614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Eine Verlagsbeilage der Mediengruppe Attenkofer Mai 2026
2 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Auf geht´s zum Bad Kötztinger Pfingstfest Das große Heimatfest im Bayerischen Wald: Das Programm der Festwoche vom 23. Mai bis 1. Juni Pfingstsamstag, 23. Mai • 14.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 8.00 Uhr Pfingstturnier des ESC Kötzting auf den Pflasterbahnen imKurpark • 8.30 bis 12.00 Uhr Rossmarkt am Vorführplatz Untere Au; Auftrieb ab 8.00 Uhr; Vorstellung im Ring 9.00 bis 11.00 Uhr • 14.00 Uhr Standkonzert vor dem Alten Rathaus: Spielmannszug FFW Bad Kötzting, ZellertalSpielmannszug Arnbruck und Festkapelle „Die Weiß-Blau Königstreuen” • 15.00 Uhr Anschießen zur Volksfest-Eröffnung durch die Handböllerschützen im KönigLudwig-Verein auf der AmbergerInsel • 15.00 Uhr Festzug zur Volksfest-Eröffnung mit der Brauerei Dimpfl, dem Stadtrat und den Vereinen • 21.00 Uhr Das Pfingstl-Spiel: Kötztinger Brauchtum nach Karl B. Krämer (†) in einer Neufassung von Johannes Reitmeier; Straßentheater in der Innenstadt (Rathausplatz, Herrenstraße); Eintritt frei Pfingstsonntag, 24. Mai • 11.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 8.30 Uhr Jahrtagsgottesdienst des Heimat- und Volkstrachtenvereins in der Stadtpfarrkirche; anschließend Frühschoppen im Gasthaus Lindner-Bräu • 9.00 bis 18.00 Uhr Zugleistungswettbewerb der Kaltblutund Haflingerzüchtervereinigung Bayerischer Wald für Kaltblutpferde und Haflinger in der Unteren Au bei der Bayerischen Spielbank • 9.30 Uhr Feierlicher Gottesdienst in der St. Matthäuskirche • 10.30 Uhr Festgottesdienst zum Pfingstsonntag in der Stadtpfarrkirche • 11.00 Uhr Festzeltbetrieb mit Mittagstisch • 14.00 bis 16.00 Uhr Wunschkonzert im Festzelt • 21.00 Uhr Das Pfingstl-Spiel: Straßentheater in der Innenstadt (Rathausplatz, Herrenstraße); Eintritt frei Sonntag, 31. Mai • 11.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 9.00 Uhr Festzeltbetrieb mit Mittagstisch • 10.00 Uhr Bayerwald-GstanzlSingen im Festzelt • 14.00 Uhr Familiennachmittag im Festzelt • 19.00 Uhr „Boarisch Tanzen“ im Festzelt • 22.30 Uhr Premiumfeuerwerk mit Musik auf der Amberger-Insel Montag, 1. Juni • 15.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 15.00 bis 18.00 Uhr Verbilligte Preise auf der Festwiese mit Vergünstigungen und Ermäßigungen • 19.00 Uhr Ausklang der Festwoche im Festzelt Donnerstag, 28. Mai • 14.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 14.00 Uhr Seniorentreffen für die Bürger der Stadtgemeinde im Festzelt • 19.00 Uhr Treffen der Städte und Gemeinden, Vereine und Verbände im Festzelt Freitag, 29. Mai • 14.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 18.00 Uhr Treffen der Betriebe und Behörden im Festzelt Samstag, 30. Mai • 14.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 14.00 Uhr Familiennachmittag im Festzelt trunks an das Pfingstbrautpaar • 20.00 Uhr Pfingsthochzeit im „Post-Saal“ (Haus des Gastes) Musik: Sapradi Dienstag, 26. Mai • 14.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 16.30 bis 19.00 Uhr Burschenund Brautzug zur Pfingsthochzeit (in der Innenstadt von 17.30 bis 18.45 Uhr) • 20.00 Uhr Zweiter Tag der Pfingsthochzeit im „Post-Saal“ (Haus des Gastes) Musik: Black & White Partyband Mittwoch, 27. Mai • 13.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 13.00 Uhr Kindernachmittag auf der Festwiese • 13.15 Uhr Festakt – Aufstellung des Stadtrats, der Ehrengäste und der Vereine in der Herrenstraße zum festlichen Empfang der zurückkehrenden Pfingstreiter; Festzug zum Platz vor St. Veit, anschließend Festakt mit Ansprache des Geistlichen Offiziators Michael Steinhilber – Überreichung des Tugendkränzchens an den Pfingstbräutigam und Auszeichnung langjähriger Ritt-Teilnehmer; Te Deum – Zug zur Stadtpfarrkirche, dort Auflösung des Pfingstritts • 16.15 Uhr Standkonzert vor dem Alten Rathaus mit der Blaskapelle Weißenregen • 16.30 bis 19.00 Uhr Burschenund Brautzug zur Pfingsthochzeit (in der Innenstadt in der Zeit von 17.30 bis 18.45 Uhr), gegen 17.30 Uhr Halt am Alten Rathaus mit der Überreichung des Ehren- • 22.00 Uhr Fackelzug des Burschen-Wanderer-Vereins Bad Kötzting und Illumination der Innenstadt; Halt am Alten Rathaus Pfingstmontag, 25. Mai • 9.00 bis 23.00 Uhr Volksfestbetrieb • 5.00 Uhr Musikalischer Weckruf • 8.00 Uhr Auszug der Reiterprozession von der Kirche St. Veit nach Steinbühl; anschließend gegen 9.00 Uhr Kirchenzug der Vereine zum Festgottesdienst vor St. Veit. Zelebrant: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer • ab 9.00 Uhr Festzeltbetrieb • 10.15 Uhr Pfingstreitermesse in Steinbühl • 12.00 Uhr Rückritt von Steinbühl nach Bad Kötzting • 12.30 Uhr Standkonzert vor St. Veit: Kolping-Musik Cham Im Dimpflbräu-Festzelt herrscht gute Stimmung: Am Pfingstsamstag heißt es wieder „O´zapft is“. Foto: Richard Richter vom Samstag, 23. Mai, bis Montag, 1. Juni 2026 Wir wünschen beste Unterhaltung undGeselligkeit bei guter Musik Wir verweisen auf den von der Stadt Bad Kötzting und der Festbrauerei eingerichteten Busverkehr. Festküche: ASD-Catering Es heißt Sie herzlich willkommen der Festwirt Matthias Strauß mit Familie Furth im Wald www.dimpfl.de Auf geht’s zur Dimpfl Bräu Weißbier vomFass
3 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Wo das Pfingstbrauchtum hochgehalten wird Drei Pfingstbräutigame in der Familie Aschenbrenner, drei Pfingstbräute in der Familie Englmeier-Weindl: Pfingstbräutigam Benedikt Aschenbrenner und Pfingstbraut Romy Weindl freuen sich auf die festlichen Tage in Bad Kötzting Der Countdown läuft. Die Vorfreude auf die 5. Jahreszeit in Bad Kötzting ist groß. „Wir freuen uns riesig auf die festlichen Tage und sind schon ganz gespannt“, sagt Pfingstbräutigam Benedikt Aschenbrenner. Seine Pfingstbraut Romy Weindl kann ihm da nur zustimmen. Zusammen mit den beiden Brautführern Maximilian Steidl und Andreas Zimmerer stehen die beiden heuer im Mittelpunkt der Feierlichkeit. Eine große Ehre – auch weil Pfingsten heuer für sie und ihre Familien ein ganz besonderes Ereignis werden wird. Benedikt Aschenbrenner ist der Sohn von Kerstin und Josef Aschenbrenner. Er arbeitet als Hochbaupolier bei der Baufirma Schönberger in Chamerau. Der 28-Jährige fährt im Winter gerne Ski oder ist mit Tourenski auf den Bayerwaldbergen unterwegs. Im Sommer unternimmt er Motorradtouren. Benedikt Aschenbrenner ist Mitglied mehrerer Vereine, unter anderem der Feuerwehr, des Spielmannszugs und des KönigLudwig-Vereins. Beim BurschenWanderer-Verein gehörte er zehn Jahre der Vorstandschaft an und bekleidete bis vor wenigen Wochen auch das Amt des Kneipwarts. Die Familie Aschenbrenner ist eng mit dem Bad Kötztinger Pfingstbrauchtum verbunden. Benedikts Vater Josef war Pfingstbräutigam 1984 sowie Brautführer 1978 und 1982. Sein älterer Bruder Patrick war Pfingstbräutigam 2019 und Brautführer 2012. Benedikt Aschenbrenner war Brautführer 2019. Eine ebenso außergewöhnliche wie freudige Konstellation ergibt sich in diesem Jahr: Benedikt Aschenbrenner erhält das Tugendkränzchen und für 25 Teilnahmen am Pfingstritt die Fahne, sein Vater für 50-malige Rittteilnahme das Ehrenband. „Drei Pfingstbräutigame in einer Familie, noch dazu die Ehrungen. Das ist schon außergewöhnlich. Wir freuen uns sehr“, sagt Aschenbrenner. Im Jahr 1992 hatte Pfingstbräutigam Walter Pfeffer das Tugendkränzchen und die Fahne erhalten – was es zuvor in der 580-jährigen Geschichte des Pfingstritts noch nicht gegeben hatte. In diesem Jahr heißt geborene Englmeier, war 1992 Pfingstbraut von Pfingstbräutigam Walter Pfeffer. Ihre Tante Elke Englmeier, heute verheiratete Reithner, war 1995 Pfingstbraut von Michael Miethaner. „Dann gibt es heuer zum dritten Mal einen Kranzlwurf von unserem Balkon“, freut sie sich. Drei Pfingstbräute in einer Familie – auch das ist ein Novum. Brautführer Andreas Zimmerer ist 27 Jahre alt, Metallbauer und der Sohn von Andrea und Franz Zimmerer. Er ist seit vielen Jahren aktiver Feuerwehrler in Bad Kötzting und fährt in seiner Freizeit gerne Motorrad. Ein Hobby, das ihn mit Pfingstbräutigam Benedikt Aschenbrenner verbindet. Andreas Zimmerer hat zwei Geschwister, Schwester Anna und Bruder Franz. Andreas Zimmerer ist heuer zum vierten Mal beim Pfingstritt dabei. „Früher war ich als Feuerwehrler immer im Hintergrund, etwa beim Absperren, dabei. Mittlerweile reite ich mit“, sagt er. Brautführer Maximilian Steidl ist 25 Jahre alt und gelernter Zerspanungsmechaniker. Vor Kurzem hat er seinen Metallbaumeister gemacht. Auch er ist ein begeisterter Motorradfahrer und alle Jahre mit seinen Freunden auf großer Tour unterwegs. Maximilian Steidl, der auch der Vorstandschaft des Burschen-WandererVereins angehört, ist der Sohn von Silvia Schaller und Thomas Steidl. 20-mal ist er bereits beim Kötztinger Pfingstritt dabei gewesen. Genauso wie Andreas Zimmerer ist auch Maximilian Steidl Mitglied im König-Ludwig-Verein und dort unter anderem als Böllerschütze aktiv. Brautführer Andreas Zimmerers Verwandtschaft von Seiten seiner Großmutter, der Familie Dachauer, stellte in der Mitte des 19. Jahrhunderts Pfingstbräutigam und Pfingstbraut. Brautführer Maximilian Steidls Urgroßvater wiederum war beim Pfingstritt Laternenträger, sein Ururgroßvater Träger der Landfahne. Josef Steidl, der Bruder von Maximilian Steidls Großvater Wolfgang Steidl, war 1965 Pfingstbräutigam. 1986 (vor 40 Jahren) war seine Großcousine Gabi Steidl Pfingstbraut. Jürgen Hirtreiter mich gerne mit Freunden“, sagt sie. Wenn sie das Fachabi in der Tasche hat, will die Bad Kötztingerin Soziale Arbeit studieren. In Romy Weindls Familie wird die Pfingsttradition hochgehalten. Ihre Mutter Christine Weindl, tine Weindl (geb. Englmeier) und Reinhold Weindl. Die Familie wohnt in der Hohenbogenstraße. Romy Weindl ist 18 Jahre alt und besucht die FOS in Cham. Die Pfingstbraut musiziert gerne und spielt unter anderem Saxofon und Klavier. „Außerdem treffe ich bei der Vorstellung und erinnert daran, dass sie 2015 als Blumenkind Pfingstbraut Julia Brandl begleiten durfte. Natürlich habe sie sofort „Ja“ gesagt, als Pfingstbräutigam Benedikt Aschenbrenner bei ihr angefragt habe. Romy Weindl ist die Tochter von Chrises eben auch für Benedikt Aschenbrenner zweimal „Ehre und Auszeichnung“. Für Pfingstbraut Romy Weindl geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Ich wollte schon immer Pfingstbraut werden“, sagt sie Das Pfingstbrautpaar 2026: Benedikt Aschenbrenner und Romy Weindl mit den Brautführern Maximilian Steidl und Andreas Zimmerer. Foto: Aschenbrenner Jetzt mit ihrem einkauf MARKEN für dIE BAD KÖTZTINGER PFINGSTfestWOcHE Sichern! *Gutschein nur im Fachmarkt Bad Kötzting erhältlich! Oder 1 Maß alkoholfreies Getränk. Abgabe von einer Maß erst ab 16 Jahren. *Gutschein nur im Fachmarkt Bad Kötzting erhältlich! Solange der vorrat reicht! Solange der vorrat reicht! *Gutschein nur im Fachmarkt Bad Kötzting erhältlich! Oder 1 Maß alkoholfreies Getränk. Abgabe von einer Maß erst ab 16 Jahren. Solange der vorrat reicht! ... 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4 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Treffen der Generationen Pfingsten in Bad Kötzting: Das ist Brauchtum, Tradition, Lebensfreude. Das Pfingstfest verbindet Menschen. Jung und Alt. Einheimische und Gäste. Vereine, Familien und Freunde. Und Pfingsten bedeutet für viele Bad Kötztinger, die auswärts leben: Heimkommen. Und so war damals, in den späten 50-er Jahren, auch für Elisabeth Eisner, geborene Rauscher, schnell klar: An Pfingsten würde die gebürtige Gruberin immer wieder nach Kötzting zurückkommen. Als junge Frau zog es sie, auf der Suche nach Arbeit, nach Schorndorf bei Stuttgart. Dort lernte sie ihren Mann Ludwig kennen und gründete eine Familie. Ihrer Verbundenheit zur Heimat und speziell zum Kötztinger Pfingstritt tat das aber keinen Abbruch. Jedes Jahr war es der „Lisl“ eine Herzensangelegenheit, nach Kötzting zum Pfingstritt zu kommen. Das jährliche Ritual ging der gesamten Familie in Fleisch und Blut über und ist auf zahlreichen Fotos und in vielen Geschichten erhalten. Ihre drei Kinder, ihre sechs Enkel und ihre zwei Urenkel pflegen bis heute diese Familientung zum Pfingstritt ist für sie Pflichtlektüre und wird auch heuer wieder mit großer Freude erwartet. Pfingsten in Bad Kötzting ist für uns einfach ein Muss“, sagt Elisabeth Eisners Sohn Sven. „Die Zimmer für heuer sind schon wieder gebucht. Wir müssen uns mittlerweile auf mehrere Unterkünfte aufteilen, weil die Gruppe immer größer geworden ist“, sagt er. -hitradition und kommen Jahr um Jahr mit Freunden und Verwandten in den Bayerischen Wald, um beim Pfingstfest dabei zu sein. Elisabeth Eisner selbst kann nicht mehr nach Bad Kötzting reisen. Die 86-Jährige lebt mittlerweile in einem Pflegeheim. Ihr Zimmer schmücken aber Bilder aus dem Bayerischen Wald. Die Sonderbeilage der Kötztinger ZeiElisabeth Eisner mit ihrem Enkel Andreas Böhringer, der vor einigen Jahren die Fahne für 25-malige Teilnahme am Pfingstritt erhielt. Foto: Familie Eisner Oberland trifft Oberpfalz Günther Fuidl, ein gebürtiger Gehstorfer, erhält heuer das Ehrenband für 40-malige Teilnahme am Kötztinger Pfingstritt Pfingsten is’ in Bad Kötzting! Schon deshalb entwickeln sich rund um den Kötztinger Pfingstritt die unterhaltsamsten Geschichten. Ein Beispiel gefällig? Ein Kötztinger, der als 16-Jähriger aus seiner Heimatstadt wegzog und an Pfingsten immer wieder zurückkehrte. Dieses Jahr wird er mit dem Ehrenband für die 40-malige Rittteilnahme geehrt. Nach zwei, drei Klingelzeichen hebt Günther Fuidl auch schon ab. „Servus“, klingt es aus dem Hörer. Vom förmlichen „Sie“ hält er nichts. „I bin da Günther“, sagt er mit oberbayerisch gefärbtem Dialekt. Seit Jahrzehnten ist Fuidl mit seiner Frau Anneliese in Rosenheim zuhause. Geboren te Ruheständler geht in die Berge und fährt immer noch Rennrad. Auch wenn ein Autofahrer ihn vor drei Jahren fast außer Gefecht gesetzt hätte: „Er hat mich übersehen und dann lag ich mit dem Radl da und hatte eine Lungenquetschung und mehrere Rippenbrüche.“ Doch Günther Fuidl ist zäh. Am Pfingstmontag wird er – so Gott will – wieder dabei sein. Vom Ausritt aus der Stadt bis Steinbühl – und wieder nach Bad Kötzting zurück. Denn das gehört für den Pfingstreiter eben auch dazu: „Wenn in Steinbühl schon die Pferdeanhänger auf die Rösser warten. Das ist nicht das meine.“ Und solange Fuidl selbst in den Sattel kann, wird er noch reiten: „Mal schaun, wie lange ich mir das noch zutraue.“ Das nächste Ehrenband gibt es für 50 Teilnahmen. Das wäre doch was für den schneidigen Oberbayern, der durch den Pfingstritt seine Beziehung zu Kötzting nicht verloren hat. Wolfgang Reimer kommt? „Die waren beim Pfingstritt, und als es regnete, verfärbte die Farbe der Röschen das Fell der Schimmel“, erläuterte der Besitzer. So ein imposanter Kaltblüter, das wäre was. Am nächsten Pfingstritt war Fuidl mit den edlen Pferden dabei. Apropos Pferdeschmuck: Für den langjährigen Pfingstreiter hat das Schmücken der Vierbeiner eine besondere Bedeutung. „Früher war es für die Bauern ein Ansporn, wenn sie mit einem besonders schön geschmückten Pferd ritten. Heute ist das teilweise nicht mehr so.“ Am Samstag reist er an, da hat man noch Zeit für die Vorbereitungen, um das Zaumzeug und den Sattel zu kontrollieren. Am Sonntag wandert der 79-Jährige auf den Kaitersberg. Früher ging’s noch zum Osser. „Ich muss schon schauen, dass ich fit bleibe“, sagt er. Mit seiner Frau geht er regelmäßig zum Muskelaufbautraining, besucht die Rückenschule und macht täglich Gymnastik. Der fitzu dritt mit dem Motorrad auf nach Meinzing: „Ob jemand einen Führerschein hatte, weiß ich heute nicht mehr. Ich hatte jedenfalls keinen. Aber das war uns egal. Von Meinzing aus ritten wir mit den geliehenen Rössern über Kötzting nach Steinbühl. Dort wurde ich zur Aufsicht in einem Stall verdonnert, während die anderen Brotzeit machten“, sagt Fuidl: „Die Bauern hatten mich schon vor dem störrischen Hengst der Brauerei Falter gewarnt. Ich bemerkte seine Unruhe, weil im Freien ein Deckhengst angehängt war. Auf einmal riss sich der Hengst los, donnerte durch den Stall ins Freie. Ich duckte mich, nahm Reißaus und machte schreiend auf das Missgeschick aufmerksam. Rasch stürmten die Bauern aus der Wirtschaft und es dauerte lange, bis der Hengst wieder eingefangen war. Das war mir eine Lehre.“ Später, als Kaminkehrer, kam Fuidl regelmäßig vom Oberland nach Kötzting. „Mit dem Radl war ich nach Hafenberg zu einem Bauern unterwegs. Wo ich Zaumzeug, Sattel und Schmuck und die Röserl am Fahrrad verstaut habe, weiß ich selbst nicht mehr genau“, lacht der bald 80-Jährige. Dann wurde er zur Bundeswehr eingezogen, er heiratete seine Anneliese und wurde Vater. So vergingen 20 Jahre. „Ich hatte einfach keine Zeit mehr und die Verbindungen, um ein Pferd zu organisieren, wurden weniger. Außerdem hatte ich auch lange nicht mehr auf einem Pferd gesessen“, blickt Fuidl zurück. Erst als er das Geschäft als Bezirkskaminkehrermeister übernahm, „hatte ich wieder Zeit und auch das nötige Geld“, sagt der gebürtige Niederbayer verschmitzt. Von Alois Hastreiter bekam Fuidl einen schwarzen Araber: „Mei, ist der an den Zuschauern vorbeimarschiert. Der hat schon Eindruck gemacht.“ Und im Jahr danach sah er vor seinem Fenster, wie mächtige Percheron-Pferde für den Brauereizugwagen vom Flötzinger Bräu eingespannt wurden. Zwei davon waren grün. Woher die Farbe schaft zum Rennradfahren entdeckt.“ Seine Bindung zu den Pferden hat sich früh entwickelt. „Ich war schon als Kind ein richtiger Rossnarr“, sagt der 79-Jährige. Das Haus der Fuidls stand am Feuerwehrhaus und jedes Mal, wenn ein Fuhrwerk vorbeigekommen ist, durfte sich der Sechsjährige auf die Rösser setzen. „Mit zehn Jahren bin ich 1959 zum ersten Mal beim Pfingstritt mitgeritten und hatte auch gleich ein aufregendes Erlebnis“, weiß Fuidl noch genau. Sein Schwager Michael Fuidl hatte die Pferde in Meinzing organisiert. Um 5 Uhr machten sich sein Schwager, ein Freund und er wurde er aber am 27. November 1946 in Gehstorf. Nach dem Schulbesuch begann Fuidl eine Kaminkehrerlehre. Doch sein Arbeitgeber in spe lockte ihn mit einem Angebot. Dessen Bruder hatte in Riedering in Oberbayern einen Kehrbetrieb. „Kann man da Skifahren oder Schwimmen“, waren die ersten Fragen, die er an den Meister, der zum Vorstellungsgespräch nach Kötzting gekommen war, stellte. „Freilich“, lautete seine Antwort, „mia hamma Berg und im Simsee kannst zum Schwimma geh’.“ So begann Fuidls Karriere als Kaminkehrer 1961 im Oberland. Elf Jahre war er in Riedering: „In den Bergen habe ich das Skifahren gelernt und bin auch Rennen gefahren. Dort habe ich auch meine LeidenDer gebürtige Gehstorfer Günther Fuidl (links), der seit Jahrzehnten in Rosenheim lebt, erhält heuer das Ehrenband für 40 Rittteilnahmen. Foto: Christa Rabl-Dachs FordStore Karl Stauner AG Am Taschinger Berg 5, 93413 Cham - 09971/7605-0 - www.ford-stauner-cham.de
5 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Im Takt der Zeit 61 Künstler verwandeln die Kirchenburg in eine vielfältige Kunstausstellung Zwischen surrealen Arbeiten, abstrakten Kompositionen und Naturmotiven begegnen Besucher bei der 58. Kunstausstellung die Gedanken und Geschichten der beteiligten Künstler. Kurator Leo Schötz hat die Ausstellung heuer bewusst neu aufgebaut – mit mehr Raum zwischen den Werken und einem thematischen Rundgang, der zum Innehalten einlädt. In vier Räumen und einem Gang sind 96 Bilder, 16 Fotos und zwölf Plastiken ausgestellt. 61 Künstler beteiligen sich an der traditionsreichen Ausstellung. „Dieses Jahr ist sie anders organisiert, wir haben rotiert“, erzählt Kurator Leo Schötz. Im ersten Raum geht es um surreale Werke, eine Tür weiter geht es um Abstraktion. Der dritte Raum widmet sich Landschafts- und Naturmotiven. Im letzten Zimmer werden die Fotos ausgestellt. „Dieses Jahr hatten wir mehr Luft“, sagt Schötz. Zum einen seien es weniger Werke, zum anderen seien die Bilder und Plastiken dieses Mal kleiner. Jedes Werk soll genügend Raum bekommen, damit sich die Besucher darauf einlassen können. „Manchmal braucht man auch einen Tag Abstand. Wenn ich daheim bin, habe ich jedes Bild im Kopf. Es arbeitet in mir weiter“, erklärt Schötz. Daraus entstehe ein schöpferischer Prozess, vergleichbar mit dem Malen selbst. Für ihn sei es immer wieder spannend, zu sehen, wie die Ausstellung wirkt, wenn alle Bilder an ihrer Position hängen. Info: Bis zum 12. Juni ist die Ausstellung in der Kirchenburg der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu sehen. Die Ausstellung ist Montag bis Samstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An Sonn- und Feiertagen sowie in den Pfingstferien können Besucher bereits ab 10 Uhr in die Präsentationsräume. Felix Stahl Kurator Leo Schötz hat die Kunstausstellung in der Kirchenburg heuer neu konzipiert. Foto: Felix Stahl Neuer Kreuzträger beim Pfingstritt Josef Schedlbauer übergab das Amt an seinen Sohn Stefan Für eine Überraschung hatte vor knapp vier Wochen im Pfingstrittkomitee Kreuzträger Josef Schedlbauer gesorgt, als er bekannt gab, das Amt an seinen Sohn und Hoferben Stefan übergeben zu wollen. Der 62-Jährige begründete seine Entscheidung damit, dass er in der Vergangenheit immer wieder mit Gelenkproblemen zu kämpfen hatte. Das Privileg des Kreuztragens beim Pfingstritt lag seit jeher auf dem Anwesen „Zur Post“ in Kötzting. Auch die Laternen gehören zum Kreuz und so wurden deren Träger ebenfalls von den Besitzern der Post gestellt. 1962 wurde der damalige Schweitzer und späterer Pächter der landwirtschaftlichen Grundstücke der Post, Willi Schedlbauer, zum Kreuzträger ernannt. Bis zu seinem Tod Ende 1998 übte er dieses Amt aus. Für das Folgejahr bestimmte der Stadtrat dessen Sohn Schedlbauers nach einem passenden zweiten Träger umgesehen. „Es war nicht so einfach, einen Kötztinger zu finden, der mit Pferden umgehen und eigenständig reiten kann“, erklären sie. Schließlich haben die Männer der Spitzengruppe auch nur eine Hand frei, um ihren Tieren die Richtung vorzugeben. In Sebastian Wurzer aus Grub wurde schließlich jemand gefunden, der das Amt so lange übernimmt, bis ein Nachrücker aus der eigenen Familie bereit ist. Die offizielle Übergabe an den neuen Kreuzträger ist an Christi Himmelfahrt beim Bittgang mit Gottesdienst beim 1. PfingstrittEvangelium erfolgt. Dort wurde die Amtsübergabe durch Bürgermeister Markus Hofmann und Pfarrer Thomas Winderl vollzogen. Beim Rückweg trug bereits Stefan Schedlbauer das Kreuz voraus. -dsund Hoferben Josef Schedlbauer zu seinem Nachfolger. Seit 1962 ist die Familie Schedlbauer als Spitzengruppe „das Gesicht des Pfingstritts“, mit Kreuz und Laternen ziehen dem Allerheiligsten voran. „Wir sind damit aufgewachsen und kennen das nicht anders“, sagt Sepp Schedlbauer. So war es auch nicht verwunderlich, dass Sohn Stefan jetzt als Nachfolger für das Kreuztragen vorgeschlagen wurde. „Wir wussten ja, dass der Tag der Übergabe einmal kommen wird“, meint der 39-Jährige, der hauptberuflich bei der Zimmerei Mühlbauer in Kammern arbeitet. Er ist 36 Jahre Rittteilnehmer und seit 2002 Laternenträger. Stefans jüngerer Bruder Florian wird weiterhin als Laternenträger fungieren. Da dessen Söhne aber noch zu klein sind, um dieses Amt zu übernehmen, haben sich die Für Sepp Schedlbauer war 2025 der letzte Pfingstritt als Kreuzträger. Ab diesem Jahr wird sein Sohn Stefan (rechts) dieses Amt übernehmen. Foto: Isabell Dachs INNENSTADT FÜR VERKEHR GESPERRT Die Bad Kötztinger Innenstadt wird am Pfingstsamstag von 12 bis 18 Uhr und am Pfingstsonntag von 20 Uhr bis Pfingstmontag, 20 Uhr, für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Herrenstraße und die Müllerstraße werden von Pfingstsamstag, 12 Uhr, bis Pfingstmontag, 20 Uhr, für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Stadt appelliert bei dieser Gelegenheit vor allem an Besucher, die den Pfingstritt in Steinbühl anschauen wollen, rechtzeitig dorthin zu fahren. In und um das Stadtgebiet stehen wie alle Jahre mehrere Parkplätze zur Verfügung. Sie sind ausgeschildert. -redDieWANNINGEREinkaufswelt wünscht ein schönes Pfingstfest! WWW.EINKAUFSWELT-WANNINGER.DE Beim Wanninger samma dahoam! 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Dominik Fruhmann Berger | Im Gewerbegebiet 4 | 93458 Eschlkam Baumpflege, Problembaumfällung www.wolfgang-bergmann.de • 09943/902913 Impressum 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Verlagsbeilage der Mediengruppe Attenkofer am 20./21. Mai 2026 Redaktion Jürgen Hirtreiter Anzeigen Michael Kusch, Gesamtanzeigenleitung Anzeigenservice Bad Kötzting Grafik Titelbild: Birgit Eck Druck und Verlag Cl. Attenkofer’sche Buch- und Kunstdruckerei, Verlag des Straubinger Tagblatts, Ludwigsplatz 32, 94315 Straubing
6 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt 1876 – VOR 150 JAHREN Pfingstbräutigam: Karl Dreger Pfingstbraut: Anna Denk 1901 – VOR 125 JAHREN Pfingstbräutigam: Josef Lang Pfingstbraut: Anna Hofmann Brautführer: Hans Kelnhofer, Franz Hastreiter 1926 – VOR 100 JAHREN Pfingstbräutigam: Georg Sperl Pfingstbraut: Anna Rabl Brautführer: Karl Waldmann, Adolf Hollmaier Georg Sperls Tochter Maria war Pfingstbraut 1958. Brautführer Karl Waldmann war Pfingstbräutigam 1931. Brautführer Adolf Hollmaiers Töchter Luitgard (1957) und Ulrike (1961) waren Pfingstbräute. 1951 – VOR 75 JAHREN Pfingstbräutigam: Clemens Pongratz Pfingstbraut: Brigitte Müller Brautführer: Siegfried Ehemann, Georg Greß Clemens Pongratz war Brautführer 1948, sein Bruder Heinrich Brautführer 1939 und 1944. Brautführer Siegfried Ehemanns Schwester Hildegard war Braut 1947, Georg Greß war Brautführer 1944, seine Schwester Marianne Braut 1956. 1956 – VOR 70 JAHREN Pfingstbräutigam: Georg Barth Pfingstbraut: Marianne Greß Brautführer: Hans Mühlbauer, Haymo Richter Pfingstbräutigam Georg Barth war Brautführer 1952 und 1955, sein Sohn Georg Bräutigam 1988. Sohn Josef war Brautführer 1985 und 1988, seine Mutter Elisabeth Barth, geb. Krämer, war Braut 1918. Pfingstbraut Marianne Greß´ Bruder Georg war Brautführer 1944 und 1951. Brautführer Hans Mühlbauer war Bräutigam 1955. Seine Eltern waren das Brautpaar 1923. Brautführer Haymo Richter war Brautführer 1959 und Bräutigam im Jahr 1960, sein Sohn Richard Brautführer 1984, sein Sohn Gerhard Brautführer 1985 und 1988 und Bräutigam 1993. 1961 – VOR 65 JAHREN Pfingstbräutigam: German Rauscher Pfingstbraut: Ulrike Hollmaier Brautführer: Hans Kuglmeier, Ferdinand Meimer Pfingstbräutigam German Rauscher war Brautführer 1963, Pfingstbraut Ulrike Hollmaiers Schwester Luitgard Braut 1957, Vater Adolf Brautführer 1926 und 1931. Brautführer Hans Kuglmeier war Pfingstbräutigam 1963, sein Vater Johann Bräutigam 1930. Brautführer Ferdinand Maimer war Brautführer 1963. 1966 – VOR 60 JAHREN Pfingstbräutigam: Herbert Wallner Pfingstbraut: Karin Graßl Brautführer: Herbert Amberger, Manfred Meimer Brautführer Herbert Amberger war Pfingstbräutigam 1968, sein Vater Karl Brautführer 1927. Brautführer Manfred Meimer war Pfingstbräutigam 1969, seine Schwester Gerda Braut 1959. 1976 – VOR 50 JAHREN Pfingstbräutigam: Hans Auzinger Pfingstbraut: Daniela Breu Brautführer: Heinz Schötz, Albert Hofmann Hans Auzinger war Brautführer 1970, Zwillingsbruder Robert Brautführer 1970. Daniela Breus Bruder Anton war Brautführer 1981. Heinz Schötz´ Vater Heinz war Bräutigam 1942 und Brautführer 1950, Sohn Heinz Bräutigam 2018, Albert Hofmanns Schwester Tina Braut 1970. Vor 125 Jahren: Pfingstbrautpaar Josef Lang und Anna Hofmann mit den Brautführern Hans Kelnhofer und Franz Hastreiter Vor 100 Jahren: Pfingstbrautpaar Georg Sperl und Anna Rabl mit den Brautführern Karl Waldmann und Adolf Hollmaier Vor 75 Jahren: Pfingstbrautpaar Clemens Pongratz und Brigitte Müller mit den Brautführern Siegfried Ehemann und Georg Greß Vor 60 Jahren: Pfingstbrautpaar Herbert Wallner und Karin Graßl mit den Brautführern Herbert Amberger und Manfred Maimer Vor 70 Jahren: Pfingstbrautpaar Georg Barth und Marianne Greß mit den Brautführern Hans Mühlbauer und Haymo Richter Vor 65 Jahren: Pfingstbrautpaar German Rauscher und Ulrike Hollmaier mit den Brautführern Hans Kuglmeier und Ferdinand Meimer Vor 50 Jahren: Pfingstbrautpaar Hans Auzinger und Daniela Breu mit den Brautführern Heinz Schötz und Albert Hofmann Fotos: Archiv Haymo Richter, Richard Richter, Stadt Bad Kötzting 1901 bis 2026: Die Ehrentafel Die Kötztinger Pfingstbrautpaare aus 125 Jahren
7 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt 1986 – VOR 40 JAHREN Pfingstbräutigam: Michael Traurig Pfingstbraut: Gabi Steidl Brautführer: Theo Heigl jun., Philipp Maimer Gabi Steidls Vater Josef war Bräutigam 1965. Brautführer Theo Heigls Vater Theo war Bräutigam 1959, Brautführer 1958 und 1960, sein Bruder Florian Brautführer 1993. Brautführer Philipp Maimer war Brautführer 1989, sein Vater Ferdinand Brautführer 1961 und 1963. 1991 – VOR 35 JAHREN Pfingstbräutigam: Anton Staudinger Pfingstbraut: Martina Schullerer Brautführer: Hans Traurig jun, Joachim Roiger Anton Staudingers Schwester Angelika war Braut 1972, seine Schwester Martina war Braut 1980. Pfingstbraut Martina Schullerers Schwester Andrea war Braut 1987, Bruder Heinz Brautführer 1987. Brautführer Hans Traurig jun. war Brautführer 1994 und Bräutigam 1998, seine Schwester Nicki Braut 1994. 1996 – VOR 30 JAHREN Pfingstbräutigam: Hans Amberger Pfingstbraut: Monika Hamsa Brautführer: Johannes Zellner, Franz Wanninger Pfingstbräutigam Hans Amberger war Brautführer 1987, sein Vater Franz Brautführer 1957 und Bräutigam 1962. Brautführer Franz Wanningers Vater Franz war Brautführer 1972, Mutter Angelika war Braut 1972. 2001 – VOR 25 JAHREN Pfingstbräutigam: Johannes Kuglmeier Pfingstbraut: Angelina Vogl Brautführer: Michael Piendl, Stephan Schiedeck Pfingstbräutigam Johannes Kuglmeiers Eltern waren das Pfingstbrautpaar 1963, Vater Hans war Brautführer 1961, Schwester Andrea Braut 1985. Pfingstbraut Angelina Vogls Schwester Corinna war Braut 2003. Brautführer Michael Piendls Bruder Josef war Brautführer 1992. Brautführer Stephan Schiedeck war auch Brautführer 1998. 2006 – VOR 20 JAHREN Pfingstbräutigam: Mathias Hamberger Pfingstbraut: Christina Wühr Brautführer: Markus Hamberger, Maximilian Zahorik Brautführer Maximilian Zahoriks Bruder Thomas war Bräutigam 2007 und Brautführer 2003. 2011 – VOR 15 JAHREN Pfingstbräutigam: Franz-Christian Zelzer Pfingstbraut: Christina Barth Brautführer: Sebastian Breu, Christoph Kuchler Pfingstbraut Christina Barths Vater Georg war Bräutigam 1988. 2016 – VOR 10 JAHREN Pfingstbräutigam: Johannes Kuchler Pfingstbraut: Christina Staudinger Brautführer: Karl-Josef Weber, Andreas Hackl Brautführer Karl-Josef Weber war Bräutigam 2017. Christina Staudingers Vater Anton war Bräutigam 1991. 2025 – VOR 1 JAHR Pfingstbräutigam: Nicklas Neubauer Pfingstbraut: Anna Maria Pielmeier Brautführer: Thomas Fischer, Alexander Achatz Pfingstbräutigam Nicklas Neubauer war Brautführer 2017. Brautführer Thomas Fischer war auch 2017 Brautführer. Vor 30 Jahren: Pfingstbrautpaar Hans Amberger und Monika Hamsa mit den Brautführern Johannes Zellner und Franz Wanninger Vor 25 Jahren: Pfingstbrautpaar Johannes Kuglmeier und Angelina Vogl mit den Brautführern Michael Piendl und Stephan Schiedeck Vor zehn Jahren: Pfingstbrautpaar Johannes Kuchler und Christina Staudinger mit den Brautführern Andreas Hackl und Karl-Josef Weber Vor 40 Jahren: Pfingstbrautpaar Michael Traurig und Gabi Steidl mit den Brautführern Theo Heigl jun. und Philipp Maimer Vor 20 Jahren: Pfingstbrautpaar Mathias Hamberger und Christina Wühr mit den Brautführern Markus Hamberger und Maximilian Zahorik
8 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Die Zugleistung zieht um Der Zugleistungswettbewerb der Kaltblut- und Haflingerzüchtervereinigung findet heuer beim Vorführplatz in der Unteren Au statt Die Zugleistungsprüfung an Pfingsten in Bad Kötzting war all die Jahre hindurch ein wahrer Besuchermagnet. Bereits in den Anfangsjahren ab 1974 waren mehrere Tausend Zuschauer zu verzeichnen, die mit Spannung die Wettkämpfe verfolgten. Zu dieser Zeit hatten unsere Arbeitspferde natürlich längst ausgedient, waren weitgehend aus der Landwirtschaft verschwunden und durch Traktoren ersetzt worden. Reitsportbegeisterte gründeten in der Umgebung mehrere Reitund Fahrvereine, deren Mitglieder die Idee hatten, die enorme Arbeitskraft der Pferde wieder in den Vordergrund zu rücken. So auch nur einen Strang anzuheben, geschweige denn, den beladenen Zugschlitten in Bewegung zu setzen. In der Regel zeigen sich die Tiere aber absolut leistungsbereit und geben ihr Bestes für ihren Fuhrmann, oft zum Staunen der Zuschauer, welche enormen Lasten hier bewegt werden können. Die zu bewältigende Zugstrecke von 40 Metern bleibt nach wie vor gleich. Das Reglement wurde in den vergangenen Jahren dem Tierschutz entsprechend angepasst. So dürfen sich alle Interessierten heuer wieder auf spannende und faire Wettkämpfe, diesmal in neuer Umgebung, freuen. Isabell Dachs Leistung auf freiwilliger Mitarbeit der Tiere, denn zum Antreiben derselben darf lediglich die Stimme eingesetzt werden. Schlagen mit den Leinen, Ziehen am Halfter oder Gebiss, Berühren des Pferdes während des Zuges oder gar Peitscheneinsatz sind strikt untersagt. Auch wird von den Fuhrleuten erwartet, dass sie die Leistungsgrenzen ihrer Tiere kennen und gegebenenfalls den Zug abbrechen. Darauf achten nicht nur das Schiedsgericht, sondern auch ein Amtsveterinär. So mancher stand deshalb schon flehend neben seinem Ross, wenn ihm das „Wiah“ des Fuhrmanns herzlich egal und es nicht dazu zu bewegen war, dem Oberland, Baden-Württemberg, Tschechien, Österreich und den neuen Bundesländern. Bei diesem Elitewettkampf wird vom Veranstalter größter Wert auf den Tierschutz gelegt, ein Hauptgrund, warum die Zugleistung heuer den Veranstaltungsort wechselt. In der Unteren Au, in der Nähe der Spielbank, sei wesentlich mehr Platz, sodass ein Aufwärmen der Pferde vor dem Einsatz problemlos möglich sei, erklärt Andreas Vogl, Vorsitzender der Züchtervereinigung. Auch seien Bäume als Schattenspender für die Tiere in ausreichender Menge vorhanden, so Vogl. Natürlich beruht die gezeigte Da der traditionelle Pferdemarkt am Tag davor sehr viele Helfer erforderte, suchte der Verein zur Entlastung die Zusammenarbeit mit der Kaltblut- und Haflingerzüchtervereinigung. Ab 1984 übernahm diese die Veranstaltung dann ganz und bereicherte sie in den Folgejahren durch weitere Attraktionen. Bis heute möchten die Rosserer zeigen, wie viel ihre Rösser leisten können, woraus sich ein eigener Sportzweig entwickelt hat. Pferde, die nicht entsprechend trainiert wurden, brauchen erst gar nicht anzutreten. So kommen Teilnehmer der Kötztinger Zugleistung nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus wurden die ersten Zugleistungswettbewerbe von den Reitvereinen Viechtach und Grafenwiesen organisiert, bevor dann im Jahre 1980 der im Vorjahr neu gegründete Reit- und Fahrverein Kötzting übernahm. Auf der „Stolwies“ beim Marktmüller, auch als Amberger-Insel bezeichnet, war die Veranstaltung gegenüber der Festwiese von Zuschauern stets gut besucht. Anfang der 1980er Jahre wurde dann beim Wettbewerb das stärkste Pferd Bayerns ausgelotet, welches über mehrere Jahre von der Brauerei Falter in Regen kam. Bis heute sind die schweren Percheronpferde der Familie Falter im Wettkampfgeschehen immer auf den vordersten Plätzen mit dabei. Die Familie Falter aus Regen und Poschetsried ist seit fast 50 Jahren bei der Kötztinger Zugleistung auf den vorderen Rängen mit ihren schweren Percheronpferden dabei. Hier Baptist Falter an den Leinen mit Sohn Johannes als Beifahrer. Foto: Isabell Dachs Der Zugleistungswettbewerb in Kötzting Mitte bis Ende der 1970er Jahre. Bereits hier erkennt man den enormen Zuschauerandrang. Im Bild vorne am Pferd Wolfgang Hackl, an den Leinen Josef Kollmaier. Foto: Christa Rabl-Dachs Deutschlands ältestes Volksschauspiel! DRACHENSTICH-FESTSPIELE e.V. 2026 31.07. bis 16.08. 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9 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt „Erster unter Gleichen“ für Teamarbeit Als Pfingstsachbearbeiter und Leitender Zugordner hat Sepp Barth neue Strukturen für die Reiterwallfahrt geschaffen Reitsport, Musik und Pfingstbrauchtum sind drei Faktoren, die das Leben von Kurdirektor Sepp Barth nachhaltig geprägt haben. Der Bad Kötztinger Pfingstritt hat ihn vom Kleinkindalter an beschäftigt und so war es für ihn eine Selbstverständlichkeit „und eine Ehre“, wie er sagt, die Nachfolge von Poidl Sperl als Pfingstsachbearbeiter der Stadt anzutreten. Nicht nur das: Als Oberzugordner Dr. Dieter Casaretto 2014 auf eigenen Wunsch diese Funktion aufgab und mit Markus Hofmann ein neuer Bürgermeister sein Amt antrat, war die Erfahrung von Barth für die Organisation des Pfingstritts gefordert. Die Reiterwallfahrt ging ohne Probleme ins Zellertal und bei der späteren „Manöverkritik“ wurde vom gesamten Pfingstkomitee offen diskutiert, wie es weitergehen sollte. „Auf jeden Fall ohne Oberzugordner“ sei damals die einhellige Meinung der Komiteemitglieder gewesen, sagt Barth, dem an der Einbindung aller Komiteemitglieder gelegen war. Als „Leitender Zugordner“ ist er seitdem „Erster unter Gleichen“, freut sich der 63-Jährige. Eine erste große Aufgabe für das neue „Team Pfingstrittkomitee“ stand 2016 an, als 46 Pfingstreiter für ihre langjährige Ritt-Teilnahme zur Ehrung anstanden und klar war, dass dies mit der bisherigen als 2. und sechs Jahre als 1. Vorstand, sondern viele Jahre auch als „Kötztinger Herolde“, als musizierende Reitergruppe bei Veranstaltungen wie dem Further Drachenstich-Festzug. Auch in der Feuerwehr und im Spielmannszug haben sie bis heute eine Heimat. Alois Dachs Der Pfingstritt spielte in der Familie Barth immer eine große Rolle. Bereits im Vorschulalter waren Sepp und Georg Barth mit ihrem Vater dabei, sobald sie selbstständig ein Pferd reiten konnten. Später waren sie nicht nur Pfingstbräutigam und Brautführer und im Burschen-Wanderer-Verein aktiv, Sepp vier Jahre nungen für langjährige Rittteilnahme vergeben werden und welche Aufgaben beispielsweise die Zugordner im Auftrag der Stadt übernehmen. Für den Leitenden Zugordner war eine solche Geschäftsordnung längst überfällig, auch vor allem, um Rechtssicherheit für die Komiteemitglieder zu schaffen. Stadtpfarrer und Bürgermeister gemeinsam das „Großer Gott, wir loben dich!“ anstimmen. Im vergangenen Jahr hat Sepp Barth eine Geschäftsordnung für das Pfingstrittkomitee erstellt, mit der unter anderem festgelegt wird, wer dem Komitee in welcher Funktion angehört, wie AuszeichAblaufstruktur beim Festakt nicht mehr funktionierte und man deshalb gemeinsam ein neues Konzept entwickelte, dass sich seither bestens bewährt hat. Sichtbarer Ausdruck dieser Entwicklung ist seitdem auch, dass beim Te Deum – nach Abschluss des Gelöbnisrittes – alle Zugordner mit dem Geistlichen Offiziator, mit „Erster unter Gleichen“ ist Leitender Pfingstritt-Zugordner Sepp Barth (3.v.r. vorne), wenn mit Stadtpfarrer Thomas Winderl (r.) und Bürgermeister Markus Hofmann (l.) nach dem Festakt das Te Deum angestimmt wird. Foto: Christa Rabl-Dachs ® ALLEMANN TÜREN & TORE GMBH 93479 Grafenwiesen 09941 / 9434 - 0 www.allemann-gmbh.de JOSEF HEINRICHMEYER Dorfstraße 7 93485 Rimbach/Bayer. Wald Tel. 0 99 41/12 33 www.meisterschnitzer.de Herstellung, Ausstellung und Verkauf Auf Wunsch auch Sonderanfertigung Meisterbetrieb Jetzt Termin vereinbaren 93413Cham www.eckert-kuechen.de KAUER-TRANSPORTE – STRASSENREINIGUNG – – ÖLSPURBESEITIGUNG – Beckendorf 71 · 93444 Bad Kötzting Telefon 0 99 41 / 25 42 · Fax 90 51 56 • Gebrauchtwagen • Karosserie-Instandsetzung • Leasing Finanzierung • Waschanlage • Ford-Neufahrzeuge • Reparaturen • Ersatzteile und Zubehör • Mietwagen • Tankstelle Kötztinger Straße 9 93499 Zandt – Telefon 0 99 44 / 7 89 –Service IHR AUTOHAUS MIT DEM PERSÖNLICHEN SERVICE. www.idowa.de/pfingstritt
10 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Das „neue erste Evangelium“ Vor 70 Jahren: Am Pfingstsonntag 1956 wurde das von der Kolpingfamilie erneuerte Kreuz bei Grub eingeweiht hölzerne Figur und das Basiskreuz den Witterungseinflüssen ausgesetzt waren. Im Jahr 1979 stand dann eine erneute Renovierung des ersten Evangeliumskreuzes an. Immer wieder mussten in der Zwischenzeit Reparaturarbeiten vorgenommen werden, zuletzt im Jahre 2015, als es dann zur vorläufig letzten Einweihungsfeier kam. Auch die drei weiteren Evangelienstätten wurden in den 50er Jahren neu gestaltet. Der Burschen-Wanderer-Verein spendete 1957 das neue Evangelienkreuz auf der Anhöhe zwischen Wölkersdorf und Bärndorf. Das zwei Meter hohe Eisenkreuz mit einer Kupferstabfüllung, errichtet auf einem Findling“, wurde von Schlossermeister Franz Heigl und dessen Sohn Theodor nach Plänen von Eberhard Schaefer aus Kötzting geschmiedet. Im Jahr 1990 wurde noch ein Gedenkstein errichtet. Das von der Gemeinschaft der Pfingstreiter gestiftete Evangelienkreuz beim 3. Evangelium beim Anwesen Kauer in Bärndorf wurde 1958 eingeweiht. Steinmetzmeister Albert Hofmann aus Kötzting hatte das vier Meter hohe Steinkreuz bearbeitet. Wieder ein Jahr später, 1959, fand die Einweihung des Evangelienaltars an der Auffahrt zur Kirche St. Nikolaus in Traidersdorf statt. Dieser wurde 1959 von der ehemaligen Gemeinde Traidersdorf gestiftet. Das Denkmal wurde nach dem Entwurf des Kunstmalers August Philipp Henneberger gearbeitet, der auch das Mosaik mit dem Motiv des Drachentöters St. Georg schuf. Jürgen Hirtreiter Seit Mitte des 17. Jahrhunderts gibt es gesicherte Belege darüber, wie der Pfingstritt früher abgelaufen ist. Viele Details sind dieselben wie heute, wie Stadtarchivar Clemens Pongratz recherchiert hat. In einer ebenfalls sehr frühen Beschreibung von 1757 führt der damalige Pfarrer von Kötzting, Pater Innozenz Mayr, in einem Schreiben an das Konsistorium die wesentlichen Bestandteile des Pfingstritts auf: Prozession, die vier Evangelien, die Auszeichnung mit dem Kranzl und die Pfingsthochzeit. Die vier Evangelienstätten, an denen der Offiziator beim Ritt nach Steinbühl das Evangelium verkündet, waren bis in die 50er Jahre nur als einfache Feldkreuze markiert. Um das „erste Evangelium“ nahm sich Mitte der 50er Jahre die Kötztinger Kolpingfamilie an. Treibende Kraft dabei war der Kooperator und Präses der Kolpingfamilie, H.H. Hackl. „Unter starker Beteiligung der Bevölkerung und der Pfingstreiter“, wie die Heimatzeitung schrieb, weihte der damalige Stadtpfarrer Josef Dietl das Kreuz ein. Auf einem aus Bruchsteinengemauerten Halbrund war an einem Holzkreuz eine in Lebensgröße geschnitzte Figur des Gekreuzigten angebracht. Gefertigt hatte diese Figur der bekannte Lamer Bildhauer Konrad Lackerbeck. Sie wurde später gegen einen Bronzekorpus ausgetauscht. Das große Holzkreuz fertigte der Kötztinger Zimmermann Karl Heinz Dattler. Im November 1963 musste bereits reagiert werden, weil die Die Einweihung des ersten Evangeliums nahm Stadtpfarrer Josef Dietl am Pfingstsonntag 1956 vor. So präsentiert sich heute das 1. Pfingstritt-Evangelium in Grub. Foto: Jürgen Hirtreiter Am Pfingstmontag 1956 zog der Pfingstritt im Morgenlicht an dem neuen Kreuz vorbei. Fotos: Archiv Krämer Im NORMA MARKT in Bad Kötzting Bürgermeister-Kroher-Straße 27 Tel. 09941/9490487 info@dorfbaeck.de www.dorfbaeck.de Jeden Sonntag von 7.00 – 10.00 Uhr geöffnet Die Kötztinger Karte – auch bei uns einzulösen! 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11 614 Jahre Kötztinger Pfingstritt Der Hüter der Pfingstreiterkirche Paul Graßl ist Kirchenpfleger und neben Inge Zach Mesner der Steinbühler Kirche in Personalunion. Am Pfingstmontag wird das frisch renovierte Gotteshaus kurze Zeit zum Hauptschauplatz des Pfingstritts. Mit dem letzten Stück Anhöhe nach dem vierten Evangelium kommen die Pfingstreiter an ihrem Ziel, der Kirche in Steinbühl an, zumindest einige davon. Die meisten haben sich zu diesem Zeitpunkt schon auf die umliegenden Höfe verteilt und halten dort ihre Rast ab. Dem Gottesdienst in der Pfingstreiterkirche wohnen nur wenige der berittenen Wallfahrer bei. Dabei ist das frisch renovierte Gotteshaus einen Besuch unbedingt wert. Während es die einen als nüchtern und zu modern abstempeln, empfinden es andere als sehr gelungen renoviert. So wurden vom Architekten immer wieder Elemente des Pfingstritts, wie etwa das Eisen, aufgegriffen. Vor allem die Pfingstreiter-Kapelle ist sehr stimmungsvoll und gelungen. Kirchenpfleger und Mesner Paul Graßl aus Bonried ist stolz auf „seine Kirche“. Er hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Bauarbeiten relativ reibungslos vonstatten gegangen sind. Er war immer vor Ort, wenn es um die Koordination ging und Fragen vonseiten der Handwerker auftauchten. „Es war ja sonst niemand da, weder Pfarrer noch Architekt und jemand musste sich kümmern.“ Dabei ist es in der heutigen Zeit gar nicht mehr so selbstverständlich, dass kleine Kirchen einer Expositur, einer ausgelagerten Zweigstelle der Pfarrei, renoviert werden. „Wenn wir nicht Ziel des Pfingstritts wären und Pfarrer Albert Melchner früher nicht sparsam gewirtschaftet hätte, dann wäre das nicht so einfach durchgegangen“, stellt Graßl klar. „Wenn bei uns früher in der Kirche etwas umgebaut wurde oder eine Renovierung notwendig war, dann wurde viel gespendet und von den Leuten im Dorf dazu geholfen, sodass fast keine Arbeitslöhne angefallen sind“, erklärt er. Pferd gesetzt werden, nur damit sie möglichst früh die Fahne bekommen: „Das Pferd kann einfach nur stolpern, dann kann Dir das Kind schon runterfallen!“ Ihn selbst beeindruckt vor allem der Ausritt aus Bad Kötzting den Marktplatz hinunter. Wenn die Kirchenglocken läuten und der Pfarrer die Reiter segnet, dann sei das eine schöne Erfahrung, sagt der Kirchenpfleger. Er bezeichnet sich als Spätberufener, der vor 25 Jahren nur als Ersatzreiter für jemanden eingesprungen ist. Das Pfingstreiterfieber hat ihn aber seitdem nicht mehr losgelassen und seit gut elf Jahren ist er selbst Pferdebesitzer. Mit seinem Kaltbluthengst ist er regelmäßig mit der Kutsche unterwegs und wenn es seine Hüfte zulässt, wird er auch heuer am Pfingstmontag wieder dabei sein. Ihm ist es wichtig, dass auf den kirchlichen Hintergrund des Ritts weiterhin geachtet wird. Wie nahezu alle Steinbühler Pfingstreiter, reitet er in der Früh nach Kötzting. Mit der Ankunft in Steinbühl ist für sie der Ritt vorbei. Er selbst muss mit der Kirchenverwaltung dann die Verpflegung der Ehrengäste übernehmen. „Früher wurden Offiziator, Ministranten und der Pfingstrittmesner bei Albert Melchner in der Stube verköstigt“, erklärt er. Seit immer mehr Geistlichkeit, der Bischof, Kardinal und Ehrengäste wie Bürgermeister, Landrat und Landtagsabgeordnete dabei waren, hat das viel größere Ausmaße angenommen und so übernahm die Kirchenverwaltung die Bewirtung nach dem Gottesdienst. Kurz nach halb zwölf Uhr drängt bereits der leitende Zugordner Sepp Barth wieder zum Aufbruch. Damit alles im Zeitplan bleibt und der Ritt wieder rechtzeitig in Bad Kötzting ankommt. Dann kehrt bis zum nächsten Jahr wieder Ruhe ein um „das Kircherl am Steinernen Bühel“ und Kirchenpfleger Paul Graßl kann sich den nächsten Baumaßnahmen im Außenbereich der Kirche widmen. Isabell Dachs te da sind und eine halbe Stunde, nachdem der Ritt wieder nach Kötzting gegangen ist, alles vorbei ist. Da hörst du kein Mäuschen mehr“, sagt er. Paul Graßl ist selbst begeisterter Pfingstreiter und hat im vergangenen Jahr die Fahne für 25-jährige Teilnahme erhalten. „Das war schon ein schönes Erlebnis, aber die Fahne sollte nicht der Ansporn sein, dass man beim Pfingstritt dabei ist“, erklärt er. So sieht er es auch als eine sehr gefährliche Entwicklung an, wenn kleine Kinder vorne mit auf das Problem ist, ist aber auch ihm bewusst. Stadtpfarrer Herbert Mader hatte deswegen schon einmal eine Feldmesse angedacht, was aber auch nicht ohne Weiteres durchführbar ist. Denn am Pfingstmontag sind nicht nur in Kötzting alle Verkehrswege dicht, das Gleiche gilt auch für Steinbühl. Bei diesem Auflauf wäre es schwer, die nötige Ruhe für eine Feldmesse einkehren zu lassen. Haufenweise Schaulustige tummeln sich hier neben Rössern, Reitern und Pferdebesitzern. „Was wirklich faszinierend ist, dass hier in der Früh 10.000 LeuMaschinenbauer und war 47 Jahre bei der Firma Dorst beschäftigt, bevor er in Rente ging. Nur deshalb konnte der 66-Jährige während der Renovierung fast täglich vor Ort sein. „Es war ja sonst niemand da, weder Pfarrer noch Architekt und jemand musste sich kümmern“, erzählt Graßl, für den der Erhalt der Pfingstreiterkirche eine Herzensangelegenheit ist. Auch er findet es schade, dass am Pfingstmontag nur ein kleiner Kreis Pfingstreiter die Messe besucht. Dass das bei der großen Menge an Reitern logistisch ein Aber die Zeiten, dass Hand- und Spanndienste für die Dorfbevölkerung normal waren, sind längst vorbei. Seit etwa 15 Jahren ist der Kirchenpfleger verantwortlich für das Kleinod, seit sein Vorgänger Hans Frisch verstorben ist. Er war aber bereits vorher in der Kirchenverwaltung tätig. „Solche Posten bleiben dir meistens, wenn du sie einmal angenommen hast“, weiß der Ehrenamtler, der bereits zwei Pfarrerwechsel und jetzt die große Baumaßnahme mitgemacht hat. Er ist gelernter Für 25-malige Rittteilnahme erhielt Paul Graßl im vergangenen Jahr die Fahne. Fotos: Isabell Dachs Paul Graßl ist in Steinbühl Kirchenpfleger und Mesner in Personalunion. Ein Kleinod: die historische Hufeisentür in der renovierten Steinbühler Kirche
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