerst dünn besetzt. Rund um Tobias Bitzer, der mit 21 Jahren schon 84 Spiele in Bezirks- und Landesliga auf dem Buckel hat, werden Endler und Dollmann also eine neue Abwehr stricken müssen. Dass das den SVNTüftlern gelingt, bezweifelt niemand. Stattliches Aufgebot: Der SV Neufraunhofen ist auch in der Saison 2026/27 mit drei Mannschaften im Spielbetrieb unterwegs. Foto: Andreas Hasak
Wir wünschen eine verletzungsfreie Spielsaison ! Landshuter Straße 8 · 84181 Neufraunhofen Telefon 08742/9679-0 · www.brandl-strassenbau.de SCHREINEREI – INNENAUSBAU KRAPF www.krapf-innenausbau.de Mitterskirchen / Rottal-Inn Fußball in der Region – präsentiert von der www.sparkasse-landshut.de Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 13 Der Bauchmensch Sebastian Dreier hört als U16-Trainer auf, hält dem FC Bayern München aber die Treue Von Johannes Holler Sebastian Dreier hat ein Jahr der Superlative hinter sich. Als Cheftrainer der U16 des FC Bayern München schaffte er mit seinem Team in 27 Spielen 22 Siege, bejubelte 107 Tore und feierte mit 68 Punkten den Titel in der U17-Bayernliga. Trotzdem wird der 34-Jährige aus Hohenthann in der kommenden Spielzeit nicht mehr auf der Trainerbank sitzen und sich einer anderen Aufgabe beim FCB widmen. Welcher genau, ist noch unklar. Aber: „Es wird wieder eine Trainerrolle. Nur anders.“ Und das, obwohl Sebastian Dreier mit seiner Mannschaft ein äußerst seltenes Kunststück gelungen ist. „Es war seit knapp 15 Jahren erst das zweite Mal, dass eine U16 den Titel in der U17-Bayernliga geholt hat“, erzählt er. Stolz ist der Fußballlehrer aber auf eine ganz andere Errungenschaft: „Wir als Trainerteam haben viel investiert, dass sich alle Jungs weiterentwickeln können und haben vielen von ihnen eine hohe prozentuale Spielzeit gegeben. Das ist mir wichtiger.“ Weiterentwicklung. Es ist wohl das meistgenutzte Wort im Jugendfußball – aber was steckt bei einem Weltclub wie Bayern München dahinter? Sebastian Dreier erklärt’s: „Wir haben den Fokus in der ersten Ebene stark darauf gelegt, unsere Gegner durch Ballbesitz zu bespielen und die Kontrolle selbst nach Ballverlusten zu behalten.“ In der zweiten Ebene gehe es um Details. „Will man beispielsweise den Ball innerhalb von fünf Sekunden zurückerobern, hat der Stürmer eine andere Aufgabe als der Innenverteidiger. Da gilt es, Feinheiten herauszuarbeiten“, beschreibt er. Die größten Schritte habe sein Team in Sachen Chancenerarbeitung und Toreschießen gemacht. Am meisten hat den 34-Jährigen die Konstanz seines Teams beeindruckt. „In dem Alter sind wechselnde Phasen eigentlich typisch. Deswegen war es schön zu sehen, dass so viele Spieler so viele gute Phasen hatten“, sagt er. Völlig einfach von der Hand ging aber nicht alles. „Wir hatten mal ein paar Spiele, in denen die Ergebnisse nicht so gepasst haben. Da mussten wir lernen, damit umzugehen. Das war herausfordernd, aber sicher auch lehrreich für jeden Einzelnen, mit so einer Situation umzugehen“, gibt er zu, erlebte aber vor allem den Saisonendspurt als schönste Zeit. „Wir hatten am Ende einige Nachholspiele. Mit welchem Fokus die Jungs das straffe Programm absolviert haben, war schon besonders.“ Dennoch wuchs in Sebastian Dreier der Wunsch, etwas Neues zu machen und ab Sommer nicht mehr als U16-Coach zu arbeiten. „Ich habe gemerkt, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Das ist aber mit nichts Negativem verknüpft. Es hat sich angefühlt, als wäre diese Aufgabe erledigt“, sagt er. In welcher Rolle es für Dreier beim FC Bayern München weitergeht, ist noch unklar. Eilig hat es Sebastian Dreier nicht, ihm ist wichtig, dass der neue Job zu ihm passt. „Da bin ich sehr dankbar, dass der FC Bayern München so offen ist. Aktuell schauen wir gemeinsam, wo ich mein Wissen und meine Erfahrungen am besten einbringen kann.“, erklärt er. Der 34-Jährige möchte generell nichts überstürzen. „Ich will aus den Situationen, die sich mir stellen, das Beste machen und die Dynamiken mitnehmen, die sich daraus entwickeln. Würde ich mir irgendwelche Ziele setzen, setze ich mich nur unter Druck und treffe vermutlich Entscheidungen, die zur aktuellen Rolle gar nicht passen“, sagt er. Sebastian Dreier ist ein Bauchmensch. Ein angenehmer Kontrast zur sonst eher schnelllebigen Ellbogengesellschaft im Profifußball. Orientiert sich um: Sebastian Dreier sucht eine neue Aufgabe beimFCB. Foto: imago
14 Fußball in der Region – präsentiert von der Saison 2026/27 | Bezirksliga West DJK-SV Adlkofen Tor: Philipp Recean, Florian Bauer-Bergmann. Abwehr: Andreas Diewald, Andreas Kaspar, Johannes Schandl, Florian Setz, Florian Stopfer, Florian Weichslgartner, Stefan Wippenbeck, Ben Kästel. Mittelfeld/Angriff: Fabian Cronauer, Michael Empl, Michael Schöttl, Lukas Griepentrog, Tim Stadler, Daniel Treimer, Stefan Wackerbauer, Thomas Kaspar, Uli Kleeberger, Christoph Konietzny, Tom Ploum. „Mein Ehrgeiz ist immer noch enorm“ Interview mit DJK-Spielertrainer Daniel Treimer Die Herausforderung könnte kaum größer sein. Worauf kommt’s als Liga-Neuling besonders an, um zu bestehen? Daniel Treimer: In erster Linie musst du in jedes Spiel reingehen mit dem Ziel: Ich möchte heute gewinnen und dem Gegner einen geilen Fight liefern. Immer unangenehm sein. Jeder Gegner soll merken, dass wir alles für unseren Verein Adlkofen geben und alles, was uns zur Verfügung steht, auch reinhauen. Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle auf dem Platz, wie können Sie dem Team als Spielertrainer am besten helfen? Treimer: Mit fast 37 Jahren vor allem dadurch, der Mannschaft mit Erfahrung und Ruhe weiterzuhelfen und auch mal ein Spiel mit einer guten Aktion zu entscheiden. Ob Tor oder Assist – egal. Ich bin nicht mehr der Schnellste, war ich allerdings auch noch nie. Aber mein Ehrgeiz ist immer noch enorm. Wenn ich auf dem Platz stehe, freue ich mich immer noch wie ein kleinesKind. Apropos Freude: Welchen Duellen fiebern Sie am meisten entgegen? Treimer: Mein Highlight wird natürlich das Spiel in Neufraunhofen, ganz klar. Aber auch auf die Partien gegen Aiglsbach freue ich mich, die Atmosphäre dort ist immer was Besonderes. Und das Hitzige taugt mir. Mit Daniel Treimer sprach Gunnar Giftthaler. Daniel Treimer Glaube an die eigene Stärke Aufsteiger DJK-SV Adlkofen nimmt mit gesunder Mischung den Klassenerhalt ins Visier Von Gunnar Giftthaler Der Glaube soll ja Berge versetzen. Ob er auch den Klassenerhalt sichert, ist hingegen nicht überliefert. Doch bei den Verantwortlichen des Aufsteigers DJK-SV Adlkofen ist man sehr guter Dinge, genau das in der Bezirksliga West zu bewerkstelligen. Kein Wunder nach dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte und einer absoluten Sahnerunde in der Kreisliga Donau/Laaber: 22 Punkte Vorsprung vor Vizemeister Neustadt, 23 von 26 Partien für sich entschieden und dabei im Schnitt fast drei Treffer pro Partie erzielt. „Die gute Teamchemie und der Glaube an die eigene Stärke werden uns auch in der kommenden Saison tragen“, sagt Abteilungsleiter Michael Maierbeck selbstbewusst. Und diese neue Spielzeit wird es in sich haben, das wissen auch die Höhenflieger vom Himmelreich-Stadion. Und so verstärkten sie sich vor allem mit Talenten, wie Stürmer Tom Ploum (Altdorf, 22 Jahre). Vom LandesligaNachwuchs der „Spiele“ stoßen Flügelflitzer Ben Kästel (18) hinzu sowie Torwart Florian Bauer-Bergmann (18). Nur Marco Schröpfer (SV Münchnerau) und Lukas Recean (Studium) sind weg. Damit ist der Kader nochmal etwas breiter aufgestellt und besteht aus einem gesunden Mix aus hungrigen Talenten und bezirksliga-erfahrenen Recken. Wie die Leistungsträger Andreas Diewald, Daniel Treimer und Kreisliga-Schützenkönig Christoph Konietzny (21 „Buden“). Hinzu gesellen sich tragende Säulen im besten Kicker-Alter wie Abwehrhüne Johannes Schandl und Mittelfeldmotor Stefan Wackerbauer, der zuletzt neben 17 Treffern auch noch 16 auflegte. „Mit dieser Truppe wollen wir anständigen Fußball spielen und den Klassenerhalt so schnell wie möglich festmachen“, erklärt Maierbeck mit Blick auf die „sehr spielstarke Liga mit klasse Mannschaften“. Wie dieser „anständige Fußball“ aussehen soll, davon hat Spielertrainer Daniel Treimer eine eindeutige Vorstellung. „Wir wollen zeigen, dass wir mit dem Ball was anfangen können. Es ist aber in erster Linie wichtig, dass wir uns an das Tempo gewöhnen in der Bezirksliga“, sagt er: „Mein Ziel ist schon, dass wir unser Spiel nicht nur auf die Gegner einstellen, sondern eine klare Handschrift zu sehen ist, wie wir spielen wollen.“ Entscheidend sei vor allem auch ein gelungener Saisonstart. „Es ist schlecht, wenn man von Anfang an gleich hinterherläuft“, sagt Treimer. Ganz weit vorne sieht der Coach den FC Ergolding – „und der VfB Straubing wird auch ein heißes Eisen.“ Und da wären noch Schierling, Aiglsbach und sein Ex-Club Neufraunhofen, auf die man sich besonders freut. Einziger Wermutstropfen in der DJKFanszene: ein paar Derbys mehr in der Region hätten’s durchaus sein dürfen. Sei’s drum, eine historische Saison wird’s für den DJK-SV allemal. Und vielleicht gelingt auch die ein oder andere Überraschung. Man muss nur fest dran glauben. Zwei Neue für den „Novizen“ (vom links): Kapitän Andreas Diewald, Tom Ploum, Florian BauerBergmannund der sportlicher Leiter Michael Maierbeck. Fotos: DJK-SV Adlkofen
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